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MDSB 2 wird neu vergeben

10.06.26 (Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt) Autor:Stefan Hennigfeld

Gemeinsam mit dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und dem Land Brandenburg hat die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA GmbH) im Auftrag des Landes Sachsen-Anhalt die Leistungen für das Mitteldeutsche S-Bahnnetz II neu ausgeschrieben. Gesucht wird europaweit ein Eisenbahnverkehrsunternehmen, das das Netz ab Dezember 2031 bis zum Fahrplanwechsel 2045 betreibt. Das Auftragsvolumen umfasst bis zu 8,4 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Wesentliche Ziele der Ausschreibung sind größere Kapazitäten in den Zügen sowie verschiedene Angebotsverbesserungen.

„Wir wollen gemeinsam ab Dezember 2031 mehr Kapazitäten im Mitteldeutschen S-Bahnnetz II vorhalten. Genügend Platz für die Fahrgäste, aber auch für die Mitnahme des eigenen Fahrrads, ist eine wesentliche Voraussetzung für entspanntes Reisen. Wenn wir noch mehr Menschen dazu bewegen wollen, das Auto stehen zu lassen und auf die Bahn umzusteigen, müssen wir komfortable Angebote schaffen“, erklärt Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP).

Auch für das Land Brandenburg ist die Weiterentwicklung des Mitteldeutschen S-Bahnnetzes II von Bedeutung. Insbesondere soll die Achse Lutherstadt Wittenberg – Falkenberg (Elster) gestärkt und die Anbindung des südlichen Brandenburgs an Halle (Saale) und Leipzig weiter verbessert werden. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union ist das Vergabeverfahren nun offiziell gestartet.

Das Netz umfasst die S-Bahn-Linien der Region Anhalt mit Verbindungen von Dessau durch den City-Tunnel Leipzig bis nach Markkleeberg-Gaschwitz sowie von Lutherstadt Wittenberg und Dessau nach Halle (Saale). Ebenfalls Bestandteil der Ausschreibung sind die nachfragestarke Expresslinie Magdeburg – Dessau – Leipzig sowie die Verbindung von Dessau über Lutherstadt Wittenberg nach Falkenberg (Elster). Darüber hinaus sollen die bisherigen S-Bahn-Linien von Sangerhausen nach Halle (Saale) und von Halle (Saale) nach Eilenburg zu einer durchgehenden Linie verbunden werden.

Optional umfasst die Ausschreibung zudem die Linie RB 52 zwischen Magdeburg Hauptbahnhof und Dessau Hauptbahnhof, die Linie S 22 zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Delitzsch CTC sowie eine Verdichtung der Linie RB 51 auf einen Stundentakt im Abschnitt Lutherstadt Wittenberg Hauptbahnhof – Falkenberg (Elster). Die ausgeschriebenen Leistungen entsprechen rund 20,5 Prozent des gesamten Schienenpersonennahverkehrs in Sachsen-Anhalt.

Derzeit wird das Mitteldeutsche S-Bahnnetz II von der DB Regio AG betrieben. Der laufende Verkehrsvertrag endet planmäßig mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2030. Für das anschließende Übergangsjahr bis Dezember 2031 müssen die beteiligten Aufgabenträger eine gesonderte Regelung treffen. Die Vergabeunterlagen sehen einen Personalübergang vor, falls ein neuer Betreiber den Zuschlag erhält. Das Ergebnis des Vergabeverfahrens soll Anfang 2027 feststehen.

Foto: Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski

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