Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

VCD kritisiert das Ja zur dritten Landebahn in München

27.07.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert die Entscheidung der Regierung von Oberbayern, eine dritte Start- und Landebahn am Flughafen München zu genehmigen, als Irrweg. „Das Votum für ein Baurecht für eine mögliche Start- und Landebahn am Münchner Flughafen wird Bayerns Verkehrsprobleme verschlimmern“, prophezeit Doris Kraeker, die Flughafenbeauftragte des bayerischen VCD.

Die Zahl der Flugbewegungen befindet sich immer noch auf dem Stand von 2006. Tatsächlich finden also weniger Flugbewegungen statt als zu Beginn des Verfahrens um eine 3. Startbahn. Es sind auch weit weniger als in den Prognosen, die die Regierung von Oberbayern als Begründung vorgibt. Obwohl diese magere Bilanz sich auch im Juni und Juli 2011 fortsetzt, gibt sie grünes Licht für die Konzentration auf ein falsches Vorhaben, sagte Doris Kraeker.

[ad#Content-AD]

Leuchtturmprojekte Stoiberscher Prägung, wie der Transrapid, die ohne Rücksicht auf die Bürger geplant und durchzudrücken versucht wurden, sollten der Vergangenheit angehören, so der VCD. „Der Verkehr in Bayern kann nur bewältigt werden, wenn er allen Menschen zugutekommt“, stellt der Vorsitzende des VCD Bayern, Bernd Sluka, fest. Sluka weiter: „’Gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen Landesteilen‘, wie sie die Staatsregierung verspricht, lassen sich nur erreichen, wenn Bahn- und S-Bahn-Strecken überall im Freistaat ertüchtigt und ausgeweitet werden, so dass möglichst viele Bürger von einem attraktiven, zukunftsfähigen Verkehr profitieren können.“ Die Konzentration auf ein Mammutbauwerk, bei dem auch alle Gelder nach Oberbayern fließen, wird die anderen Landesteile Bayerns noch mehr abhängen. Eine 3. Startbahn würde die Ungleichbehandlung in Bayern noch massiv verstärken.
[ad#Bigsize-Artikel]

2 Responses


  1. Lothar Albrecht
    28.07.11 um 13:25

    Nach Studiums Ihres Artikels zur 3.Startbahn München stelle ich fest, daß unser Land sich immer rasanter zu einem Land der NEINSAGER entwickelt. Große Infrastrukturprojekte, egal wo in Deutschland, lassen sich nicht mehr durchsetzen, da jeder Taubenzüchter-Verein durch sein kategorisches Nein Wachstum und Wohlstand durch Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen verhindert. Das Schlimmste daran ist, daß sich die Verhinderer noch am liebsten mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen lassen würden, wenn sie Deutschland in Stagnation versinken lassen würden. Nach Ihrer Meinung und der Ihrer Sympathiesanten glaube ich darauf schliessen zu können, daß Sie denen, die mit Infrastrukturvorschlägen nach vorn treten mit strafrechtlichen Konsequenzen drohen könnten. Mir wird übel, sie als mein Nachbar in unserem Land dulden zu müssen.
    Lothar Albrecht

  2. Man sehe sich doch einfach mal das Gehampel und Gezanke um Flughafen BER an. Es ist richtig zu demonstrieren, wenn die vorher offengelegten Routen nicht mehr eingehalten werden und man sich aufgrund der alten Pläne ein „ruhiges“ Grundstück gekauft hat.
    Aber kategorisch zu allem und jeden „Nein“ zu sagen, halte ich für groben Unfug.
    Alle wollen sie Arbeitsplätze in der Region erhalten, aber zurückstecken will letztlich auch keiner. Jeder beharrt auf seiner Position.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.