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Über 40.000 Menschen demonstrieren gegen Stuttgart 21

29.01.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Unter dem Motto Widerstand Plus versammelten sich heute über 40.000 Menschen in der Stuttgarter Innenstadt, um gegen Stuttgart 21 und den Erhalt ihres Schlossgartens samt Sackbahnhof zu demonstrieren. Die Polizei will 13.000 Teilnehmer gezählt haben. Mit dem Spruch „Wahltag ist Zahltag“ wiesen sie darauf hin, dass es nur noch acht Wochen sind, bis im Ländle am 27. März gewählt wird.

Besonders auffällig war ein als Wasserwerfer aufgemachter Leichttransporter, der auf dem Demozug gefahren wurde. Darauf waren Pappkameraden mit dem Antlitz von Ministerpräsident Mappus und Oberbürgermeister Schuster zu sehen. Bis zu den Landtagswahlen sind zwei weitere Großveranstaltungen vorgesehen: Am 19. Februar und am 19. März.

12 Responses


  1. Nordausgang
    29.01.11 um 20:23

    Korrektur: Der Wasserwerfer ist echt, zwar etwas antiquarisch und mit verplombtem Tank – aber echt!


  2. Bahnfahrer
    29.01.11 um 20:34

    Die Teilnehmerzahl lässt sich leicht nachprüfen. Einfach mal mit den 50.000 vergleichen, die bei der Fussball WM auf dem Schlossplatz waren und man wird leicht feststellen: die Polizei zählt besser :-)

  3. Einfach mal vergleichen, wo die Leute bei der WM (dicht gedraengt auf dem Schlossplatz um die Bildschirme zu sehen) und wo die Leute bei der Demo waren und man weiss, dass der Vergleich hinfaellig ist.

  4. Pingback: Über 40.000 Menschen demonstrieren gegen Stuttgart 21 … | INFOS FINDEN BEI MY-TAG.DE


  5. Niklas Luerßen
    30.01.11 um 02:24

    Wenn man bedenkt, daß die Leute immer noch vom Hauptbahnhof geströmt sind, als die Frontleute des Demozugs bereits wieder dort ankamen, kommt man schnell zum Schluß, daß es nie und nimmer nur 13000 gewesen sein konnten.


  6. Stefan Hennigfeld
    30.01.11 um 10:38

    Natürlich nicht. Die Polizei zählt politisch und das ist immer schon so gewesen.

  7. @Bahnfahrer:

    Ich war auf’m Schlossplatz bei der WM und ich habe den Demozug gesehen in der kompletten Länge! Wenn man die Länge des Demozuges/1,5 mit 10 Menschen multipliziert, sind die Zahlen der Polizei einfach lächerlich. Die Tickerzähler der Gegner sind da wesentlich genauer…
    Also einfach mal genauer hinschauen, und kein Bauchgefühl sprechen lassen.
    Eventmanager lachen sich ja auch schon kaputt über die Zahlen der Polizei…

  8. In glaube, dass die Demo-Veranstalter politisch zählen, um ihren Einfluss so groß wie möglich erscheinen zu lassen. Gleichzeitig haben die Zahlen der Polizei einen amtlichen Charakter: Sie werden in offiziellen Polizeiberichten aufgeführt, die ein hoher Polizeibeamter unterschreibt. Die oder der wird wenig Interesse daran haben, bewusst falsche Zahlen anzugeben und damit eine Abmahnung zu riskieren. Auch ein vermeintlicher Druck von Vorgesetzten, die Zahlen möglichst gering zu halten, muss relativiert werden: Jeder weiß, dass in wenigen Monaten der neue Innenminister z.B. von den Grünen sein kann: Jeder hohe Polizeibeamte wird zusehen, dass er es sich durch jetzige Aktionen nicht mit den neuen Dienstherren verscherzt. Solche Ängste haben die Demonstranten nicht. Mir sind die Polizeiangaben deutlich glaubwürdiger!


  9. Stefan Hennigfeld
    30.01.11 um 14:24

    Es gab ja auch Leute, die Karl-Eduard von Schnitzler im Oktober ´89 noch für glaubwürdig gehalten haben …

  10. Die Polizei von BW mit Sudel-Ede zu vergleichen ist unangemessen.


  11. Stefan Hennigfeld
    30.01.11 um 18:05

    Du hast recht.

    Ich möchte mich bei Herrn von Schnitzler entschuldigen.


  12. Niklas Luerßen
    30.01.11 um 21:54

    Ich hab schon von mehreren unabhängigen Personen (und zwar nicht von Seiten der Gegner) gehört, daß es ungefähr so ablaufe:
    Der Polizeiführer vor Ort schätzt die Zahlen ein und dann gehen diese Zahlen zur Bewertung an das Innenministerium. Dieses schickt dann die zu veröffentlichenden Zahlen an die Polizei zurück und diese werden dann veröffentlicht. Im Innenministerium werden die Zahlen nämlich je nach politischer Opportunität festgelegt.

    Ich hatte das selbst mal erlebt bei einer Demo einer Gewerkschaft. Da waren die Zahlen klar gewesen, da alle Busse gezählt und auch die Teilnehmerlisten im Bus klar waren. Die Polizei kam anschließend auf rund die Hälfte.

    Vielleicht auch mal das hier lesen: http://www.sueddeutsche.de/politik/teilnehmerzahlen-bei-demonstrationen-daumen-hoch-zwei-1.1038131

    Nur zur Relativierung: Ich glaube auch nicht uneingeschränkt den Zahlen der Veranstalter, aber diese sind deutlichst näher dran als die der Polizei – vor allem wenn man die Örtlichkeit des Demozugs mal von oben betrachtet (z.B. mit Google Earth) und dann für die „Bodenbetrachtung“ beliebige Youtube-Videos auswertet, wo man sehen kann, wie dicht oder weit entfernt jeder einzelne gelaufen ist.

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