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Neue Fahrpreise rund um Köln

10.10.22 (NVR, Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Im neuen werden die Fahrpreise im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) angepasst. Da noch unklar ist, ob Bund und Länder sich auf eine dauerhafte Nachfolgeregelung für das Neun-Euro-Ticket einigen können oder ob der Status quo ante dauerhaft zementiert ist, müssen die Verkehrsverbünde bei ihrer Preisgestaltung die aktuell stark gestiegenen Kosten berücksichtigen.

Die Fraktionen in der Verbandsversammlung waren sich einig, dass eine Preisanpassung aufgrund der dramatischen Kostenentwicklungen für Energie, Material und Personal (für 2023 werden zwischen 13 und 17 Prozent Mehrkosten für die Verkehrsunternehmen prognostiziert) sowie den immer noch zu erwartenden coronabedingten Einnahmeausfällen (aktuell ca. minus 20 Prozent) unvermeidlich ist, um Angebotskürzungen zu vermeiden und die kommunalen Haushalte nicht weiter zu belasten.

Vertreter aller Fraktionen stellten sich hinter die Forderung eines dauerhaft auskömmlich finanzierten Neun-Euro Nachfolgetickets. Sie betonten, dass aus der sozialpolitischen Maßnahme des Neun-Euro-Tickets nun schnellstmöglich ein verkehrspolitisch tragfähiges Produkt entwickelt werden muss. Bund und Land haben es damit in der Hand, die Fahrgäste des VRS finanziell zu entlasten und die Wirkung der unvermeidlichen Preismaßnahme abzumildern.

Auf dieser Grundlage wurde der Vorlage der VRS-Verkehrsunternehmen zugestimmt, den Tarif im VRS-Verbundgebiet im kommenden Jahr in zwei Stufen anzupassen. Zum 1. Januar 2023 werden die Preise im Durchschnitt um 3,5 Prozent erhöht. Am 1. Juli 2023 folgt dann eine unterjährige Preismaßnahme in Höhe von durchschnittlich 3,87 Prozent. Dies ergibt eine durchschnittliche Preisanpassung von 5,44 Prozent für das kommende Tarifjahr 2023.

In einer fraktionsübergreifenden Resolution spricht die Verbandsversammlung des Nahverkehr Rheinland (NVR) darüber hinaus die Forderung nach einer nachhaltigen Finanzierung für einen zukunftsfähigen ÖPNV aus. Vor dem Hintergrund rasant steigender Kosten, den Nachwirkungen der Corona-Pandemie und zur Erreichung der Klimaziele, müssen Bund und Land die Finanzierung zur Aufrechterhaltung der Nahverkehrsleistungen und für erforderliche Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge auf ein verlässliches Fundament stellen. Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln ist die Finanzierung des Status quo des ÖPNV in NRW nicht mehr gesichert.

Vielmehr drohen aufgrund der schon im Jahr 2022 vorliegenden Finanzierungslücke Einschnitte und Abbestellungen. Um weiterhin das Verkehrsangebot aufrechterhalten und in Leistungsausweitungen investieren zu können, ist es nötig, die Gesamtfinanzierung sicherzustellen. Hier sind Bund und Länder gleichermaßen gefordert. Aktuell hat die Ampelkoalition einen Vorschlag des VDV aufgenommen, ein dauerhaftes Monatsticket einzuführen, das 49 Euro bei landes- und 69 Euro bei bundesweiter Gültigkeit kosten soll. Derzeit lehnen die Länder jedoch eine Kostenbeteiligung ab.

Foto: Pixel2013

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