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MDV lud zur Jahreskonferenz 2026

11.06.26 (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) hat in der vergangenen Woche zu seiner diesjährigen ÖPNV-Konferenz in die Red Bull Arena nach Leipzig eingeladen. Rund zweihundert Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Verkehrsbranche und Kommunen diskutierten über die Weiterentwicklung regionaler Mobilitätsangebote, die Anforderungen einer starken Pendlerregion sowie die Rolle des Nahverkehrs als Wirtschafts- und Standortfaktor.

Eröffnet wurde die Jahreskonferenz von Burkhard Jung (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und erster Vorsitzender der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland. „Ein Schlüssel für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land ist die Mobilität in der Region, vor allem im öffentlichen Nahverkehr. Es braucht leistungsfähige Mobilitätsangebote, die Menschen, Unternehmen und Arbeitsorte zuverlässig miteinander verbinden“, erklärte Burkhard Jung.

Weiter sagte er: „Die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland bietet als starker Wirtschaftsraum in Ostdeutschland ideale Voraussetzungen für moderne Pendlermobilität über Ländergrenzen hinweg. Die Jahreskonferenz zeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Verkehrsakteuren ist, um die Mobilität in unserer Region nicht nur leistungsfähig zu erhalten, sondern zukunftsfähig weiterzuentwickeln.“

Die Bedeutung leistungsfähiger Mobilitätsangebote zeigt sich auch in den Entwicklungen der vergangenen Jahre. So stieg die Zahl der ÖPNV-Fahrgäste im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes von rund 167 Millionen im Jahr 2005 auf etwa 284 Millionen im Jahr 2025.

Gleichzeitig haben die Verflechtungen zwischen den Oberzentren deutlich zugenommen. Die Zahl der täglichen ÖPNV-Pendler von und nach Leipzig hat sich seit den 2000er Jahren von rund 37.000 auf nahezu 88.000 mehr als verdoppelt. Auch im Raum Halle (Saale) nahm die Zahl der täglichen Pendler im öffentlichen Nahverkehr deutlich zu – von rund 17.000 auf mehr als 29.000.

Mit einer gemeinsamen „persönlichen Zeitreise“ blickten Steffen Lehmann, Geschäftsführer des MDV, und Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH, auf die Entwicklung der regionalen Mobilität und die Zusammenarbeit in Mitteldeutschland zurück. Gleichzeitig wurde das 25-jährige Bestehen des Verkehrsverbundes gewürdigt.

Thomas Dienberg, Aufsichtsratsvorsitzender des MDV, betonte die Bedeutung einer länderübergreifenden Zusammenarbeit für die Zukunft der Mobilität in Mitteldeutschland. „Der MDV ist seit 25 Jahren Garant für grenzüberschreitende Mobilität in Mitteldeutschland und damit ein Schlüssel für die Zukunft des ÖPNV und die wirtschaftliche Entwicklung in den drei Ländern. Unterschiedliche Aufgabenträger und Interessen zusammenzuführen, ist anspruchsvoll, zugleich aber die Grundlage dafür, Mobilität regional ganzheitlich und zukunftsfähig zu denken.“

Im anschließenden Impulsvortrag sprach Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) über die Bedeutung vernetzter Mobilität für wirtschaftsstarke Regionen und die gemeinsame Verantwortung von Politik und öffentlicher Hand bei der Gestaltung moderner Mobilitätsangebote.

„Ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Arzttermin – für viele Menschen endet Mobilität längst nicht mehr an der Landesgrenze. Gerade wachsende Metropolregionen stehen deshalb vor der Herausforderung, Mobilität grenzüberschreitend verlässlich, effizient und nachhaltig zu gestalten. Hamburg zeigt, wie entscheidend dafür eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, langfristige Investitionen und der konsequente Ausbau moderner Infrastruktur sind. Denn leistungsfähige Mobilität erleichtert nicht nur den Alltag vieler Pendler, sondern stärkt auch Wirtschaftskraft, Arbeitsmarkt und Lebensqualität.“

Weitere Impulse setzte Oliver Wittke, Vorstandssprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), mit einem Vortrag zur Vernetzung von Wirtschaft und Mobilität in Nordrhein-Westfalen. In der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Vernetzung Stadt-Umland – Die Praxis der Verkehrswende“ diskutierten Vertreter von Kommunen, Verkehrsunternehmen und Regionalplanung über konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze für die Mobilität in städtischen und ländlichen Räumen.

Siehe auch: Nahverkehr als Rückgrat einer Region

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