AVG und Arverio tauschen Erfahrungen aus
10.08.26 (Baden-Württemberg) Autor:Stefan Hennigfeld
Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und Arverio Baden-Württemberg haben ihre Zusammenarbeit auf betrieblicher Ebene vertieft. In Karlsruhe trafen sich erstmals Mitarbeiter der Leitstellen beider Eisenbahnverkehrsunternehmen zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Ziel war es, die Arbeitsweisen der jeweils anderen Leitstelle kennenzulernen, betriebliche Abläufe zu vergleichen und Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit im regionalen Schienenpersonennahverkehr auszuloten.
Beide Unternehmen sind in Baden-Württemberg tätig und nutzen auf Teilen ihrer Verbindungen dieselbe Bahninfrastruktur. Entsprechend standen insbesondere Fragen der Betriebskoordination, der Zusammenarbeit bei Störungen sowie der Optimierung gemeinsamer Prozesse im Mittelpunkt der Gespräche. Gerade im täglichen Betrieb sind die Leitstellen der verschiedenen Eisenbahnverkehrsunternehmen eng aufeinander angewiesen, da Verspätungen oder Betriebsstörungen häufig Auswirkungen auf mehrere Verkehrsunternehmen haben.
Die siebenköpfige Delegation von Arverio bestand unter anderem aus Leitstellenleiter Enrico Spranger, Personalmanager Christoph Lorenzen, Triebfahrzeugführer und Betriebsratsmitglied Onur Tekeci sowie mehreren neu ausgebildeten Leitstellendisponenten. Gastgeber war die AVG, deren Leitstelle gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe betrieben wird.
Initiiert wurde das Treffen von Oliver Becker, Abteilungsleiter Betriebsdurchführung bei der AVG. Becker war zuvor in leitender Funktion bei Arverio tätig und kennt beide Unternehmen aus eigener Erfahrung. Nach seiner Einschätzung bietet der regelmäßige fachliche Austausch die Möglichkeit, voneinander zu lernen und Abläufe weiterzuentwickeln. Davon könnten letztlich auch die Fahrgäste profitieren.
Auf dem Programm standen neben einer Sonderfahrt mit einer AVG-Stadtbahn auch die Besichtigung der Leitstelle in der Karlsruher Gerwigstraße sowie Fachvorträge über Organisation und Arbeitsweise der Betriebssteuerung. Mitarbeiter der AVG erläuterten den Aufbau der Leitstelle, die genutzten Software-Systeme sowie die Aufgaben der Disponenten. Anschließend nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich über Erfahrungen aus dem Betriebsalltag und den Umgang mit unterschiedlichen Betriebssituationen auszutauschen.
Dabei wurden auch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen beider Unternehmen deutlich. Während Arverio seine Züge ausschließlich auf der Infrastruktur der DB InfraGO betreibt, ist die AVG zusätzlich Eigentümerin eigener Eisenbahninfrastruktur. Im Rahmen des Karlsruher Modells verkehren ihre Stadtbahnen sowohl auf Eisenbahnstrecken als auch im Straßenbahnnetz der Stadt Karlsruhe. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Anforderungen und Betriebsverfahren, die auch Auswirkungen auf die Arbeit haben. Trotz dieser Unterschiede arbeiten beide Unternehmen mit vergleichbaren technischen Systemen zur Betriebssteuerung, darunter DatNet und IVU.
Foto: Albtal-Verkehrsgesellschaft mbH