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Nord-Ostsee-Bahn fährt seit 10 Jahren

05.11.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Vor genau zehn Jahren am 5. November 2000 nahm die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) mit neun Triebwagen vom Typ „Lint 41“ den Verkehr auf den Strecken Kiel – Husum und Husum – Bad St. Peter-Ording sowie einen Teil der Leistungen auf der Strecke Kiel – Neumünster auf. Zuvor konnte sich die NOB bei einem der ersten Vergabeverfahren der LVS Schleswig-Holstein das Los B des „Netz Nord“ in einer Ausschreibung sichern.

Seit April 2003 wurde nach der Einstellung des Nahverkehrs im Jahr 1980 auf der grenzüberschreitenden Strecke von Niebüll ins dänische Tønder erstmals wieder ein ganzjähriger Personenverkehr im Zweistundentakt angeboten. Dazu wurde eigens ein Triebwagen vom Typ „NE 81“ der Württembergischen Eisenbahn angeschafft und für den Betrieb auf der Strecke umgebaut.

Ab November 2003 bestellte dann das Land Schleswig-Holstein kurzfristig die Leistungen des „Flensburg-Express“ auf der Linie Hamburg – Flensburg – Padborg bei der NOB, nachdem die vorherige Betreibergesellschaft „FLEX“ Insolvenz angemeldet hatte. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2005 fuhr die NOB auf dieser Linie mit Wagen die zuvor bei der Fernverkehrsschwester InterConnex im Einsatz waren. An einer Ausschreibung zum Weiterbetrieb der Linie hat sich das Unternehmen jedoch nicht beteiligt.

Am 11. Dezember 2005 folgte die Betriebsaufnahme auf der sog. Marschbahn zwischen Hamburg-Altona und Westerland auf der Insel Sylt. In einer vorherigen Ausschreibung konnte sich das Unternehmen mit seinem Angebot durchsetzen. Neben verschiedenen Dieselloks setzt die NOB auf dieser Linie erstmals 90 Niederflurwagen vom Typ „Married-Pair“ ein. Neben der bedeutenden Expresslinie zwischen der größten nordfriesischen Insel und der norddeutschen Metropole Hamburg, wird auch eine kleine RegionalBahn zwischen Itzehoe und Heide mit Triebwagen vom Typ „Talent“ betrieben.

Im Dezember 2008 fand zwischen den unterschiedlichen Losen des Netz Nord ein Linientausch mit DB Regio statt, wodurch sich die LVS Einsparungen durch den Entfall eines Umlaufes erhoffte. Seitdem fährt die NOB statt der Leistungen zwischen Kiel und Neumünster die Verstärkerleistungen zwischen Kiel und Eckernförde.

Die Zukunft des Unternehmens sieht nicht so rosig aus, zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 wird die Linie zwischen Niebüll und Tønder durch Arriva DK übernommen. Im Dezember 2011 wird das Netz Nord, nach verlorener Ausschreibung, von der DB Regio Nord GmbH übernommen. Damit verbleibt nach Dezember 2011 nur noch die Marschbahn bei der NOB, die restlichen Linien wird sie bis dahin verlieren.

Die Nord-Ostsee-Bahn mit Unternehmenssitz in Kiel ist vollständig im Besitz des französischen Verkehrskonzern Veolia. Derzeit beschäftigt die NOB rund 250 Mitarbeiter, wovon acht ihre Ausbildung bei der NOB absolvieren. Dabei erbringt sie auf ihrem 431 Kilometer langen Liniennetz jährlich ca. 6,6 Millionen Zugkilometer und befördert dabei ca. 9,3 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Gewartet werden die Züge im eigenen Betriebswerk in Husum. Neben ihren Aktivitäten im Schienenpersonennahverkehr ist die NOB an den Rohde Verkehrsbetrieben und den Niebüller Verkehrsbetrieben beteiligt.

Liniennetz:

  • Kiel – Rendsburg – Husum
  • Husum – Tönning – Bad St. Peter-Ording
  • Niebüll – Tønder (DK)
  • Kiel – Eckernförde
  • Hamburg-Altona – Husum – Westerland (Sylt)
  • Itzehoe – Heide (Holst.)

5 Responses

  1. Danke für den interessanten Bericht. Wie die Jahre vergehen…ich erinnere mich noch gut an die Zeiten als in SH die ETAs verkehrten…naja, ist schon über 30 Jahre her…


  2. M. Harder
    06.11.10 um 14:08

    Bleibt zu hoffen, dass diese Bahn bei den nächsten Ausschreibungen wieder Erfolge verbuchen kann und uns der Wettbewerb erhalten bleibt. Die Übernahme von Strecken durch Regio sehe ich als Rückschritt. Da gibt es noch zuviel unmotiviertes Personal mit Beamtenmentalität.


  3. Signalhorn
    06.11.10 um 16:24

    Zu M. Harder:
    Um welches Unternehmen geht es mit dem unmotivierten Personal und so?


  4. M. Harder
    07.11.10 um 18:00

    Das Personal, mit dem man als Fahrgast zu tun hat. Da fühle ich mich bei der NOB und ähnlichen Unternehmen besser aufgehoben. Bei Regio hat man machmal den Eindruck, man stört als Fahrgast nur das Absolvieren der Dienstschicht. Aber letztlich sind es doch die Kunden, die den Job überhaupt erst möglich machen. Oder verstehe isch da was falsch?


  5. Jürgen E.
    07.11.10 um 18:18

    Bei Regio hat man machmal den Eindruck, man stört als Fahrgast nur das Absolvieren der Dienstschicht.

    Ich denke mal, die Betonung liegt auf manchmal. Eine Bewertung die ich in dieser Form teilen kann. Missmutiges Personal habe ich bei den Mitbewerbern noch nie, bei der DB aber gelegentlich angetroffen. Aber selbst ein einziges Mal ist einmal zuviel.

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