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NordWestBahn und eurobahn gewinnen OWL-Dieselnetz

10.06.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Wie der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) bekannt gegeben hat, konnten sich die Unternehmen NordWestBahn (NWB) und eurobahn (ERB) bei jeweils einem Teillos in der Ausschreibung des OWL-Dieselnetz durchsetzen. DB Regio hingegen musste auf zwei grenzüberschreitenden Linien nach Niedersachsen Verluste hinnehmen. In der Ausschreibung konnte die eurobahn das Los Nord für sich gewinnen und die NordWestBahn das Los Süd. Die Betriebsaufnahme ist im Dezember 2013.

Mit der Betriebsaufnahme zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 erwarten die Fahrgäste einige Neuerungen. Die Linie RB 73 aus Rahden wendet zukünftig nicht mehr in Bielefeld auf die Linie RB 71 nach Lemgo, sondern fährt direkt weiter als RB 67 nach Münster. Durch die neue Linienverknüpfung soll die Fahrplanstabilität erhöht und die Pünktlichkeit verbessert werden. Mit Abschluss der Bauarbeiten auf der Sennebahn kann die RB 74 zwischen Bielefeld und Paderborn in der Hauptverkehrszeit auf einen Halbstundentakt verdichtet werden.

Die Linie RB 85 zwischen Ottbergen und Göttingen wird mit der Betriebsaufnahme auf einen Stundentakt verdichtet. Mit Fertigstellung der Flügelbeifahranlage im Bahnhof Ottbergen können die Züge aus Göttingen mit der Linie RB 84 aus Kreiensen geflügelt werden, sodass den Fahrgästen eine durchgehende und umsteigefreie Verbindung Göttingen – Paderborn angeboten werden kann. Die Linie RB 84 wird über ihren jetzigen Endpunkt Holzminden weiter nach Kreiensen verlängert.

Die Linie RE 82 wird zukünftig nur noch zwischen Detmold und Bielefeld angeboten. Der Abschnitt nach Altenbeken entfällt aufgrund der ungewissen Zukunft des Fernverkehrs auf der Mitteldeutschlandverbindung. Je nach Bedarf können aber nach 2013 Fahrten nach Altenbeken bestellt werden.

Bereits im Jahr 2000 nahm die eurobahn den Betrieb auf den Linien RB 71 und RB 73 auf. Im Dezember 2003 folgte dann die NordWestBahn auf den Linien RB 67, RB 74, RB 75, RE 82 und RB 84. Beide Unternehmen überzeugten von Anfang an mit ihren modernen Fahrzeugen die auf den dieselbetriebenen Strecken zum Einsatz kommen. Die Fahrgastzahlen konnten auf den Linien seit dem Betriebsstart massiv gesteigert werden.

Das OWL-Dieselnetz hat der NWL zusammen mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) ausgeschrieben. In dem Vergabenetz sind folgende Linien enthalten:

Los Nord, ERB, Dez. 2013 – Dez. 2025, 2,2 Mio. Zkm.
RE 82 Bielefeld – Oerlinghausen – Lage – Detmold
RB 67 Bielefeld – Warendorf – Rheda-Wiedenbrück – Münster
RB 71 Bielefeld – Herford – Bünde – Rahden
RB 73 Bielefeld – Oerlinghausen – Lage – Lemgo-Lüttfeld

Los Süd, NWB, Dez. 2013 – Dez. 2025, 3,3 Mio. Zkm.
RB 74 Bielefeld – Schloß Holte – Paderborn
RB 75 Bielefeld – Halle – Osnabrück
RB 84 Paderborn – Ottbergen – Holzminden – Kreiensen
RB 85 Ottbergen – Bodenfelde – Göttingen

10 Responses


  1. Geplagter Fahrgast
    10.06.11 um 21:00

    Besonders erfreulich ist dass der DB eine weitere Linie entzogen wird.

  2. Das ist wohl wahr, auch gut, das die Züge von Paderborn jetzt bis Kreiensen fahren.

    Allerdings befürchte ich, dass die Vergabe des Warendorfer (RB67) und des Leineweber (RE82) an die EuroBahn ein Komfortrückschritt sein wird, die NWB Züge sind um einiges komfortabler als die der eurobahn.


  3. Woody Woodpecker
    11.06.11 um 11:24

    im Großen und Ganzen muss man sagen: Es ist sehr positiv zu bewerten, dass es im SPNV Ostwestfalen-Lippe, immer wieder Verbesserungen vorgenommen werden. Vorallem die Verlängerung der RB84 nach Kreiensen sehe ich sehr positiv entgegen.

  4. Wie ist es dann mit der RB84? Jetzt geht es im Stundentakt von Holzminden nach Paderborn und zurück. Von Holzminden nach Kreiensen oder in den Harz im 2-Stunden-Takt mit einzelnen Zügen zur Verstärkung dazwischen.
    Bleibt der Takt ab 2013 so, dass also von Paderborn kommend nicht jeder Zug über Holzminden hinaus bis Kreiensen fährt?

    Und wie kommt man dann von Holzminden nach Braunschweig? Früher traditionell durchgehend, jetzt muss man in Seesen umsteigen. Wenn die DB Regio nicht auch Änderungen vornimmt, müsste man dann in Kreiensen und in Seesen umsteigen. Zuletzt bei der Direktverbindung mal in 90 Minuten erreichbar, würde die Reise nach BS dann wahrscheinlich 130-150 Minuten dauern. Damit wäre diese Verbindung (und die weitergehende nach Berlin) dann ziemlich unattraktiv.

  5. Ob das erfreulich ist, weiß ich nicht. Veolia ist ein Mischkonzern, der nicht unbedingt das Bürgerwohl im Auge hat.
    http://rutube.ru/tracks/4062057.html?v=1533aa227061e658cf9d6a9d398d9c3d
    Ist es nicht viel mehr die Unfähigkeit unserer Politik, eine gute öffentliche Bahn für alle zu schaffen? Die DB ist ja keine Bürgerbahn, sondern eine von unserem Steuergeld bezahlte Black- Box. Aber da das wichtigste an einem attraktiven Schienenverkehr ein guter Gesamtplan ist, ist hier eigentlich Wettbewerb nicht zwingend. Wer weiß, wie der Veolia- Verkehrskonzern arbeiten würde, hätten die erst mal die DB aus dem Markt gedrängt? Ich bin für die Bürgerbahn, die es weder durch Veolia gibt, noch in der Gestalt der heutigen DB- AG.

  6. Eine kundenfreundliche Bürgerbahn wird hier in Deutschland eh nicht etablieren. Da sammeln sich dann genau wie bei den kommunalen Busunternehmen etliche Feierabendpolitiker in den Gremien, die den Wasserkopf aufblähen und letztendlich das Unternehmen vor die Wand fahren, dann ist es mit kundenfreundlichen Bürgerbahn vorbei.

    Da Lob ich mir doch die Aufgabenträgerschaft und den Ausschreibungswettbewerb. Wenn so ein Unternehmen wie die Nordwestbahn, die übrigens zu 30% in kommunaler Hand ist, die Fahrgastzahlen auf dem Vergabenetz in weniger als 8 Jahren mehr als verdoppelt und sonst auch eine gute Leistung abliefert soll das Unternehmen doch auch einen Gewinn einfahren dürfen. Besser als so eine Bürgerbahn die sich kaputtverwaltet und die ganzen Fahrgäste wegeckelt.

    Nur durch den Ausschreibungswettbewerb kann man knallharte Qualitätsvorgaben in den Verkehrsverträgen festzurren und diese zum günstigsten Preis umsetzen lassen.

  7. Ich denke nicht an eine Bürgerbahn, sondern an viele Bürgerbahnen, die regional den Schienenverkehr organisieren, aber öffentlich und zu 100% transparent sind. So ist deren Wirtschaften vergleichbar und man kann voneinander lernen.
    Das Grundangebot im Schienenverkehr wird bei allen Bahnen von der Physik bestimmt, von der möglichen Reisegeschwindigkeit, der Entfernung und den gewünschten Verknüpfungspunkten. Das erfordert sehr gute Planung.
    Echten Wettbewerb gibt es auf der Schiene fast nicht, außer im Ganzzug- Güterverkehr. Im ÖPNV sind es doch de Fakto nur Monopole auf Zeit. Und echten Wettbewerb gibt es mit dem PKW, LKW und künftig wohl auch mit dem Fernbus. Letzterer muss keine Bahnhöfe, Strecken und Wartesäle unterhalten und kann mit wenig Kapitalaufwand Reiserouten bedienen.
    Da es anders zur Zeit nicht möglich ist, freue ich mich auch über die Verbesserungen und die Herausforderung an die träge DB- AG besser zu werden.
    Aber das klappt auch nur solange, wie es genug Wettbewerber gibt.
    Für die Menschen ist das aber nicht schön. Wer seinen Beruf als Triebfahrzeugführer beginnt und von 21 bis 67 Arbeiten soll, der bekommt für seine 46 Jahre Arbeitszeit 3 bis 4 Ausschreibungen mit ohne Garantie, von einem neuen Betreiber übernommen zu werden. Und ich denke es geht auch menschlicher, wie wir unsere Bahn organisieren:
    100% öffentlich (Gemeinwohlprinzip)
    100% transparent (Kontrollprinzip der Demokratie, Solidaritätsprinzip)
    ÖPNV regional organisieren (Subsidiaritätsprinzip)
    Viele der Wettbewerber der DB sind mittlerweile keine echten Privatbahnen mehr und sind Tochterunternehmen einer europäischen Staatsbahn oder gar ein Tochterunternehmen der DB (Usedomer Bäderbahn, Euregiobahn Aachen….).
    Auch die Bodensee- Oberschwaben- Bahn, die Rurtalbahn, die SWEG zwischen Meckesheim und Aglasterhausen sind als öffentliches Unternehmen in den Erfolg gestartet. Die Privatbahnen tun nichts anderes, als deren Konzepte zu kopieren.
    Reine Marktideologen mögen die Bahn deshalb nicht, weil deren Prinzipien hier nicht greifen und die Bahn innerhalb des Wirtschaftssystems ihre Sonderheiten hat mit einem Monopol bei den Schienentrassen und einen Quasi- Monopol beim Zugverkehr. Laut den Vätern der sozialen Marktwirtschaft gehören Monopole unter starke öffentliche Kontrolle oder sollten sogar der öffentlichen Hand gehören. Die Bahn ist in diesem Sinne nicht Teil des Wettbewerbs zwischen Unternehmen, sondern Grundlage des Wettbewerbs, den diese durch Beförderung der Pendler und Transport der Waren erst ermöglicht. Aufgrund der Notwendigkeit, neben der Atomenergie auch aus dem Erdöl auszusteigen, hat die Bahn für die Gesamtwirtschaft eine zentrale Bedeutung, was noch die Regionen zu spüren kriegen werden, die es nicht geschafft haben, ihren Gleisanschluss zu retten oder dessen Zerstörung bewusst betrieben haben (z.B. CDU und FDP im Oberbergischen- und Rheinisch- Bergischen Kreis und im NRW- Landtag). http://www.peakoil.de

  8. Da kann ich nur hoffen, dass die kundenunfreundliche „DB Station&Service AG“ in Bielefeld auch Ihre Daseinsberechtigung verliert!

  9. @Geplagter Fahrgast,

    leider sprühen Ihre Beiträge nur Gift gegen die DB-AG und sind derart einseitig und voller Hass, das diese m.E. des Lesens nicht wert sind.

  10. Sehe ich auch so… Inwieweit die piependen Eurobahnzüge mit ihrem nervigen Interieur und den ständigen nutzlosen Durchsagen eine Verbesserung darstellen sollen, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Ich hatte und habe – obschon ich viel pendle! – keine Probleme mit der DB, ganz im Gegenteil. Und das anständiger Unternehmen ist sie allemal (und: ja, ich habe Vergleichswerte!)

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