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VVO: Bahnverkehr für 2011 zunächst gesichert

23.01.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Der Landtag hat den Doppelhaushalt des Freistaates Sachsen für die Jahre 2011 und 2012 am 17. Dezember 2010 verabschedet. Dadurch erhielt auch der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) die Möglichkeit, seine Finanzierung und auch die Verkehrsleistungen für die Jahre 2011 und 2012 zu planen. Es fehlen in etwa 6,7 Millionen Euro im laufenden Jahr.

Ursprünglich sollte das Budget sogar um bis zu 8,4 Millionen Euro sinken. Ein Teil davon kann durch das neue Stationspreissystem eingespart werden. Insbesondere an den viel genutzten Bahnhöfen Dresden Hbf und Dresden-Neustadt kann der VVO erhebliche Summen sparen. Dazu Geschäftsführer Burkhard Ehlen: „Diese kurzfristig mitgeteilte und ungeplante Entlastung ermöglicht eine deutliche Abmilderung der geplanten Sparmaßnahmen für 2011.“

Im Interesse eines einheitlichen Fahrpreises zahlt der Zweckverband seinen 13 Partnerverkehrsunternehmen jährlich 7,5 Millionen Euro als Ausgleichzahlung. Diese dient insbesondere der Anwendung des einheitlichen Verbundtarifs. Seit Bestehen des VVO 1998 ist es so, dass alle Partnerverkehrsunternehmen diese Zahlungen erhalten. Im Interesse eines attraktiven Nahverkehrs ist es wichtig, diese Verbundfinanzierung aufrecht zu halten.

Nach ersten Planungen des vergangenen Jahres war aus diesem Grund eine außerplanmäßige Tarifanpassung im April vorgesehen. „Um eine befürchtete Abwanderung auf das Auto zu verhindern, war es uns wichtig, diese außerordentliche Tariferhöhung zu verhindern“, sagte der Zweckverbandsvorsitzende Arndt Steinbach.

Durch Einsparungen bei Streckenausschreibungen konnte der VVO Gelder für Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen umschichten. Diese als Investitionsmittel vorgesehenen Finanzmittel kommen nun wieder dem Betrieb zugute. Die Investitionen im VVO-Gebiet werden in etwa halbiert.

Aber schon 2012 droht das nächste Ungemacht. Dann kürzt der Freistaat Sachsen das Budget um weitere drei Millionen Euro. Der VVO muss daher sein Leistungsangebot weiter überprüfen. Dies betrifft insbesondere die Strecken Nossen – Meißen und Sebnitz – Bad Schandau. Beide Strecken haben eine durchschnittliche Besetzung von lediglich 13 Fahrgästen pro Zug bei einem Zuschussbedarf von 2,8 Millionen Euro jährlich.

„Dass es in 2011 nicht zu den im vergangenen Jahr beschlossenen Einschränkungen kommt, liegt nicht an versteckten Effizienzen, sondern an dem glücklichen Umstand verminderter Stationspreise“, wie Arndt Steinbach noch einmal betont. „Mein Ziel ist die Aufrechterhaltung der Strecken nach Nossen und Sebnitz in 2011 und 2012, selbst wenn Dresden und die Landkreise das über Umlagen mitfinanzieren müssen. Um darüber hinaus die Strecken zu erhalten, ist eine deutlich stärkere Nutzung durch die Einwohner nötig.“

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