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Bypasslösung Düsseldorf – Köln kommt frühestens im Juni 2012

18.10.11 (NVR, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Einführung des neuen RE 6a – einer Linie von Düsseldorf über Neuss und Dormagen nach Köln, die Anschluss vom und an den RE 6 bietet – verzögert sich. Wegen der ungeklärten Finanzierungsfrage wird die Linie frühestens zum kleinen Fahrplanwechsel im Juni 2012 an den Start gehen. Dabei ist diese zusätzliche Leistung besonders wichtig, um die Linien RE 1 und RE 5 zwischen den beiden Rheinmetropolen zu entlasten.

Mit der Ausschreibung der Linien RE 5 und RE 6 in den nächsten Jahren ist geplant, sie an den RE 6 ranzuhängen. Das geht momentan aus umlauftechnischen Gründen nicht. Wie VRR-Vorstandsprecher Martin Husmann vor dem Verkehrsausschuss des Landtages sagte, sei das derzeitige Angebot von DB Regio NRW „zu teuer“. Die Einführung dieser Linie wird vor allem von der Landesregierung vorangetrieben.

Bahnsprecher Jürgen Kugelmann wollte den Vorgang nicht kommentieren. „Das ist Bestellersache.“ Besteller sind in diesem Fall VRR und NVR. Sie haben eine solche Leistung bereits während der Fußballweltmeisterschaft 2006 auf die Beine gestellt. Damals wurde die Linie RE 3 – seinerzeit noch betrieben mit Silberlingen – über Neuss, Dormagen und Köln bis zum Köln-Bonner Flughafen verlängert. Sie fuhr allerdings im Vergleich zum geplanten RE 6a um eine halbe Stunde versetzt. Zudem wird bei der neuen Verbindung bereits am Kölner Hauptbahnhof Schluss sein.

NVR-Sprecher Holger Klein ist jedoch optimistisch: „Wir alle wollen den RE 6a – auch weiterhin. Schließlich ist es ein wichtiges verkehrliches Projekt, das gerade im Hinblick auf das für die kommenden Jahre prognostizierte Fahrgastwachstum zwischen Köln und Düsseldorf unverzichtbar ist. Auch wenn der RE 6a jetzt noch nicht realisierbar ist, ist man bei uns im Hause nach wie vor zuversichtlich, dass es im Juni 2012 losgehen kann.“

Doch das liebe Geld macht der ganzen Sache derzeit jedoch einen Strich durch die Rechnung. Klein: „Es sind einfach noch zu viele finanzielle Unwägbarkeiten, so dass der ursprünglich angepeilte Termin zum kommenden Fahrplanwechsel voraussichtlich nicht zu halten ist. Im Interesse der Fahrgäste ist das sehr bedauerlich. Wir wissen, dass es in einem überschaubaren Zeitraum Angebotsverbesserungen zwischen Köln und Düsseldorf geben muss.“

4 Responses


  1. Bahnfahrer
    18.10.11 um 05:36

    Es gibt ja auch noch eine andere Lösung. Die alte Verbindung zwischen Düsseldorf und Köln über Hilden – Opladen, die für Umleitungen von Fernzügen genutzt wird. Dies habe ich selber bei einer Streckensperrung zwischen Köln und Langenfeld mit dem ICE erlebt. Allerdings sind die Überleitmöglichkeiten in Opladen auf Grund des Gleisrückbaus wohl nur eingeschränkt möglich. Zum anderen kommt der hohe Güterzugverkehr auf der Strecke, die ja zum Teil von RE-Zügen mit benutzt werden müßte.
    Andererseits könnte man Hilden u. a. Bahnhöfe ohne Personenverkehr wieder anbinden. Vielleicht bekäme man über diese Verbindung ebenfalls zusätzliche Kapazitäten, bis der Ausbau der direkten Verbindung Düsseldorf – Köln eines Tages beginnt. In Anbetracht der leeren Kassen des Verkehrsministeriums des Bundes wie des Landes wird dieser Ausbau voraussichtlich noch lange auf sich warten lassen.
    NRW benötigt massive Investitionen in die Kapazitäten der Schiene; für eine kurzfristige Kapazitätserweiterung sollte man diese Verbindung über Hilden prüfen und wenn möglich auch nutzen.


  2. Beobachter
    18.10.11 um 07:08

    @ Bahnfahrer

    Ob die Güterzugstrecke dafür geeignete wäre, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls bietet die Strecke über Neuss und Dormagen weiteres Potential. Jedenfalls mehr, als über Hilden und Opladen.

    Das ist aber nicht das Problem, sondern:

    Wie VRR-Vorstandsprecher Martin Husmann vor dem Verkehrsausschuss des Landtages sagte, sei das derzeitige Angebot von DB Regio NRW „zu teuer“.

  3. Nur weil die Züge drei Monate vor dem Fahrplanwechsel im Fahrplan stehen, heißt das noch nicht dass diese auch fahren werden. Wenn die neuen Fahrplandaten für das nächste Fahrplanjahr veröffentlicht werden, sind immer etliche Fehler enthalten, teilweise fehlen noch ganze Linien oder wie in diesem Fall hat man die kurzfristige Absage der Aufgabenträger noch nicht berücksichtigt, weil die Trassen bereits vor einigen Monaten bestellt wurden.

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