Nah.SH: Gestiegene Nachfrage
22.07.26 (Schleswig-Holstein) Autor:Stefan Hennigfeld
Die Nachfrage im schleswig-holsteinischen Schienenpersonennahverkehr ist von 2019 bis 2025 um 19,7 Prozent gestiegen. Die Zahl der Personenkilometer erhöhte sich in diesem Zeitraum von 1,98 auf 2,37 Milliarden. Im Jahr 2025 ging die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,7 Prozent zurück. Sie liegt damit jedoch weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie.
Gründe für die insgesamt gestiegene Nachfrage sind neben dem Deutschlandticket vor allem zusätzliche Kapazitäten und Angebotsausweitungen. Gleichzeitig wirken sich die weiterhin unbefriedigende Pünktlichkeit sowie die zahlreichen baustellenbedingten Zugausfälle negativ auf die Nachfrageentwicklung aus.
Die Zahl der Fahrgäste stieg von 2019 bis 2025 um rund 2,7 Prozent auf etwa 66,7 Millionen. Der deutlich stärkere Anstieg der Personenkilometer zeigt, dass die Fahrgäste im Durchschnitt längere Strecken zurücklegen als noch 2019.
Verkehrsstaatssekretärin Susanne Henckel (parteilos): „Viele Züge in Schleswig-Holstein sind gut gefüllt. Das ist erfreulich, weil es zeigt, dass der Nahverkehr trotz der vorhandenen Qualitätsprobleme attraktiv ist. Wir dürfen uns jetzt aber nicht zurücklehnen, sondern müssen für die größere Nachfrage auch ausreichende Kapazitäten anbieten. Deswegen wollen wir unter anderem 20 zusätzliche Akkuzüge bestellen.“
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch im Busverkehr in Schleswig-Holstein. Dort haben die Kreise und kreisfreien Städte in den vergangenen Jahren ihre Angebote teilweise erheblich ausgeweitet.
Auch in den kommenden Jahren werden zahlreiche Baustellen den Bahnverkehr beeinträchtigen und das Nachfragewachstum bremsen. Zuletzt führte die Sanierung des Hochleistungskorridors Hamburg–Berlin über Monate zu Sperrungen der Bahnstrecken Hamburg–Schwerin und Lübeck–Lüneburg. In diesem Sommer ist der Hamburger Hauptbahnhof aus Richtung Norden vorübergehend nicht erreichbar.
Nah.SH-Geschäftsführer Arne Beck: „Wenn wir den Baustelleneffekt mit dem vielen Ersatzverkehr mit Bussen herausrechnen, ist auch für 2025 von einer leichten Nachfragesteigerung auszugehen. Die grundsätzliche Tendenz bleibt: Es nutzen mehr Menschen den Nahverkehr. Umso wichtiger ist es, dass die Bahnunternehmen die Qualitätsthemen in den Griff bekommen.“