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KVB erweitern Baukapazitäten

02.11.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) vergrößern ihre Leistungsfähigkeit im Bahnbau. Möglich wird das durch ein neues Transportsystem bestehend aus acht Fahrzeugen, das vor wenigen Tagen durch die Robel Bahnbaumaschinen GmbH aus Freilassing ausgeliefert wurde. Die Fahrzeuge ermöglichen es der KVB, mehr Materialien zu transportieren und flexibler im Bahnbau zu agieren. Im Ergebnis dient dies der Qualität des Stadtbahnverkehrs in Köln.

Die KVB hat insgesamt zehn Millionen Euro, komplett aus eigenen Mitteln, in die Fahrzeuge investiert; allein die drei Gleiskraftwagen kosten 6,2 Millionen Euro. Zur neuen Flotte gehören drei Gleiskraftwagen, von denen zwei mit einem Kran und Hilfsführerstand ausgestattet sind und in beide Richtungen fahren können. Des Weiteren gehören zwei Niederfluranhänger, ein Schienenlangwagen, ein Transportwagen für ein Hochdruck-Spül- und Vakuumsystem sowie eine Schotterlore zum neuen Transportsystem.

Die Fahrzeuge sind für die Spezifika der Schienennetze von KVB, Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) und Stadtwerke Bonn (SWB) ausgerüstet und entsprechen sowohl den Anforderungen der Straßenbahn-Betriebsordnung BO Strab als auch der Eisenbahn-Betriebsordnung EBO. Die beiden mit einem beweglichen Kran ausgestatteten Gleiskraftwagen können auch für Schotterarbeiten eingesetzt werden und können zudem nicht mehr fahrfähige Stadtbahnwagen abschleppen oder wegschieben.

Die rund 400 Mitarbeiter des Bereichs Fahrweg der KVB, die auch für andere Teile des Unternehmens arbeiten, erhalten mit den neuen Fahrzeugen noch bessere Instrumente, um ihre Aufträge zuverlässig erfüllen zu können. Aufgrund des guten Zustandes der Infrastruktur sind die Baumannschaften nur selten mit Ad-hoc-Maßnahmen beschäftigt. Über 90 Prozent ihrer Einsätze in der Instandhaltung und Erneuerung der Infrastruktur finden nachts statt. Im Rahmen der insgesamt 41 unter-jährigen Baumaßnahmen der KVB in 2015 waren lediglich bei neun Baumaßnahmen Linientrennungen notwendig.

Der Einsatz des neuen Transportsystems ermöglicht eine größere Flexibilität als die bisherige Bahnbauflotte. Mit den acht Fahrzeugen lassen sich bis zu 16 unterschiedliche Zugkombinationen bilden, die für jeden Einsatzzweck zusammengestellt werden können. Alle Fahrzeuge sind miteinander kuppelbar. Durch die Dieselmotoren der Gleiskraftwagen können die Bauzüge auch in stromfreien Netzabschnitten fahren.

Die besonders umweltfreundlichen Dieselmotoren mit dem europäischen Standard Stage IV ermöglichen auch den Einsatz in der U-Bahn. Die im Fuhrpark verbleibende E-Lok wird zusammen mit den ebenfalls verbleibenden Schleifsteuerwagen zukünftig nur noch für Schleifarbeiten eingesetzt. Hierdurch können die Einsätze zum Schienenschleifen, mit denen die Schallemissionen des Stadtbahnbetriebes reduziert werden, um ca. 65 Prozent auf 300 Einsätze jährlich erhöht werden – was zur Lebensqualität in der Domstadt erheblich beitragen kann.

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