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Tariflicher Flickenteppich in Baden-Württemberg wird ausgeweitet

17.10.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Am 1. Januar 2011 startet in Baden-Württemberg ein neuer Verkehrsverbund auf dem Gebiet des Landkreises Göppingen. Damit wird der letzte weiße Fleck des Tarifflickenteppiches im Ländle erschlossen. Die bisherige Struktur der Verkehrsgemeinschaft Stauferkreis Göppingen bleibt dabei erhalten und wird auf den Schienenverkehr ausgeweitet.

Es ist zwar gut, dass im Landkreis Göppingen jetzt auch alle Nahverkehrsangebote mit einem Ticket genutzt werden können. Aber die Zahl der Tarifverbünde in Baden-Württemberg steigt nun auf 22 an. Kein anderes Bundesland in Deutschland hat so eine vielfältige Tariflandschaft. Dabei besitzt Baden-Württemberg nur 35 Landkreise, das heißt viele Landkreise haben ihren eigenen Tarif.

Dadurch wird die Nutzung des öffentlichen Verkehrs unnötig erschwert. Wer seinen Start- und Zielort nicht in unmittelbarer Bahnhofsnähe hat und über die Kreise hinausfährt, braucht deshalb sehr häufig drei verschiedene Fahrscheine, die er jeweils am Umsteigebahnhof lösen muss. Während andere Bundesländer versuchen, ihre Tariflandschaft zu vereinheitlichen, wie Schleswig-Holstein mit dem SH-Tarif, oder durch übergeordnete Tarife zu ergänzen, wie Nordrhein-Westfalen mit dem NRW-Tarif oder Niedersachsen mit dem geplanten Niedersachsen-Tarif, setzt Baden-Württemberg auf den unheitlichen und unübersichtlichen Tarifflickenteppich.

Für Fahrten über die Tarifverbünde stehen nur das Angebot des DB-Tarifs, der die Nutzung von anderen Verkehrsmitteln als der Bahn ausschließt oder wenige landesweite Angebote wie das Baden-Württemberg-Ticket oder das Abo-plus-Ticket zur Verfügung. Auf Relationen, die nicht regelmäßig zurückgelegt werden und die den Preis des Baden-Württemberg-Tickets nicht rechtfertigen, steht der ÖPNV-Nutzer häufig im Regen und muss sich mit teilweise bis zu drei verschiedenen Tarifen rumärgern. Kaum ein potentieller Fahrgast der ein Auto sein eigen nennt, wird sich darauf einlassen. Im Wettbewerb der Verkehrsträger ist es einfach nur ärgerlich, wenn so einfache Dinge wie der Tarif so kompliziert sind, dass die Fahrgäste den ÖPNV meiden.

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