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Stuttgart 21: Ende des Baustopps absehbar?

01.06.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Am vergangenen Montag, den 30. Mai 2011, teilte Rüdiger Grube, der Vorstandschef der DB, mit, dass beim umstrittenen Großprojekt Stuttgart 21 die Bauarbeiten zur kommenden Woche wieder begonnen sollen. Ein Spitzengespräch zwischen dem baden-württembergischen Ministerpräsident Kretschmann und dem Bundesverkehrsminister Ramsauer soll allerdings am Freitag klären, ob der Baustopp bis in den Herbst verlängert werden kann.

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Hierfür sollen allerdings laut DB Kosten von 410 Millionen Euro anfallen – und das Bauprojekt außerdem erst drei Jahre später als geplant, also 2022, fertiggestellt werden. Diese Verschiebung sei durch verschiedene vertragliche und organisatorische Punkte leider unumgänglich. Auf Grund dieser Rahmenbedingungen sieht sich die DB nicht in der Lage, ohne den Bund über die Verlängerung des Baustopps zu entscheiden.

Daher treffen sich am Rande der Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Freitag nun Kretschmann und Ramsauer. Hier möchte Ministerpräsident Kretschmann vorallem eine Planung absprechen, die den Zeitraum bis zur Vorstellung der Ergebnisse des Stresstests abdeckt. Auf diesen Test hatten sich alle Seiten im Rahmen der Schlichtung geeinigt. Mitte Juli sollen die Ergebnisse dieser Studie vorgestellt werden, mit der nachgewiesen werden soll, dass im neuen Bahnhof 30 Prozent mehr Züge abgefertigt werden können sollen als im bisherigen Kopfbahnhof. Außerdem möchte der erste grüne Ministerpräsident absprechen, ob ein Baustopp bis zur Volksabstimmung im Herbst möglich ist. Hierfür möchte er aber kein Geld anbieten.

Nach einem Gespräch mti Grube hält Kretschmann es für unwahrscheinlich, dass die Bauarbeiten am Montag wieder aufgenommen würden, da noch Dinge in Klärung seien.

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12 Responses

  1. Eine Grüne Regierung setzt alles daran ein grünes Projekt – zumindest umd drei Jahre zu verzögern – mit fahdenscheinigen Argumenten. Statt sich endlich positiv einzubringen um das Optimum für Baden-Württemberg zu erreichen, besucht der neue Verkehrsminister die sogenannten „Parkschützer“ die nichts weiter erreicht haben als dass der Teil des Parks, der dem Bahnhof geopfert wird, schon seit einem Jahr zur Favela verkommt.
    Wann kommen von dieser Regierung endlich konstruktive Vorschläge zum zukünftigen Verkehr. Bisher gibt es nur Aussagen was nicht gemacht werden soll: Stuttgart 21, die NBS, Umgehungsstraßen,… Ein „super“ Konzept das dieser Verkehrt-Minister bisher vorstellt.

  2. Würde S21 gebaut, dann wäre das Ergebnis ein „Bahnhöfle“ mit einer erheblich geringeren Leistungsfähigkeit als der bestehende Bahnhof im Moment schon hat.
    Würde S21 gebaut, so wäre dieser Bahnhof nicht barrierefrei. Dieses Kriterium erfüllt der bestehende Bahnhof jetzt schon.
    Würde S21 gebaut, so werden mindestens 4.1 Milliarden vergraben für eine Verschlechterung des Bahnverkehrs in Baden-Württemberg.
    Geld, das an anderen Stellen fehlt.
    Mehr als genug Gründe also aus diesem Projekt auszusteigen.

  3. aha mal wieder ein Hellseher der das Ergebnis des Stresstests schon kennt. Bis dahin gilt für mich: 8 Zulaufgleise schaffen mehr als 5 – ganz einfach. Und zum Thema Barrierefrei darf ich ihnen gern mal für einen Probeumstieg von Gleis 15 nach Gleis 2 meine Krücken zur Verfügung stellen, alternativ bietet sich eine Anfrage bei einem Behindertenverband an. Am derzeitigen Kopfbahnhof erreichen Sie barrierefrei nämlich gar nichts, außer dem Parkplatz am Nordausgang und die Mahnwache. Für Umsteiger sind schon allein die überlangen Wege Barriere genug. Nicht umsonst werden in Fahrplänen fürs Umsteigen an Kopfbahnhöfen mindestens 7 Minuten, an Durchgangsbahnhöfen 4 bis 5 veranschlagt.


  4. stuttgarter
    01.06.11 um 12:34

    Was lese ich oben im Kommentar??
    Ein grünes Projekt??
    Ist die Verstümmelung eines Verkehrsknoten jetzt ein grünes Projekt?
    Weniger Bahnfahrer, dafür aber im Tunnel ist grün??
    Über diese schwarz-rot-gelbe Schnappsidee kann man sich höchstens grün und blau ärgern!!
    Das ist im Übrigen kein Projekt, sondern ein Verbrechen an der Menschheit.
    Weniger Autoverkehr wäre grün.
    Die Straße vor dem Bahnhof den Fußgängern zurückgeben wäre grün. Den Park nicht abzuholzen wäre grün.
    Das Mineralwasser nicht anzutasten wäre grün.
    Die Barrierefreiheit zu belassen wäre grün.
    Den Bahnof ohne Gefälle zu belassen wäre grün.
    Einen integrierten Taktfahrplan einzurichten wäre grün.
    Den Kopfbahnof zu sanieren und zu verschönern wäre grün.
    Eine Solarzellenversorgung auf der Gleisüberdachung einzurichten wäre grün.
    Kurz: K21 ist grün, denn es ist vernünftig!!!


  5. Bahnfahrer
    01.06.11 um 13:41

    Ach.. da wird wieder von Verstümmelung geredet, ohne das Stresstestergebnis abzuwarten – Polemik scheint grün zu sein.
    Ob Sie im K21 oder im S21 Tunnel fahren dürfte wurscht sein. Aber ob sie zum Flughafen die Züge über eine 3 mal so lange Strecke schicke oder direkt das ist Umweltschutz.
    Die Cannstatter Strasse wird komplett den Fussgängern zurückgegeben, bei K21 wird nichts dem Fussgänger zurückgegeben.
    Wer tastet das Mineralwasser an? K21 mit dem Rosensteintunnel?
    Was ist am heutigen Kopfbahnhof Barrierefrei? der Umstieg zur S-Bahn, der Weg zur Königstraße? Der Weg in den Park? das einzige was barrierefrei zu erreichen ist, ist der Taxistand am Nordausgang – äußerst grün!!!
    Ein Gefälle das dem der Königstraße entspricht zu vermeiden dürfte nicht wirklich was mit „grün“ zu tun haben.
    Die Sollarzellenversorgung hätte K21 auch dringend nötig, zumal ein riesen Bahnhof mit zum Gleisvorfeld offener Halle den ganzen Winter über beheizt werden muss. S21 dagegen benögit weder Heizung noch Kühlung. Was ist jetzt denn grün? Grün scheint genauso wandelbar zu sein wie das K21 konzept.

  6. An den Bahnfahrer: 8 Zufahtsgleise??? Wer alles glaubt was auf den Web-Seiten von beführwortern und Gegnern von S21 steht, sollte besser nicht zur Volksabstimmung gehen. Ganz generell; Ein bahnhof hat niemals soviel Zufahrtsgleise bzw. Abfahrtsgleise wie sich Gleise innerhalb des Bahnhofs befinden, dann diese laufen immer in der Einfahrt oder Ausfahrt zusammen. Ich denke jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden und mal überlegen ob das was uns alles von der einen oder anderen Seite erzählt wird auch der Realität entspricht! Also lieber Bahnfahrer, bau mal eine Modellbahnanlage oder zeichne diese auf,, dann wird dir sehr schnell klar das dise Behauptung Unsinn ist. Viele Grüsse vom Bodensee

  7. @Bahnfahrer: Lesen Sie doch einfach Mal die Stuttgart-21-Artikel in Eisenbahn-Revue international, dann sind Sie besser informiert als aus bunten Prospekten von welcher Seite auch immer oder gar aus der Tagespresse.
    Der einzige Link dazu führt – diesen Wermutstropfen müssen Sie in Kauf nehmen – über
    http://kopfbahnhof-21.de/index.php?id=740
    oder kaufen bzw. abonnieren Sie die Eisenbahnrevue, eine Zeitung, deren Lektüre schon wegen der gehaltvollen Artikel zu Eisenbahnfachthemen immer lohnend ist.


  8. Bahnfahrer
    01.06.11 um 14:50

    @Badener Ich habe die Anzahl der Gleise die an die Bahnhöfe angeschlossen sind, verglichen. Und das sind nun mal – bei S21 4 Stück auf der Südseite und 4 Stück auf der Nordseite. Keine Ahnung was es darüber zu diskutieren gibt. Und die 5 Gleise die den Kopfbahnhof anschließen sind ja sogar von Parkschützer Hanselmeier bestätigt. Aber nochmal im Einselnen für den Badener zum Nachzählen: Fildertunnel: 1 Gleis in Richtung und ein Gleis aus Richtung Bahnhof. Ebenso Tunnel Ri Obertürkheim, Ebenso Tunnel in Richtung Bad-Cannstatt, Ebenso Tunnel in Richtung Feuerbach, macht in Württemberg zusammen 8.
    und zum @Reinhard, die Eisenbahnrevue habe ich aufgeschlagen vor mir liege. Zunächst mal fällt mir auf, dass der Autor bisher noch nicht wirklich als Bahnexperte auf sich aufmerksam gemacht hat. Im Artikel heißt es z.B. S21 läge bei der erbrachten Leistung um etwa den Faktor 3 über den … Bahnhöfen Kassel-Wilhelmshöh und Frankfurt-Flughafen. Ich glaube kaum, dass man bestreiten kann, dass diese beiden Bahnhöfe den Faktor 3 locker abkönnten. Aber selbst bei dieser Banalrechnung hat sich der Autor noch vertan: Der Bf. Kassel-Whh wickelt zur Spitzenstunde 18 Züge ab. Dies sind also 3 Züge pro Gleis und Stunde der Faktor 3 den S21 demgegenüber abwickeln müsste ist also nur aus den Fingern gesogen.
    Der Autor hat sich auch noch mit Japan befasst, wo er feststellt, dass die Leistungsfähigkeit von S21 locker erreicht wird. Übrigens habe ich gestern mit Herrn Bodack gesprochen, auch der hält diese Leistungsfähigkeit für möglich, allerdings unter der Voraussetzung das homogenes Zugmaterial eingesetzt wird. Tut man dies aber, so sind auch 30 Züge pro Stunde und Gleis möglich (siehe S-Bahnhöfe in Stuttgart)

  9. Herr Prof. Bodack, wenn ich bitten darf.

    Du sprichst, als sei homogenes Zugmaterial ja kein Problem – dann schau Dir mal an, was so unterwegs ist auf Deutschlands Schienen. Wollen wir nun Bahnhoefe bauen, die nur funktionieren, wenn man nur noch ein und die gleiche Baureihe nutzt?!


  10. Bahnfahrer
    01.06.11 um 20:37

    @QQ: nein Du darfst nicht bitten, Wenn Herr Bodack mit Herr Prof. angesprochen werden will kann er mir das sicher selbst sagen. Du nimmst Dir ja auch das Recht raus mich zu Duzen.

    Mir ist sehr wohl bekannt, was an Zugmaterial in Deutschland herumfährt. Mir ist aber auch bekannt, was im dern Region so rumfährt. Das sind im großen und ganzen 5 Typen, von denen eine (die kleinen Dieseltriebwagen, gar nicht nach Stuttgart fährt, und eine, die Dieselneigetechnikwagen, nicht mehr nach Stuttgart fahren dürfen (und eigentlich als Dieslzüge im Ballungszentrum ohnehin nix verloren haben. Dann gibt es noch 3 relevante Arten von Fernverkehrszügen. Die ICs werden ja bis zur Eröffnung vom ICx ersetzt sein. So schlimm ist es also gar nicht, ist aber auch egal, wir wollen ja gar keine 30 Züge pro Bahnsteig fahren lassen, sonder nur 6,1 und das auch nur in der Spitzenstunde… Glaub mir, das geht.

  11. Die Stuttgarter wollen kein Tunnel, werden aber einen bekommen (ich mag die Vorstellung im Tunnel in Stuttgart anzukommen nicht, meist ist ja eine solche Stadt eh das Ziel der Reise und nicht Durchreisestadt wie Kassel-Wh. oder Fulda, Erfurt,Jena uswusf., und die Gelder, die dafür aufgebracht werden sind mir einfach zu schwindelerregend hoch, bei meiner Sichtweise hier zu teuer.), die Berliner wollen einen Tunnel und bekommen ihn nicht. Hier speziel auf der Dresdener Bahn Zwischen Südkreuz und Blankenfelde(TF) im Bereich Lichtenrade. Und der Berliner Tunnel hätte nur den Märkischen Sand und keine kritischen Gebirge. Da wären die Gelder besser angelegt, bessere Anbindung zum SFX(oder neu BBI) und halt alles Richtung Dresden.

    mehr zu den Berlinern: http://www.dresdner-bahn.de

  12. Als nicht BW-ler kann ich nur den Kopf schütteln über diese Grabenkämpfe…
    Mal hinsehen, wenn S 21 gebaut wird, so darf man davon ausgehen, dass das Geld nicht reicht. Dazu bedarf es wenig, man muss nur mal vergangene Projekte sich ansehen.
    Danach ist die Kasse lange leer, um wirklich wichtige Dinge anzupacken, z.B. Rheintalstrecke…
    Und deswegen werden noch lange viele LKW gebraucht, um die mutwillig und vorsätzlich kastrierte Bahn zu ersetzen.
    Ist das so schwer zu erkennen?
    Mal hinsehen….

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