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DAPD: DB Fernverkehr wechselt Vorstand

10.11.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Nikolaus BreuelWie die Nachrichtenagentur DAPD unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet, plane die DB Fernverkehr AG auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Freitag Fernverkehrschef Nikolaus Breuel und zwei der drei weiteren Vorstandsmitglieder zu entlassen. Ledig Wolfgang Heinrichs solle bleiben. Diese Entscheidung von DB-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg sei definitiv gefallen.

Breuel wird – so die DAPD – ein schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen. Seit zweieinhalb Jahren stehen zahlreiche ICE 3 und ICE T wegen stark verkürzter Wartungsintervalle nicht in ausreichender Form zur Verfügung, im Sommer gab es zudem eine anhaltende öffentliche Debatte über defekte Klimaanlagen in den Zügen vom Typ ICE 2. Trauriger Höhepunkt war eine Zugfahrt, auf der zahlreiche Jugendliche wegen überhitzter Abteile kollabierten und in Bielefeld rettungsdienstlich behandelt werden mussten.

Breuel soll dem Vernehmen nach im Jahr 2009 auf den Posten des Bahnchefs spekuliert haben, nachdem klar wurde, dass Hartmut Mehdorn nicht mehr zu halten war. Es war jedoch bereits einige Jahre im Vorfeld ausgemacht, dass Rüdiger Grube, damals noch Vorstandsmitglied bei Daimler-Benz, diesen Job kriegen würde. Dessen Amtsantritt wurde dann allerdings vorgezogen. Das Verhältnis zwischen Breuel und Grube gilt als unterkühlt.

Bild: Deutsche Bahn AG

5 Responses

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  2. Signalhorn
    10.11.10 um 16:59

    Wenn die wirklich für die Defekte und die schlechten Wartungsintervalle verantwortlich sind, ist der Rauswurf meiner Meinung nach berechtigt!


  3. Frank, Polen
    10.11.10 um 19:56

    Hallo,

    warum wird nicht die ganze Chefetage bei DB ausgewechselt ???
    Eigentlich hatte ich gehofft, das nach Herrn Mehdorn es besser wird, aber leider sehe ich mich getäuscht.
    Es ist doch nicht nur der Fernverkehr der schief läuft.
    – S-Bahn Berlin
    – Herbstprobleme im Ruhrgebiet
    – überteuerte Neubauten (Erfurt – Nürnberg, Nürnberg – Ingolstadt (wirtschaftlich sinnlos), ….)
    – fehlgeleitete Investitionen (was ist mit dem Oberrheintal)
    – ….

    warum steht an der Spitze eines Eisenbahnunternehmens kein Eisenbahner, der weiß zumindest von was er spricht. Herr Grube leider nicht immer.

    Gruß Frank


  4. Matthes Weiss
    11.11.10 um 09:28

    warum steht an der Spitze eines Eisenbahnunternehmens kein Eisenbahner, der weiß zumindest von was er spricht.

    Welches Interesse sollte die Bundesregierung als Vertreter des Eigentümers der DB daran haben, so jemanden als Bahnchef einzusetzen?
    Er könnte dann ja – zum Beispiel – in der politischen Diskussion über „dringend erforderliche“ / „alternativlose“ / „unumkehrbare“ Projekte und ihren Finanzbedarf sachlich begründet mitsprechen ;-)
    Und noch schlimmer: dabei würde sich vielleicht herausstellen, daß man viel mehr Geld in die Bahn investieren muß und seine Lieblingsspielzeuge trotzdem nicht bekommt…


  5. Signalhorn
    11.11.10 um 18:46

    Zu Frank, Polen:
    Die Herbstprobleme sind ein jährliches Problem, das nicht nur im Ruhrgebiet schwierig zu beheben ist!

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