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Intermodularität, was ist das?

23.06.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Bisher war die Nutzung der einzelnen Verkehrsträger weitgehend von einander getrennt. Hier die Nutzer von Bus & Bahn, dort die passionierten Fahrradfahrer und die nicht zuletzt die eingefleischten Autofahrer, die nur mit Widerwillen in einen Zug oder Bus einstiegen. Marc Schelewsky vom Innovatioszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) sieht im Zeitalter der Smartphones und der Informationstechnologie einen Wandel zu einer Intermodularität.

Eine große Hürde für Gelegenheitsnutzer des öffentlichen Personenverkehrs stellen Fahr- und Linienpläne dar. Ein Kursbuch ist sogar so schwer zu lesen, wie eine ägyptische Keilschrift. Bevor sich ein PKW-Besitzer damit herumgeschlagen hat, ist er mit dem Auto womöglich schon am Ziel.

Die Informations- und Kommunikationstechnologie eröffnet neue Möglichkeiten, auch über die Einbindung von Car-Sharing Autos oder Mietfahrräder. Dort wo das Ziel mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur sehr schlecht zu erreichen ist, leiht man sich am Bahnhof ein entsprechendes Fahrzeug und gibt es dort auch wieder zurück. Den Fahrgast interessiert in Zukunft also nicht, womit er von A nach B kommt, sondern wie. Schon längst hat z. B. die Bahn-Tochter DB-Rent eine kostenlose Smartphone-Applikation für ihr Angebot auf dem Markt und auch die Räder von Call-a-Bike kann man über sein Smartphone mieten. In beiden Fällen kann man auch Stationen finden und erfahren, ob ein Auto oder Fahrrad noch frei ist. Ein denkbarer Anwendungsfall wäre, dass ein Geschäftsreisender mit dem ICE zum Zielort fährt, sich dort ein Car-Sharing Auto ausleiht und zu den Kunden fährt.

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Das für die jüngeren Menschen das Auto nicht mehr ein Statussymbol ist, scheint sich ja mittlerweile bestätigt zu haben. Nutzen statt besitzen, und dabei ist das Smartphone – das heute ein Statussymbol ist – ein wichtiges Werkzeug. Dieser Lebensstil hat inzwischen auch ältere Nutzergruppen erfasst.

Das Smartphone spielt auch eine wichtige Rolle beim Fahrscheinerwerb. Handytickets gibt es schon eine ganze Weile, sowohl bei der Bahn als auch bei den Verkehrsverbünden. In den Zeiten „vor“ dem Smartphone bekam der Kunde nach der Buchung einer Fahrt eine SMS auf sein Handy geschickt, bei einem Smartphone ist es eine MMS, die auch Bilder übertragen kann.

Auch die Nearfield Communication, das ist ein kleiner Chip der in immer mehr Handys verbaut sein wird, kann als Fahrschein benutzt werden. Die Deutsche Bahn hat mittlerweile flächendeckend an ihren Stationen den „Touch Point“ installiert. Der Kunde hält das Handy bei Antritt der Reise kurz vor den Touch Point und am Zielbahnhof ebenfalls. Abgerechnet wird die Fahrt in allen Fällen mit einer monatlichen Rechnung.

Mittelfristig wird es sicher noch Automaten ein Ticket aus Papier geben, meint Schelewsky. Schon allein deshalb, weil man Smartphones und Computer nicht vorschreiben kann oder der Akku des Smartphones einem leer sein könnte. Wünschenswert sei auch eine Standarisierung der verschiedenen Systeme, an der die VDV-KA derzeit arbeitet.

„Sehr wichtig ist, dass die Usability, also die Einfachheit der Bedienung, bei den Automaten steigt. Und dann gilt für Automaten das, was auch für die Smartphones gilt: Ich halte eine einheitliche Kommunikationsplattform für sinnvoll, eine gemeinsame Datenbasis, in die alle Verkehrsträger zum Beispiel ihre Standorte einspeisen und aus der alle ihre Informationen beziehen. Nur so wird die Vernetzung für die Kunden einfach und schnell.“ so Schelewsky.

Bild: Blake Burris, Lizenz: CC-by 2.0

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2 Responses

  1. Warum wird nicht die Quelle dieses Eintrags erwähnt? Ist es der VDV?


  2. Jürgen Eikelberg
    24.06.11 um 00:35

    Nein, der VDV ist nicht die Quelle dieses Beitrags. Einem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass er sich auf eine Studie des InnoZ und eigenen Recherchen stützt.

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