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Westfalen soll doch keine grundlegende Tarifreform bevor stehen

26.07.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Wie in der letzten Verbandsversammlung des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) bekannte gegeben wurde, können die fünf verschiedenen Verbundtarife in dem Zuständigkeitsbereich des Zweckverbandes auch weiterhin Bestand haben. Ihnen steht nur eine Harmonisierung des Fahrscheinsortiments, sowie eine Verbesserung und Vereinheitlichung der Übergangsregelungen bevor. Für Fahrten im gesamten NWL-Raum, sollen zukünftig die Verbundtarife in ausgedehnter Form gelten.

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Auf Wunsch des Verkehrsministeriums NRW soll die Tariflandschaft für die Fahrgäste im Nahverkehr vereinfacht werden. Nach einem Schreiben des Verkehrsministers Voigtsberger wurde ein einheitliches Tarifgebäude für NRW erwartet. Die Vorstellungen gingen dabei hin zu einer Fusion der Verkehrsverbünde im NWL, ähnlich wie zwischen der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).

Mit einem Positionspapier und einem Vorgesprächen mit dem Ministerium, konnte der NWL seine Tarifmodellvorstellung durchsetzen. Das Verkehrsministerium gesteht den weiteren Bestand der fünf regionalen Verkehrsverbünde zu, wenn diese die in einem Gutachten herausgearbeiteten Defizite beseitigen und die Tarifsituation im Sinne der Kunden verbessern. Nach dem Zeitplan des NWL soll die Weiterentwicklung der Tariflandschaft bis zum Jahr 2014 abgeschlossen werden.

Für die Fahrgäste im NWL ist die derzeitige Tarifsituation nicht gerade einfach zu durchschauen, denn die fünf verschiedenen Verbundtarife haben zurzeit recht unterschiedliche Ticketangebote mit unterschiedlichen Bezeichnungen. Die Findung der Preisstufen unterscheidet sich genauso wie die Übergangsreglungen zwischen den einzelnen Tarifräumen. Desweiteren ist für den großzügigen Übergangsverkehr zwischen den einzelnen Verbundtarifen der NRW-Tarif eingerichtet worden. Mit dem Vorstoß zur Vereinfachung der NRW-Tariflandschaft soll die Tariffindung für die Fahrgäste wesentlich einfacher gestaltet werden.

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4 Responses

  1. Na super! Anstatt sinnvolle Zusammenlegungen zu veranlassen, lässt man lieber jeden sein eigenes Süppchen kochen, ohne Mehrwert für die Kunden. Das der Tarifdschungel gelichtet werden soll ist natürlich zu begrüßen. Vor allem das VRR Sozialticket kann man direkt wieder abschaffen, da es normale Kunden diskriminiert gegenüber Sozialleistungsempfänger.


  2. Beobachter
    26.07.11 um 21:22

    Gegenüber früher ist es doch schon besser geworden, damals hatte jede Kommune eigenen Tarife ;)

  3. Nach meiner Meinung sollte es in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich nur einen Verkehrsverbund mit möglichst einheitlichen Regelungen geben.

    Die festgelelegten und ausgehängten Preisstufen z. B. von Minden nach Münster oder von Essen nach Warendorf sollten für alle Haltestellen gelten, die zum entsprechenden Stadt- oder Kreisgebiet gehören.

    Ihr eigenes Süppchen können die Teilverbünde trotzdem kochen, indem z. B. erstens die Kurzstreckenregelungen variieren und zweitens für eine ca. 25km-Fahrt im Münsterland eine höhere oder niedrigere Preisstufe festgelegt wird wie für eine ca. 25km-Fahrt in Ostwestfalen. Hauptsache, sonst ist möglichst viel einheitlich.

  4. Das „Schöne Fahrt- Ticket“ des NRW- Tarif kostet mehr als das teuerste VRR- Ticket, gilt aber nur 2 Stunden, die VRR- Zone D gilt 4 Stunden. Wäre schon ein Gewinn, wenn der vorhandene NRW- Tarif wenigstens 5 Stunden gelten würde, dann könnte man es quer durch das Land schaffen.

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