VAG Freiburg blickt auf 2025 zurück
07.08.26 (Baden-Württemberg) Autor:Stefan Hennigfeld
Die Freiburger Verkehrs-AG (VAG) hat das Geschäftsjahr 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit einer positiven Bilanz abgeschlossen. Das Unternehmen verzeichnete höhere Umsätze, eine steigende Zahl von Deutschlandticket-Abonnenten und Fortschritte bei der Modernisierung der Fahrzeugflotte. Gleichzeitig wächst der finanzielle Druck durch steigende Personal- und Energiekosten sowie zahlreiche Investitionsvorhaben.
Das Jahresdefizit stieg gegenüber dem Vorjahr auf 31,24 Millionen Euro. Es fiel damit zwar höher aus als 2024, lag aber rund 8,2 Millionen Euro unter dem ursprünglich geplanten Wert. Die Gesamterträge erhöhten sich auf 92,9 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren vor allem höhere Ticketeinnahmen, insbesondere durch das Deutschlandticket, sowie Nachzahlungen aus dem Corona-Rettungsschirm.
Das Deutschlandticket hat sich inzwischen zum wichtigsten Tarifangebot im Regio-Verkehrsverbund Freiburg entwickelt. Ende 2025 waren im Verbundgebiet mehr als 118.000 Deutschlandtickets im Umlauf. Trotz der Preiserhöhung auf 63 Euro blieb die Nachfrage stabil. Rund 70 Prozent aller Abonnenten werden von der VAG betreut. Seit diesem Jahr erhalten Verkehrsunternehmen für jedes verkaufte Deutschlandticket zudem eine Vertriebsvergütung, wodurch der Eigenvertrieb zusätzlich an Bedeutung gewonnen hat.
Auch die Fahrzeugflotte wird weiter modernisiert. Mit der Inbetriebnahme von 22 neuen Elektrobussen fahren inzwischen rund zwei Drittel der Freiburger Busflotte elektrisch. Bis 2030 soll der gesamte Linienbusverkehr auf Elektroantrieb umgestellt werden. Für weitere 25 Elektrobusse läuft bereits ein Vergabeverfahren, die Auslieferung ist für Ende 2027 vorgesehen.
Im Straßenbahnbereich setzt die VAG ebenfalls auf Erneuerung. Nach der Ausmusterung der letzten älteren Hochflurfahrzeuge verfügen inzwischen alle im Linienverkehr eingesetzten Straßenbahnen über mindestens einen barrierefreien Niederflureinstieg. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen die Beschaffung weiterer Fahrzeuge für künftige Netzerweiterungen vor.
Ein weiteres Projekt ist die Einführung eines automatischen Fahrgastzählsystems. Bis 2027 werden Busse und Straßenbahnen mit entsprechender Technik ausgerüstet. Hintergrund ist, dass sich die Fahrgastzahlen seit Einführung des Deutschlandtickets nicht mehr zuverlässig aus den Ticketverkäufen ableiten lassen. Künftig sollen Sensoren belastbare Daten über die tatsächliche Nutzung liefern.
Die VAG sieht sich trotz der positiven Entwicklung vor großen Herausforderungen. Neben der angespannten Haushaltslage belasten steigigende Kosten, Lieferengpässe bei Ersatzteilen sowie die zunehmende Zahl paralleler Großprojekte das Unternehmen. Hinzu kommen die Folgen immer häufiger auftretender Hitzeperioden, die insbesondere ältere, nicht klimatisierte Fahrzeuge an ihre Grenzen bringen. Dennoch hält die VAG an ihrem Ziel fest, das Verkehrsangebot und den Modernisierungskurs langfristig fortzuführen.
Foto: Freiburger Verkehrs AG