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Baustart zwischen Köln und Aachen

13.12.18 (Europa, Fernverkehr, Güterverkehr, NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Rund um Eschweiler startete in der letzten Woche der Ausbau der Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Aachen. Gleich mehrere Maßnahmen haben am 4. Dezember angefangen. Mit einem symbolischen Spatenstich haben Hendrik Wüst (CDU), Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land NRW, Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer Nahverkehr Rheinland (NVR), Hermann Gödde (SPD), Erster und Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler sowie Peter Grein, Bahnhofsmanager der DB AG für den Bereich Aachen, den feierlichen Startschuss für die Modernisierung der Strecke sowie des Bahnhofs Eschweiler gegeben.

Der Ausbau der Eisenbahnstrecke von Köln über Aachen bis zur deutsch-belgischen Staatsgrenze – kurz ABS 4 genannt – ist ein wichtiges Projekt für die Erweiterung des europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Der Ausbauabschnitt II sieht eine punktuelle Erweiterung der bestehenden Infrastruktur im Streckenabschnitt zwischen Düren und Aachen vor. Ziel ist es, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke zwischen Düren und Aachen langfristig anzuheben.

„Pünktlichere Züge und der barrierefreie Bahnhof erhöhen die Attraktivität des ÖPNV, die wir so dringend brauchen“, so Landesverkehrsminister Hendrik Wüst. „Es ist gut, dass die Bahn daran arbeitet.“ Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der DB AG für das Land Nordrhein-Westfalen: „Das Projekt ist ein Paradebeispiel für zukunftsorientierte Mobilität. In der Summe stellen wir mit diesem Projekt eine bessere, zuverlässigere Verbindung nach Brüssel und Paris her. Das ist nicht nur verkehrlich wichtig, sondern in der heutigen Zeit auch politisch und kulturell.“

Konkret starten rund um Eschweiler folgende Maßnahmen: Die DB Netz AG baut die Überholgleise aus und verlängert diese auf eine Länge von 750 Metern. Dadurch können Güterzüge bei Bedarf halten und überholt werden. Dies wird die Pünktlichkeit im Regional- und Fernverkehr spürbar verbessern, da schnellere Personenzüge langsame Güterzüge überholen können. So sollen Verspätungen verhindert und reduziert werden.

Des Weiteren erfolgt auch die Umrüstung des Bahnhofs Eschweiler auf moderne elektronische Stellwerkstechnik. Neben der Arbeit am Schienennetz verbessert die DB Netz den Schall- und Erschütterungsschutz für Anwohner. Im Abschnitt Aachen-Rothe Erde (Ortsteil Eilendorf) sind Schallschutzwände auf einer Länge von rund tausend Metern geplant.

Eine weitere große Maßnahme ist die Modernisierung des Hauptbahnhofs Eschweiler durch die DB Station und Service AG. Hier werden die Bahnsteige zwecks barrierefreiem Einstieg in die Fahrzeuge auf eine Höhe 76 Zentimetern aufgehöht. Der barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt zukünftig über zwei Aufzüge. Das Land investiert hier im Rahmen der RRX-Außenäste über fünf Millionen Euro in den Ausbau.

„Die Bahnhöfe und Haltepunkte sind die Zugangstore zum Schienenpersonennahverkehr. Daher ist es wichtig, dass wir unsere Bahnhöfe zukunftsfähig machen und in Sicherheit, Service, Sauberkeit, Fahrgastinformation und Barrierefreiheit investieren. Damit schaffen wir die infrastrukturelle Voraussetzung für eine Verbesserung unseres Nahverkehrsangebots“, so Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer des Nahverkehrs Rheinland.

„Über den barrierefreien Ausbau unseres Hauptbahnhofs freue ich mich natürlich sehr. Ich hoffe, dass dieser ein Impulsgeber für eine weitere Entwicklung rund um das Bahnhofsgebäude, wie der Bau eines Parkhauses, sein wird“, so Hermann Gödde, Erster und Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler. Für die Maßnahmen laufen die ersten vorbereitenden Arbeiten seit September 2018.

Im Abschnitt Aachen-Rothe Erde beginnen die Arbeiten voraussichtlich im Frühjahr 2019. Derzeit rechnet die Deutsche Bahn mit einer Fertigstellung der Arbeiten in Eschweiler Ende 2020 und in Aachen-Rothe Erde Mitte 2021. Insgesamt investiert die DB AG in diese Maßnahmen rund 65 Millionen Euro. Die genaue Lastenverteilung der Investitionsfinanzierung zwischen den beteiligten Stellen ist unbekannt.

Im Fernverkehr wird die rund siebzig Kilometer lange Ausbaustrecke 4 im Wesentlichen von den Hochgeschwindigkeitszügen ICE und Thalys für die Verbindungen Frankfurt–Brüssel sowie Paris–Köln genutzt. Im Regionalverkehr fahren fahren die Linien RE 1 und RE 9. Zudem wird die Eisenbahnstrecke vom nationalen und internationalen Güterverkehr befahren.

Siehe auch: Ja zu einer besseren Infrastruktur

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