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HVV bereitet Alkoholverbot vor

23.01.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Im ÖPNV an der Waterkant wird Alkohol demnächst verboten seinDie im HVV vertretenen Verkehrsunternehmen haben sich auf einer Sondersitzung des Verbundbeirates darauf geeinigt, ein generelles Alkoholkonsumverbot in den HVV-Verkehrsmitteln einzuführen. Es wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Verkehrsverbund und Verkehrsunternehmen eingerichtet, um ein Konzept für eine praxisnahe Umsetzung möglichst schnell auszuarbeiten.

Dort wird eine ganze Reihe von Punkten zu klären sein. Es wird z.B. um die Frage gehen, ob es im schleswig-holsteinischen SPNV Ausnahmeregelungen geben soll oder nicht. Darüber hinaus müssen einheitliche Handlungsbedarf durch Durchsetzung des Verbots formuliert werden, ebenso wie die Vertragsstrafe, die für eine Zuwiderhandlung zu zahlen sein wird. Dazu kommt der Personaleinsatz, insbesondere in den Wochenendnächten.

Neben den Fragen zur Ausgestaltung des Verbots wird die Arbeitsgruppe einen Zeitplan für die Einführung erarbeiten. In diesem Zusammenhang muss auch eine Kampagne zur Information und Aufklärung der Fahrgäste vorbereitet werden. Die Sondersitzung des HVV-Beirats wurde einberufen, nachdem die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt den HVV beauftragt hatte, mit den Verkehrsunternehmen Gespräche über die Einführung eines Alkoholkonsumverbots aufzunehmen.

Bild: Gemeinfrei

5 Responses


  1. Georg Washuber
    23.01.11 um 19:04

    Das Alkoholkonsumverbot ist sicher ein erster kleiner Schritt und besser als gar nichts. Kurzfristig muss aber als nächster Schritt die Promillegrenze für Fahrgäste folgen. Bei der Fahrscheinkontrolle wird dann gleichzeitig der Atemalkohol der Fahrgäste gemessen, und bei Überschreitung eines Grenzwertes von 0,3 Promille (mein Vorschlag) wird der Fahrgast aus dem Verkehrsmittel entfernt.


  2. Chrischan
    23.01.11 um 22:25

    Ich befürworte das! Viele können ihren Konsum nicht in den ÖPNV einstellen und verschütten öfter ihr Getränk. Es zeugt wirklich nicht von Klasse, sich im ÖPNV zu betrinken und die anderen Fahrgäste vielleicht noch anzupöbeln. Die Metronom Gesellschaft hat damit jetzt ein Jahr gute Erfahrungen damit gemacht. Es spart den anderen Gästen Geld, weil die Züge seltener gereinigt werden müssen.

  3. @Georg: Wie soll die Alkoholkontrolle denn praktisch realisierbar sein? Jeder soll einmal pusten? Dauert viel zu lange, und sowieso, wie darf man sich denn dann bitte noch fortbewegen, wenn man Alkohol getrunken hat? Laufen oder teuer mit dem Taxi? Dann kann man den Alkohol gleich verbieten.

    @Chrischan: Ich bezweifle es sehr star, dass der HVV die Einsparungen durch weniger Reinigungen an die Kunden weitergibt.


  4. Jürgen E.
    27.01.11 um 20:08

    @ Georg Washuber

    Ironisch würde ich sagen, vollkommen richtig, sollen die Besoffenen doch mit dem Auto fahren ;)

    Aber ernsthaft, normalerweise sollte es kein Problem darstellen, auf der Rückfahrt von der Arbeit in der S-Bahn ein Fläschchen Bier zu trinken. Doch leider gibt es eine große Anzahl von Fahrgästen, die schon angetrunken auf dem Bahnhof erscheinen und meinen, im Zug weitersaufen zu müssen. Diese Klientel ist meist aber durch den Alkohol-„Genuss“ – vorsichtig ausgedrückt – nicht immer im Besitz der geistigen Zurechnungsfähigkeit.

    Daher ist ein Alkoholkonsumverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln absolut gerechtfertigt. Darüber hinaus muss durch Alkoholmissbrauch „hilflosen Personen“ ohnehin die Mitfahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln verweigert werden. Zum einen zum Schutz des Betriebes und zum anderen zum Schutz der hilflosen Person. Die sind dann ein Fall für Polizei und Rettungsdienste.

  5. Ich finde das verbot übertrieben. Der Alkohol wird dann einfach in Saftflaschen umgefüllt und dann haben wir bald ein generelles Trinkverbot in den öffentlichen Verkehrsmitteln? Der Vorschlag das Betrunkene, die sich daneben benehmen 15€ zahlen, finde ich ok. macht es außerdem einen Unterschied, ob ich betrunken in die Bahn komme oder mich in der Bahn betrinke? in beiden Fällen bin ich betrunken. Aber wenn man in der Bahn trinkt, dann ist man ja noch nicht ganz so voll, als wenn man betrunken hineinkommt.

    Wer fährt denn bitte ohne ein Bier in der Hand zum Kiez oder zurück? Oder zum Public Viewing etc. Der Kioskbesitzer an den Haltestellen wird auch weniger verkaufen. Ich persönlich fühle mich nicht durch betrunkene bedroht, sondern eher durch jene, die keine Träume und Hoffnung mehr im Leben haben. Denn diese Menschen sind es, die oftmals gewaltbereit sind, da sie nichts zu verlieren haben. Ich finde, dass dieses Thema durch einen Volksentscheid entschieden werden müsste.

    Oder man hat „Trinker-Abteile“ in jedem Zug.

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