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VCD Hessen fordert Reaktivierung zwischen Korbach und Frankenberg

14.12.11 (Hessen) Autor:Stefan Hennigfeld

Der hessische Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland e.V. fordert weiterhin die Reaktivierung der Bahnstrecke Korbach-Frankenberg und zeigt sich erstaunt über die Kritik der FDP und „ihr nahestehenden“ Unternehmen. Man verweist darauf, dass die Investitionskosten von 14 Millionen Euro für 31 Streckenkilometer im Vergleich zu anderen Verkehrsprojekten besonders wirtschaftlich seien.

Landesgeschäftsführer Martin Mützel verweist etwa auf den Stadtbahnhof Eschwege, der rund zwanzig Millionen Euro gekostet hat. „Das bereut keiner.“ Für 14 Millionen Euro bekäme man gerade einmal 500 Meter A 44. Die einst bei Frankenberg geplante A 4 hätte sogar ganze zwei Milliarden Euro gekostet. Allerdings: Von den Betriebskosten und der Frage, wie die Aufgabenträger Verkehr auf der reaktivierten Strecke finanzieren sollen, spricht man beim VCD nicht.

Statt dessen verweist man auf den verkehrlichen Nutzen. Die Bahnstrecke würde die Kreisstadt Korbach sowie die Tourismuszentren in Willingen, Bad Arolsen und im Bereich Kellerwald-Edersee an das Oberzentrum Marburg und das Rhein-Main-Gebiet anschließen. Umgekehrt würden Frankenberg und Kellerwald-Edersee attraktive Verbindungen nach Kassel und in das Ruhrgebiet erhalten. Im Güterverkehr können das VW-Logistikzentrum in Volkmarsen und die Continental in Korbach direkt nach Süddeutschland angebunden werden.

Erstaunlich ist zudem, dass die FDP in der Gemeinde Burgwald ein Volksbegehren gegen die Streckenreaktivierung starten will. Burgwald liegt überhaupt nicht zwischen Korbach und Frankenberg, sondern an der Strecke zwischen Frankenberg und Marburg, die seit 1890 mit Personenzügen bedient wird.

Personenzüge soll es nach dem Willen des VCD auch zwischen Korbach und Frankenberg geben. Für die rund dreißig Kilometer Luftlinien braucht der Bus fahrplanmäßig im Moment mindestens 46 Minuten. Dadurch gehen attraktive Anschlüsse an den Zielen verlieren. Mützel: „Dieses Angebot ist weder optimal noch attraktiv. Da darf man sich nicht über geringe Nachfrage wundern.“ Mit der Bahn könnte man die Strecke in rund einer halben Stunde bewältigen.

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