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SWB küren Sieger des legalen Graffiti-Wettbewerbs

13.11.12 (NVR) Autor:Niklas Luerßen

Legales Graffiti ist eine Kunst- und Ausdrucksform. Das zeigt die neugestaltete Fassade an der Bushaltestelle am Kinopolis. Die Gewinner des Graffiti-Wettbewerbs von SWB Bus und Bahn und dem Kinopolis Bad Godesberg besprühten am Wochenende in mehr als 15 Arbeitsstunden unter der Anleitung von SWB-Mitarbeiter und Graffiti-Künstler Benjamin Sobala die Wand und verschönerten somit die Optik der Haltestelle. Zur offiziellen Einweihung der neuen Fassade und der anschließenden Filmpremiere „Legal Streetart“ kamen mehr als 140 Besucher ins Kinopolis. Dort wurden auch die Sieger des Graffiti-Wettbewerbs gekürt.

Bezirksbürgermeisterin und Schirmherrin Annette Schwolen-Flümann freute sich über den regen Zuspruch für den Wettbewerb. Sie lobte die Kreativität und den persönlichen Einsatz der Jugendlichen: „Der Wettbewerb hat eindrucksvoll gezeigt, dass legales Graffiti eine kreative Kunst- und Ausdrucksform ist. Die Politik muss sich daher intensiv darum bemühen, dass weitere legale Flächen im Bonner Stadtgebiet zur Verfügung gestellt werden. Nur wenn legales Graffiti als Kunst akzeptiert wird, können wir im Dialog mit den Sprayern dafür sorgen, dass illegale Schmierereien aus dem Bonner Stadtbild verschwinden.“

Im Anschluss kürte Anja Wenmakers, Leiterin Marketing und Vertrieb SWB Bus und Bahn, die Siegereinsendungen der Nachwuchskünstler. Den ersten Platz belegte Christopher Schultz, zweiter wurde Yanniss Bellinghausen und den dritten Platz sicherte sich Henrik Heil. Besonders erfreut war die Initiatorin des Wettbewerbs über die Einsendungen von zwei Bonner Schulen.

„Ihr steht mit eurem Engagement für die Botschaft des Wettbewerbs. Wir wollen das Image der Graffiti verbessern und es aus der Illegalität herausholen. Die Nachwuchskünstler sollen Gleichgesinnte zur Nachahmung von künstlerischem Graffiti an den legalen Wänden animieren. Dafür brauchen wir euch als Bonner Vorbilder. Wir glauben, dass wir mit unserem Wettbewerb wichtige Botschafter gewinnen konnten.“

Die Schülerinnen und Schüler der Johannes-Rau-Schule und der Christopherusschule wurden mit Sonderpreisen prämiert. Alle Sieger erhielten eine gerahmte und vergrößerte Darstellung ihrer eingesendeten Arbeitsproben, die sie auch als Bewerbungsunterlagen für weitere künstlerische Projekte verwenden können.

Der Sieger des Wettbewerbs, Christopher Schultz, sagte stellvertretend für alle Teilnehmer: „Wir möchten uns für die professionelle Organisation bedanken und unterstützen die Idee, den künstlerischen Aspekt von Grafitti zu betonen. Es ist im Interesse aller Nachwuchskünstler, zusätzliche Flächen für legales Graffiti anzubieten. Über weitere Projekte dieser Art würden sich alle Künstler freuen. Dann wäre ich auch jederzeit wieder dabei“.

Ein wichtiges Anliegen hatten die beiden zwölfjährigen Sprayerinnen Nora Krasniqi und Chantal Raaf. Sie überreichten ihrem Graffiti-Trainer Benjamin Sobala eine kleine Leckerei: „Wir bedanken uns für zwei aufregende Tage. Wir hatten sehr viel Spaß. Lass es dir schmecken.“

Auch das Kinopolis als Kooperationspartner von SWB Bus und Bahn hatte viel Lob über das Sprayerevent übrig. Der Betriebsleiter Hartmut Liedtke sprach von einer deutlichen Verbesserung im Vergleich zu früher: „Wir haben die Sprayer mit ins Boot geholt und nachhaltig das Erscheinungsbild der Bad Godesberger Innenstadt verschönert. Gerne haben wir dafür die anfallenden Kosten für Voranstrich, Spraydosen und Graffitischutz übernommen.“

Nach Abschluss der Siegerehrung präsentierten die Filmproduzenten Dennis Larbig und Benjamin Sobala den Besuchern die Premiere ihrer Dokumentation „Legal Streetart“, in der Bonner Profisprayer und Auftragsmaler über legales und illegales Graffiti in Bonn und der Umgebung berichten. Ein Jahr lang war das Filmteam in der Bonner Szene unterwegs. Sie befragten Sprayer bei der Arbeit an den legalen Wänden nach ihren Intentionen und Botschaften. Die Dokumentation soll einen Dialog in der Öffentlichkeit anstoßen. „Wir wollen mit dem Film eine neue Diskussion in Gang setzen. Graffiti ist nicht per se schlecht. Es ist eine Kunstform, der wir mit dem Film einen Rahmen geben wollen“, sagte der Filmemacher Dennis Larbig. Der 30-minütige Film zeigt schöne Kunstwerke und hässliche Schmierereien an Fassaden. Die Erfahrung von Benjamind Sobala: „Da muss man mehr unterscheiden. Illegales Graffiti wird verachtet, legale Kunstwerke hingegen gewürdigt.“

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