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VRS erleichtert Mobilitätsmanagement

10.11.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) vereint sowohl die urbanen Räume zwischen Köln und Bonn als auch ländliche Gegenden etwa Richtung Eifel oder Bergisches Land. Auch hier spielt der ÖPNV eine Rolle, aber anders als der Massenverkehr in den Großstädten. Kommunen im Verbund-raum und in ganz Nordrhein-Westfalen können ihren Bürgern über ein Mobilitätsmanagement eine nachhaltige Mobilität ermöglichen und dabei auch noch Kosten sparen.

Wie genau dies geht, zeigt das neue Handbuch „Kosteneffizienz durch Mobilitätsmanagement“ vom Zukunftsnetz Mobilität, dessen Geschäftsstelle beim VRS angesiedelt ist. Vielerorts wird die Umsetzung eines kommunalen Mobilitätsmanagements bisher als Zusatzaufgabe wahrgenommen und aus Kostengründen abgelehnt. „Dabei ist es genau umgekehrt“, so VRS-Geschäftsführer Norbert Reinkober. „Ein systematisch betriebenes kommunales Mobilitätsmanagement führt zu einer effizienten Ressourcen- und Mittelverwendung sowohl für den Nutzer als auch für die kommunalen Haushalte.“

Das Zukunftsnetz Mobilität NRW unterstützt die Kommunen dabei, eine zukunftsfähige und damit „enkeltaugliche“ Mobilitätspolitik umzusetzen. Wichtig ist dabei zu beachten, dass der Unterschied zwischen Mobilität und Verkehr beachtet wird. Mobilität ist nicht gleichzusetzen mit dem Verkehr von A nach B. Sie ist vielmehr zu definieren als Erreichbarkeit von Orten. Daher lautet die Frage, mit welchem effizienten Mitteleinsatz die Erreichbarkeiten beziehungsweise die Mobilitätsbedürfnisse gesichert und befriedigt werden können.

Ein wesentlicher Treiber der Kosten im Bereich Verkehr liegt im Bau und in der Instandhaltung von Verkehrsinfrastruktur begründet. In Zeiten knapper finanzieller Ressourcen stehen die Kommunen vor der Herausforderung, Investitionsentscheidungen zu treffen, die eine kosteneffiziente, umwelt- und sozialverträgliche Mobilität langfristig sicherstellen.

Im Handbuch wird anhand verschiedener Praxisbeispiele aus kleineren, mittleren und großen Kommunen gezeigt, welche Wirkungen Investitionen im Bereich des Mobilitätsmanagements im Vergleich zu konventionellen Verkehrsinvestitionen entfalten. Ein Beispiel für ein gelungenes Projekt ist die erfolgreiche Einführung von Fahrradverleihsystemen in mehreren deutschen Städten, unter anderem in Köln. Hier findet eine Verbesserung der Nahmobilität sowohl für Einheimische als auch für Touristen statt. Programme zum betrieblichen Mobilitätsmanagement haben dazu geführt, dass sich inzwischen viele Unternehmen mit multimodalen Mobilitätsangeboten auseinandersetzen und nun zu einer Reduzierung von PKW-Kilometern und Treibhausgasen beitragen.

Im schulischen Mobilitätsmanagement tragen Projekte dazu bei, dass die Verkehrsteilnehmer von morgen frühzeitig die Vorteile des zu Fuß-Gehens und des Radfahrens schätzen lernen. Denn der umweltfreundlichste Verkehr ist immer noch der, der keine Emissionen verursacht, sondern über Muskelkraft stattfindet.

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