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Bahn: Verwundert über Winfried Hermann

23.06.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Bei der Deutschen Bahn zeigte man sich sehr verwundert über die Vowürfe des Baden-Württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann (Bündnis 90 / Die Grünen), wonach man Ergebnisse des Stresstestes zu Stuttgart 21 zurückhalten würde. Tatsächlich seien zuletzt erst am 16. Juni alle Projektpartner über den Arbeitsstand des Stresstestes informiert worden – etwa einen Monat vor der öffentlichen Vorstellung.

Hermann sei bereits auf der Sitzung des Lenkungskreises am 10. Juni über den Ablauf und die Rahmenbedingungen zur Veröffentlichung des Stresstestes informiert worden. Er habe dabei auch persönlich zugestimmt. Insbesondere deshalb sei es unverständlich, dass Hermann nun genau die Vorgänge kritisiert, für die er sich selbst ausgesprochen habe. Es bestehe daher kein Grund, ständig neue Vorwürfe zu äußern.

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8 Responses


  1. Steuerzahler
    23.06.11 um 19:54

    Schon der gute alte Konrad Adenauer sagte: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!“

    Die Grünen lernen schnell. ;)


  2. nevermore
    23.06.11 um 20:54

    Achso, wenn einem die Wahl gelassen wird zwischen einer schlechten und einer inakzeptablen Lösung, und man wählt die schlechte, dann heißt das, dass man von der schlechten Lösung begeistert ist?

  3. Wenn es stimmt, was die DB in der dargestellten Form behauptet, handelt der Herr Minister hier reichlich unseriös.


  4. Christian Schmidt
    24.06.11 um 10:53

    Naja, es stimmt ja halt nicht, das wird am 14. Juli hochhergehen.

    Und direkt nach der Schlichtung wird Kretschmann wohl die entscheidende Erklaerung abgeben muessen wie es das Land mit S21 haelt.

  5. Kritisiert Hermann die Vorgänge oder hat er deren Inahlt gelesen imd fühlt sich nicht informiert?

    Der 14. Juki wird es ans Licht bringen. Hoffentlich ist dieser Stresstest auch nachvillziehbar. Hoffentlich ist auch das Wachstum berücksichtigt, dass bei einer echten Verkehrswende verkraftet werden muss. Könnte ja sein, dass sowohl Kopfbahnhof als auch Tunnelbahnhof das nicht schaffen und wir, wie in der Schweiz beides brauchen!

    Für Pendler nach Stuttgart, und das ist die Mehrheit, ist der Verlust des Kopfbahnhofs fatal. Ich bin lange Zeit mit dem Müngstener gependelt. Und vor allem an Wochenenden war es immer schön, in dem am Bahnsteig bereitgestellten Zug schon lange vor der Abfahrt sitzen zu können. Im Tunnelbahnhof wird es diesen Service kaum noch geben können, da Durchfahrtsgleise nicht blockiert werden dürfen.

    Ebenfalls wird im Tunnel das Abwarten von Anschlüssen erschwert.

  6. @ Felix Staratschek:
    @ Felix Staratschek:

    Könnte ja sein, dass sowohl Kopfbahnhof als auch Tunnelbahnhof das nicht schaffen und wir, wie in der Schweiz beides brauchen!

    Das ist leider unrealistisch, wäre aber eben gerade für in Stuttgart Hbf endende Züge sinnvoll.

    Ein reiner Kopfbahnhof ist aber auch nicht die optimale Lösung: Für Durchgangsfahrten gerade von Nord nach Süd müssen große Umwege (z.B. über die Gäubahn) gefahren werden und die wenigen Durchgangslinien hätten bei einem ITF einige Minuten Stehzeit, um Umsteigern Zeit zu lassen und schnelle Ausfahrten der ICEs zu ermöglichen. Das Warten im Bahnhof ist für Durchgangsfahrgäste eben nicht so toll.

    Wie auch immer, dafür dass S21 ein Durchgangsbahnhof ist, ist er für durchgängige Nord-Süd-Verbindungen auch nicht optimal, insbesondere wegen dem Umweg für die Gäubahn-Züge über den Flughafen.


  7. Christian Schmidt
    25.06.11 um 16:43

    Die Variante Tunnelbahnhof und Kopfbahnhof ist nicht unrealistisch, sondern ganz im Gegenteil die wahrscheinlichste Variante falls die Bahn den Tunnenbahnhof wirklich baut.

    Das Gesetz ist da schon ganz klar, eine Entwidmung des Kopfbahnhofes kann nicht stattfinden wenn Bedarf besteht. Und diesen Bedarf kann das Land ganz einfach herstellen indem es Leistungen in den Kopfbahnhof bestellt.

    Dann kann der Besitzer (Hbf=Bahn, Glesivorfeld=Stadt Stuttgart) nur auf angemessene Bezahlung bestehn, aber das ist dann auch.

  8. @ Christian Schmidt:

    Das Gesetz ist da schon ganz klar, eine Entwidmung des Kopfbahnhofes kann nicht stattfinden wenn Bedarf besteht. Und diesen Bedarf kann das Land ganz einfach herstellen indem es Leistungen in den Kopfbahnhof bestellt.

    Die Regelung, dass eine Entwidmung trotz Bedarfs an Bahnstrecken nicht ist an sich natürlich richtig. Wenn sie jedoch dazu ausgenutzt wird, um Stuttgart 21 nach vielen erfolglosen Versuchen einer sachlichen Diskussion übers Hintertürchen zu kippen, ist das natürlich rechtsstaatlich korrekt. Es wäre jedoch höchst undemokratisch, wenn u.U. nicht das Volk bei einer möglichen Volksabstimmung, sondern ein Richter (möglicherweise sogar gegen den Willen der Mehrheit der Baden-Württemberger) entscheidet, wie es mit Stuttgart 21 weitergeht.

    Wie streng die gesetzliche Regelung letztlich angewendet wird, hängt wohl von den örtlichen Behörden ab. Es gibt keine klar definierte Grenze, ab wo offiziell eine Entwidmung stattfinden muss und ab wo nicht. Bei Bahnhofsumbauten, die zur Optimierung des Knotens führen, hat das EIU immer einen großen Handlungsspielraum, ohne dass für abgebaute Gleisanlagen eine offizielle Entwidmung stattfinden muss.
    Wenn die Bahn mit dem Stresstest darstellen kann, dass der Durchgangsbahnhof eine Verbesserung des Kopfbahnhofes darstellt, dürfte jedoch auch ein Einspruch gegen die Entwidmung des Kopfbahnhofs keine unüberwindbare Hürde darstellen. Zuungunsten des Kopfbahnhofes kommt hinzu, dass sowohl Infrastrukturunternehmen und die Stadt Stuttgart (das Land steht derzeit neutral) für Stuttgart 21 sind und daher alles versuchen werden, um zu verhindern, dass eine Entwidmung scheitert.

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