30. ÖPNV-Forum in Stuttgart
26.05.26 (Stuttgart) Autor:Stefan Hennigfeld
Unter dem Motto „Mobilität gestalten. Marke stärken. Menschen gewinnen.“ kamen beim 16. Stuttgarter ÖPNV-Forum des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) vergangene Woche Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verkehrsbranche und Kommunikation zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des öffentlichen Nahverkehrs zu diskutieren.
Zum Auftakt begrüßten die VVS-Geschäftsführung sowie Rainer Wieland, Vorsitzender des Verband Region Stuttgart, die Teilnehmer und betonten die Bedeutung eines starken und zukunftsfähigen ÖPNV für die Region Stuttgart. Wieland appellierte in seinem Grußwort an die Branche, zusammenzuhalten und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
VVS-Geschäftsführer Jan Neidhardt betonte: „Wir stehen finanziell und operativ vor großen Herausforderungen. Eine Planungssicherheit bis 2030 zur Finanzierung des Deutschlandtickets begrüßen wir. Es ist für uns als Branche essenziell, darüber hinaus Klarheit für unsere Verkehrsunternehmen zu bekommen, da Verkehrsverträge über 2030 hinaus gelten.“
Einen Einblick in die Herausforderungen der aktuellen Bahninfrastruktur gab Clarissa Freundorfer, Konzernbevollmächtigte der Deutsche Bahn AG. In ihrem Vortrag „Zwischen Bauen und Fahren: Wie die DB Planbarkeit für Verkehrsunternehmen und Kunden ermöglicht“ erläuterte sie die Balance zwischen umfangreichen Bauarbeiten und Investitionen im Schienennetz sowie einem verlässlichen Bahnbetrieb.
Mit den Ursachen und dem Umgang mit Verspätungen im öffentlichen Verkehr beschäftigte sich anschließend Tobias Röhl von der Pädagogische Hochschule Zürich. Unter dem Titel „Verteilte Zurechenbarkeit. Warum Verspätungen im öffentlichen Verkehr so schwer zu fassen sind“ zeigte er auf, wie komplex die Verantwortlichkeiten im ÖPNV-System verteilt sind und wie technische Systeme, Leitstellen und Organisationen zusammenwirken, um Störungen zu bewältigen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Erwartungen der Fahrgäste an Transparenz und Pünktlichkeit kontinuierlich steigen.
Im Anschluss präsentierten Matthias Hüske, kaufmännischer Vorstand der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB), und VVS-Geschäftsführerin Cornelia Christian Perspektiven zur zukünftigen Entwicklung des Vertriebs im ÖPNV. Im Mittelpunkt standen digitale Vertriebslösungen, bargeldloses Bezahlen sowie neue Ticketing-Systeme. Die Verantwortlichen machten deutlich, dass sich der Ticketvertrieb zunehmend auf digitale und kundenfreundliche Angebote konzentriert.
Das Stuttgarter ÖPNV-Forum machte deutlich: „Der öffentliche Nahverkehr steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Digitalisierung, neue Technologien, starke Markenkommunikation und ein konsequenter Fokus auf die Bedürfnisse der Fahrgäste werden entscheidend dafür sein, den ÖPNV auch künftig attraktiv und leistungsfähig zu gestalten“, erklärten die VVS-Geschäftsführer Jan Neidhardt und Cornelia Christian.
Foto: Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH