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Pro Bahn fordert schnellen Ausbau der S-Bahn Hamburg

28.10.11 (Hamburg) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Fahrgastverband Pro Bahn e.V. kritisierte die zögerliche Haltung des Hamburger Senats, die geplante S 32 von Altona zum Harburger Rathaus frühestens 2018 zu realisieren. Angesichts der steigenden Fahrpreise im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) müsse kurzfristig etwas passieren. Man dürfe nicht warten, bis die Hamburger S-Bahn in die Ausschreibung geht.

Ursprünglich war für die S-Bahn Hamburg eine Direktvergabe an DB Regio geplant. Vor dem Hintergrund des Abellio-Urteils und der Ankündigung des Privatbahnverbandes Mofair e.V., eine solche Direktvergabe ebenfalls juristisch zu Fall zu bringen, lenkte man ein und kündigte eine Ausschreibung an. Das bedeutet jedoch, dass DB Regio in der bis Ende 2017 laufenden Vertragsphase keine neuen Züge anschaffen wird.

Oder etwa doch? Es gibt sogar zwei Möglichkeiten: Zum einen könnte der Hamburger Senat die Züge selbst beschaffen und der Deutschen Bahn zur vermieten. Bei einer Neuvergabe würden die Züge dann an den neuen Betreiber gehen – falls es nicht ohnehin wieder DB Regio sein sollte. Das andere Modell wurde jüngst im VRR erstmals angewandt: Die S-Bahn Hamburg müsste die Züge anschaffen und der Fahrzeugindustrie gegenüber als Auftraggeber auftreten. Sie würde sie dann an den Hamburger Senat (oder auch den HVV) verkaufen und dann von diesem wiederum zurückmieten.

Dieses Modell wäre angesichts der hohen technischen Anforderungen einer S-Bahn und der Tatsache, dass die Züge woanders nirgendwo einsetzbar wären, das wohl realistischste. Dafür plädiert man auch bei Pro Bahn. So wäre es möglich, für die Fahrgäste Verbesserungen vor 2018 zu realisieren und man müsste nicht befürchten, Verträge zu machen, die wie in Nordrhein-Westfalen, wegen Rechtswidrigkeit zusammenbrechen.

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