Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

NASA kündigt Ausschreibung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netz II an

15.06.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die alten Doppelstockwagen aus Reichsbahnproduktion sollen abgelöst werdenIm europäischen Amtsblatt hat die Nahverkehrsservicegesellschaft Sachsen-Anhalt (NASA) eine Vorinformation zur Ausschreibung des Mitteldeutschen S-Bahn Netz II veröffentlicht. In dem Netz sind elektrische betriebene Nahverkehrsleistungen in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg enthalten. Mit der Betriebsaufnahme im Dezember 2015 soll das in der Ausschreibung führende Verkehrsunternehmen den Betrieb der 5,1 bis 5,6 Millionen Zugkilometer pro Jahr für 15 Jahre übernehmen.

Bisher betreibt die DB Regio den überwiegenden Teil der Leistungen, nur die Linie zwischen Halle und Eilenburg wird zum Teil von der Mitteldeutschen Regiobahn betrieben. Diese Linie wird auch nur optional ausgeschrieben, da die Fahrgastzahlen seit Jahren auf einem niedrigen Niveau liegen.

Die Linie S 2 Bitterfeld – Leipzig – Gaschwitz die bereits ab Dezember 2013 im Rahmen der Ausschreibung des Mitteldeutschen S-Bahn Netz I an DB Regio vergeben wurde, wird im Rahmen dieser Ausschreibung ab Dezember 2015 wieder neu vergeben, dann allerdings verlängert bis Dessau und Lutherstadt Wittenberg. Alle anderen Leistungen gehen zum ersten Mal in den Ausschreibungswettbewerb.

Mitteldeutsches S-Bahn-Netz II, Dez 15 – Dez 30, 5,1 – 5,6 Mio. Zkm. pro Jahr

  • RE Magdeburg – Dessau – Leipzig
  • RB Magdeburg – Zerbst – Lutherstadt Wittenberg
  • RB Magdeburg – Dessau
  • RB Dessau – Lutherstadt Wittenberg – Falkenberg
  • S 2 Dessau – Bitterfeld – Leipzig – Gaschwitz
  • S 2 (Jüterbog -) Lutherstadt Wittenberg – Bitterfeld – Leipzig – Gaschwitz
  • RB (Jüterbog -) Lutherstadt Wittenberg – Bitterfeld – Halle
  • RB Dessau – Bitterfeld – Halle
  • RB Halle – Delitzsch – Eilenburg (Option)

Bild: Sven Stei?nke

[ad#Bigsize-Artikel]

9 Responses


  1. Geplagter Fahrgast
    15.06.11 um 21:06

    Sehr gut! Wollen wir hoffen, dass der DB auch hier möglichst viele Linien entzogen werden!

  2. Sehr gut! Wollen wir hoffen, dass der DB auch hier möglichst viele Linien entzogen werden!

    Sie scheinen ja Flickenteppich und heilloses Durcheinander von hunderten Eisenbahngesellschaften wirklich zu wollen. Ziehen Sie doch nach England, da gibt’s keine Staatsbahn mehr. Die Engländer sind aber weniger damit zufrieden.

    Die Linie S 2 Bitterfeld – Leipzig – Gaschwitz die bereits ab Dezember 2013 im Rahmen der Ausschreibung des Mitteldeutschen S-Bahn Netz I an DB Regio vergeben wurde, wird im Rahmen dieser Ausschreibung ab Dezember 2015 wieder neu vergeben, dann allerdings verlängert bis Dessau und Lutherstadt Wittenberg.

    Was für ein Unsinn! Vertragslaufzeit für die S2: 2 Jahre. Was macht dann die Bahn mit den Talent-2-Zügen für diese Linie?

  3. Wir leben aber in Deutschland und das englische Bahnwesen ist mit dem Deutschen nicht vergleichbar. Der Wettbewerb im Nahverkehr hat viel mehr Erfolg als es ein Behördensumpf voller nicht arbeitender Beamten ohne Defizitvermeidungs- und Wachstumsbestreben jemals haben würden. Was ist mit anderen Ländern mit guten Wettbewerbserfahrungen wie Schweden oder den Niederlanden, dort hört man nichts schlechtes über die Ausschreibungen. Aber auch die Schweiz hat gute Erfahrungen mit Ausschreibungen im Busverkehr gemacht, deshalb wird mit der Bahnreform 2.2 jetzt auch der Weg für Ausschreibungen im Schweizer Schienenpersonennahverkehr geebnet.


  4. trainguide
    15.06.11 um 22:28

    @Felix

    Soweit die DB die Ausschreibungen mit Nettoverträgen gewinnen kann, liegt das meistens an ihrem Vorteil, das Erlösrisiko besser wie andere einschätzen zu können. Zudem hat sie ein besseres Rating wie andere EVU und damit ist es ihr einfacher, Fahrzeuge günstig zu finanzieren. Dennoch plagt die DB AG eine Last. Das ist ihr im Verhältnis zu anderen EVU zu hoher Kostenanteil für den Overhead. Denn dafür muss man im Gegenzug woanders sparen. Also spart man bei den Fahrzeugen und schafft solche an, die zwar den formalen Kriterien entsprechen, aber wie beim Talent 2 zu viele Mängel aufweisen. Wer will so ein EVU auf Dauer als Fahrgast haben ?


  5. Beamtenhasser
    15.06.11 um 22:32

    Was für ein Unsinn! Vertragslaufzeit für die S2: 2 Jahre. Was macht dann die Bahn mit den Talent-2-Zügen für diese Linie?

    Dann bewirbt sie sich einfach auf einer anderen Linie, wo Gebrauchtfahrzeuge zugelassen sind oder stockt die Kapazitäten und die Reserve auf den anderen Linien auf.


  6. Matthes Weiss
    16.06.11 um 08:28

    oder stockt die Kapazitäten und die Reserve auf den anderen Linien auf

    Dann würden aber doch Grundgedanken bzw. Verantwortlichkeiten der Wettbewerbsvergabe ausgehöhlt.

    Die erforderlichen Kapazitäten müssen sowieso kalkuliert und vorgehalten sein. Für die Beförderungskapazitäten ist der Aufgabenträger verantwortlich. Und die Reservekapazität muß bei einem Angebot, auf das ein Zuschlag erteilt wird, auch jetzt schon ausreichen.
    Eine nachträgliche Steigerung „nur, weil noch Fahrzeuge da sind“ wäre – leicht überspitzt formuliert – „unwirtschaftlicher Luxus“. Warum sollte ein Aufgabenträger der DB dafür Geld bezahlen – und warum sollte die DB einem Aufgabenträger unentgeltlich diese Leistung erbringen?

  7. @ Kunde:

    Die Länder, in denen es schlechte Erfahrungen mit dem Wettbewerb gibt, sind nicht vergleichbar, die Länder mit guten Erfahrungen aber schon? So einfach ist das nicht.

    Auch wenn es Unterschiede zwischen dem englischen und deutschen Modell gibt, treten viele der englischen Probleme auch in Deutschland vergleichbar auf: die überbordende Vergabebürokratie, die Trennung von Netz und Betrieb und der vielzitierte Flickenteppich, also ein völlig chaotisches und unkoordiniertes Verkehrssystem. In Deutschland hilft massive Regulierung von Tarifen und Fahrgastinformation durch Verkehrsverbünde zwar teilweise dagegen, aber wo den Privaten noch Freiräume gelassen werden, offenbart sich wieder das Chaos: Beispielsweise findet man nur selten in Kundenmagazinen Infos zu Bauarbeiten der „Konkurrenz“.

    Was man aber wirklich nicht vergleichen kann, sind unreformierte Beamtenbahnen und moderne Kommunal- bzw. Staatsdienstleister. Es wird dennoch imer wieder allgemein unterstellt, dass die Mitarbeiter von staatlichen Unternehmen immer noch alles „nicht arbeitende Beamten“ sind.

    Selbstverständlich ist das aktuelle deutsche Modell des Ausschreibungswettbewerbs ein Fortschritt gegenüber einem Behördenbetrieb aus den achtziger Jahren, aber das taugt nicht als Argument dafür, dass Wettbewerb das einzige vernünftige Vergabemodell im ÖPNV ist. Denn dass auch Kommunalunternehmen in dieser Zeit Fortschritte gemacht haben und die scheinbaren Erfolge des Wettbewerbs fast vollständig auf eine detaillierten politischen Regulierung zurückzuführen sind, wird dabei immer gerne unterschlagen.


  8. Kommentator
    23.06.11 um 18:32

    Der Wettbewerb im Nahverkehr hat viel mehr Erfolg als es ein Behördensumpf voller nicht arbeitender Beamten ohne Defizitvermeidungs- und Wachstumsbestreben jemals haben würden.

    –> Nur, dass die Privatbahnen teilweise diese dumpfen Trottel übernehmen müsen – und erst recht, wenn die GDL es schafft, Regelungen zum Betreiberwechsel zu erzwingen. Wer braucht diese unmotivierten, ignoranten Mitarbeiter, die kein Gefühl für Service haben und denen es egal ist, ob Sie Schrott oder Fahrgäste fahren. Falls einige Mitarbeiter hierin einen Unterschied machen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.