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Holpriger Betriebsstart bei Erixx-Heidesprinter

14.12.11 (Bremen, Niedersachsen) Autor:Stefan Hennigfeld

In den ersten beiden Tagen nach dem Betreiberwechsel gab es beim Erixx-Heidesprinter größere Probleme, die zu massiven Verspätungen und Zugausfällen geführt haben. Das zur italienischen Staatseisenbahn gehörende Unternehmen erklärt das mit Stellwerkproblemen, Baustellen und falsch berechneten Rangierzeiten. Bis zum Wochenende sollen die Probleme jedoch größtenteils gelöst sein.

Auf dem eingleisigen Abschnitt, insbesondere auf der Nord-Südstrecke zwischen Buchholz und Hannover, gibt es momentan insgesamt 15 Baustellen der DB Netz AG. Dadurch müssen die Züge langsamer fahren, Begegnungszeiten verschieben sich und die Verspätungen bauen sich Stück für Stück weiter auf, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Fahrplan vollständig zusammenbricht.

„Das Ganze hat dann die Wirkung eines Domino-Effektes, was insbesondere in den Morgen- und Abendstunden fatale Auswirkungen hat“, so Betriebsleiter Johann Ubben. Allerdings habe man eine Zusage der Deutschen Bahn, wonach die Baustellen bis zum kommenden Sonntag, den 18. Dezember, alle beendet sein sollen. Ubben: „Mein Team arbeitet unter Hochdruck an der Problemlösung, damit die Zeiten des Fahrplans möglichst schnell eingehalten werden können.“

Ein weiteres Problem ist mangelnde Fahrgastinformation am Bahnsteig. Hier jedoch ist das Soltauer Unternehmen völlig machtlos, denn für Ansagen ist DB Station & Service verantwortlich. Die Verspätungen dort vor, es ist für Johann Ubben unverständlich, wieso die wartenden Kunden nicht informiert werden.

9 Responses


  1. Heike Ruch
    14.12.11 um 18:16

    die Zugausfälle und Verspätungen haben heute, am 14.12.2011 ihren Höhepunkt erreicht. Da ich seit Montag jeden Tag zu spät zur Arbeit kam ( wollte den Zug vom Büsenbachtal-Buchholz 7:27 nehmen) Heute wollte ich um 7:01 vom Büsenbachtal fahren. Ergebis: der Zug kam überhaupt nicht, der nächste erst um 7:40 !!! Habe mir 40 Minuten lang den ….abgefroren, kam natürlich wieder zu spät zur Arbeit. Solche Probleme gab es mit der Heidebahn nicht. Sollte der Zustand so bleiben, kann Erixx mir gestohlen bleiben.


  2. Robert Liebling
    14.12.11 um 18:55

    Die Eisenbahn ist eben einfach nicht zuverlässig genug. Wer zur Arbeit muss, der hat gar keine andere Wahl als mit dem Auto zu fahren. Das ist zuverlässig, komfortabel und man hat eine Sitzplatzgarantie. Immer werden Leute werden daher meinem Beispiel folgen und umsteigen. Ich habe mein VRR-Ticket während des Eurobahnchaos 2010 außerordentlich gekündigt, weil vertraglichen Leistungen nicht eingehalten worden sind. Gern hätte ich einen Musterprozess gegen den VRR geführt, aber die haben gewusst, dass sie gegen mich vor Gericht keine Chance hätten und meine Kündigung gleich anerkannt. Seitdem habe ich nie wieder einen Zug von innen gesehen und werde auch keinen mehr benutzen.

  3. Wie wir im Text sehen, liegen die Verspaetungen zu einem grossen Teil an schlecht koordinierten Baustellen seitens der DB Netz. Erixx scheint nur etwas knapp die Rangierzeiten kalkuliert zu haben, das allein wuerde nur Marginalverspaetungen von wenigen Minuten verursachen.

  4. Ich habe eine Gegentheorie zu Ihrer von wegen „keine Chance vor Gericht“: Der VRR hat erkannt dass sie endlich eine Chance haben ihren Fahrgaesten Sie zu ersparen und daher mehr als dankbar Ihre Kuendigung angenommen.

  5. Es ist schon sehr interessant, das Erixx sich nur knapp in den Rangierzeiten verkalkuliert haben soll und die Hauptschuld an den schlecht koordinierten DB Baustellen liegen soll.
    Die Baustellen bestehen schon etwas länger und Regionalbahnen haben kaum oder keine Verspätung gehabt.
    Können wegen der Baustellen die vorgesehenen Geschwindigkeiten längere Zeit nicht gefahren werden, ist es doch für gute Planer normalerweise kein Problem einen Übergangsfahrplan mit reellen Zeiten zu erstellen, anhand dessen sich ein jeder auf die Ankunfts- und Abfahrzeiten einstellen kann.


  6. Bahnfahrer
    15.12.11 um 08:39

    @ Liebling
    Wenn der Eisenbahnverkehr so schlimm ist, wie Sie nun mehrfach ausgeführt haben, warum lesen Sie dann noch die Informationen dieser Homepage?
    Glauben Sie, dass Sie mit Ihrer gebetsmühlenartig vorgetragenen Meinung, der Eisenbahnverkehr sei nicht zuverlässig, irgend etwas erreichen?
    Ich bin gestern Abend mit dem ICE aus München wieder pünktlich angekommen, der Zug war sogar 4 Minunten (!) zu früh angekommen.
    Natürlich läuft in einem so komplexen System wie der Eisenbahn nicht alles rund und der individuelle Ärger ist nachvollziehbar.
    Deswegen das System Eisenbahn generell als unzuverlässig zu bezeichnen, ist schlichtweg falsch.

  7. Natürlich, Schuld sind immer die anderen…Komisch, dass bis zum 11.12. die RB alle pünktlich waren. Urplötzlich am Sonntag fängt die böse Netz AG an zu buddeln. Und wenn ich in die aktuelle La schaue, dann steht da eine La bei Hodenhagen drin…


  8. vielfahrer
    18.12.11 um 08:14

    Es gibt ja nun viele Gerüchte – auch um die Zugausfälle. Beispielsweise 84018 am 13. Dez. Am Mittwoch soll dann ebenfalls ein Zug ausgefallen sein, weil der „Lokführer“ in Langwedel ein Stopsignal überfahren hat.
    Das wären ja alles „menschliche“ Fehler, die nicht mit den notwenidigen Sanierungsarbeiten zu erklären sind.
    Hoffe auf Bestätigung oder Dementi dieser ungeklärten Vorkommnisse.

  9. In diesem authentischen Fall ergab sich die Schwierigkeit, von Seiten DB-Netz Kontakt mit der OHE aufzunehmen. Bei Verfehlungen dieser Art ist vom Eisenbahn-Bundesamt ein Procedre vorgesehen, bei dem der Notfallmanager von DB-Netz in Absprache mit dem Fahrdienstleiter und dem EVU entscheidet, ob der Lokführer weiterfahren kann oder abgelöst werden sollte. Im vorliegenden Fall war der Lokführer nicht mit einem Handy ausgerüstet, um mit seinem Vorgesetzten telefonieren zu können. In diesem Fall machte das den erheblichsten Teil der Folgeverspätungen aus.

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