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Ein Jahr DB Schenker Rail in Polen

20.10.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Ein Jahr DB Schenker Rail PolskaEin Jahr nach dem Start der Gesellschaft DB Schenker Rail Polska hat sich das Unternehmen stabil im polnischen Markt aufgestellt. Unternehmenschef Hans-Georg Werner zog am gestrigen Dienstag im polnischen Kattowitz eine Zwischenbilanz, sagt aber ganz klar, dass das Unternehmen „hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit“ noch wesentlich besser werden muss, als es momentan der Fall ist.

DB Schenker Rail hatte im Sommer 2009 die PCC Logistics und PTK Holding übernommen. Der bisherige Fokus lag auf der Neuausrichtung der kleineren, auf Kohletransport spezialisierten Unternehmen der Gruppe. Werner: „Es ist schon eine enorme Integrationsleistung, aus über 30 nationalen Einzelunternehmen ein international wettbewerbfähiges Unternehmen wie die DB Schenker Rail Polska zu formen.“

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hindenburg O.S. hat rund 5.500 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber in der Region Schlesien. Die Unternehmensleitung besteht sowohl aus deutschen als auch aus polnischen Managern. Mit einem Außenumsatz von 110 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2010 ist Polen für DB Schenker der zweitgrößte Markt nach Deutschland.

Im Hinblick auf den Preisverfall im Güterverkehrssektor sagt Hans-Georg Werner: „Nicht nur der Preis, sondern auch eine verlässliche Qualität wird künftig immer stärker über den Erfolg eines Dienstleisters im Schienengüterverkeh rentscheiden. Diesem Anspruch werden wir heute noch nicht immer gerecht, er ist aber definitiv unser Ziel für 2011. Nicht Marktanteile um jeden Preis, sondern kundenorientierte innovative Konzepte werden unser Ziel sein.“

Hans-Georg WernerSeit Anfang des laufenden Jahres bietet DB Schenker Rail Polska in Kooperation mit dem deutschen Schwesterunternehmen einen Linienzug von Deutschland nach Südpolen an. Die Nachfrage ist so groß, dass sei Mai zusätzliche Verstärkerzüge eingesetzt werden müssen. Transportiert wurden vor allem Kohle, Holz, Baustoffe und Autoteile.

DB Schenker Rail wird durch gezielte Investitionen die Neuausrichtung des Unternehmens weiter vorantreiben. In Kooperation mit der Port Authority entstehen in den Häfen Stettin und Swinemünde bis 2018 neue Umschlageinrichtungen und Kräne. Insgesamt 90 Millionen Zloty (rund 23 Millionen Euro) gehen in diese Anlagen. Gleichzeitig wird seit einigen Monaten am Import der Diesellok Class 66 gearbeitet. Bis zu 40 Maschinen will man in Polen einsetzen.

Werner: „Mit den Investitionen sichern wir die langfristige Umsetzung unserer Vorhaben.Wir müssen den Schienengüterverkehr in Polen attraktiver machen und für die Kunden mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Vor dem Hintergrund der aktuell anziehenden Nachfrage ist das unser Ziel, denn viel zulange haben sich die Eisenbahnverkehrsunternehmen in dieser Region auf den teilweise ruinösen Wettbewerb untereinander konzentriert. Jetzt ist der Zeitpunkt,gemeinsam den Wettbewerb der Verkehrsträger aufzunehmen und unsere Kunden von der Leistungsfähigkeit der Schiene zu überzeugen.“

Bilder: Deutsche Bahn AG

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