Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

  • Schlagwörter

VRS legt Bilanz für 2025 vor

27.04.26 (go.Rheinland) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) hat in der vergangenen Woche seine Bilanz zum Geschäftsjahr 2025 vorgestellt. Im VRS-Raum waren mehr als 800.000 Einwohner gemeldet, die ein Deutschlandticket besitzen, wobei der Anteil der Jobtickets mit etwa 22 Prozent besonders hoch ist. Potenzial für weitere Deutschlandjobtickets sieht der VRS bei den Bediensteten des Landes Nordrhein-Westfalen, sofern die hierfür notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Etliche Kommunen sind aufgrund der unklaren Rechtslage aus dem Deutschlandjobticket ausgestiegen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat eine gesetzliche Regelung, die es dem Land verbietet, an eigene Beamte und Angestellte ein solches Ticket auszugeben – könnte diese aber jederzeit ändern. Unklar ist die Situation in den Kommunen: Manche halten sich für an diese gesetzliche Regelung gebunden, andere interpretieren sie dahingehend, dass das Land es den Kommunen ausdrücklich verbieten müsste, derartige Deutschlandtickets an die eigene Belegschaft auszugeben, und dass sie von einer allgemeinen Landesregelung nicht mitbetroffen sind.

In einem aber ist sich VRS-Geschäftsführer Michael Vogel sicher: „Das Deutschlandticket ist aus dem Nahverkehrskosmos nicht mehr wegzudenken. Daher freue ich mich, dass sich die Bundesregierung zu diesem fahrgastfreundlichen Angebot bekannt und seine Finanzierung zumindest bis Ende 2030 auf verlässliche Beine gestellt hat.“

Auskömmlich sind die Einnahmen aus dem Deutschlandticket für die Verkehrsunternehmen nach wie vor nicht. Nur dank der Förderung durch Bund und Länder kann das Deutschlandticket aktuell für 63 Euro angeboten werden. Einen nennenswerten Rückgang der Nutzerzahlen durch die zum 1. Januar dieses Jahres realisierte Preiserhöhung ist im VRS nicht zu beobachten; die Zahl der verkauften Tickets ist nur marginal zurückgegangen.

Michael Vogel stellt klar: „Ein attraktives Ticketangebot allein lädt nicht dauerhaft zum Umsteigen ein. Für einen verlässlichen, stabilen und somit zum Auto konkurrenzfähigen Nahverkehr braucht es mehr: eine Ausweitung der Leistungen und eine bessere Anbindung der ländlichen Gebiete.“

In Summe haben die im VRS-Beirat vertretenen Verkehrsunternehmen im Jahr 2025 insgesamt 626,88 Millionen Euro an Ticketeinnahmen im VRS-Tarif erwirtschaftet. Das sind 61,8 Millionen Euro oder elf Prozent mehr als im Jahr 2024. Zurückzuführen ist dieser Anstieg neben der Preiserhöhung des Deutschlandtickets zum 1. Januar 2025 von zunächst 49 auf dann 58 Euro auch auf einen Zuwachs an verkauften Tickets. Seit dem 1. Januar 2026 kostet das Deutschlandticket 63 Euro.

Neben dem Deutschlandticket und den „konventionellen Ticketangeboten“ ist der elektronische Tarif eezy.nrw ein weiterer Tarifpfeiler im VRS. Im Jahr 2025 wurden mit eezy.nrw im VRS 4,76 Millionen Euro eingenommen. Damit haben sich die Einnahmen im Jahresvergleich beinahe verdoppelt (2024: 2,55 Millionen Euro).

Die Zahl der mit der VRS-eezy.nrw-App absolvierten Fahrten liegt inzwischen bei 3,68 Millionen (Stand Ende 2025), wobei die Zahl der monatlichen Fahrten teils rasant steigt: 2025 kletterte sie um bis zu 28 Prozent im Vergleich zum Vormonat (+7,4 Prozent im Jahresmittel). Im Dezember 2025 erreichte die monatliche Fahrtenzahl beinahe die Viertelmillion (249.292). Der Aufwärtstrend setzt sich im Jahr 2026 fort: Im Januar dieses Jahres wurden rund 260.200 Fahrten unternommen.

Eine aktuelle Befragung unter Nutzern der App untermauert diese Entwicklung. Sie ergab hervorragende Zufriedenheitswerte mit dem luftlinienbasierten elektronischen Tarif – unter anderem empfehlen 96 Prozent der Befragten eezy.nrw weiter. Das ist vor allem für Gelegenheitsfahrer relevant, für die sich das Deutschlandticket nicht lohnt.

Aufgrund der eingebauten Bestpreisregelung bezahlt man selbst bei unerwartet vielen Fahrten am Ende nicht mehr, als das Deutschlandticket gekostet hätte. Es muss also niemand eine Preislotterie befürchten. Diese Bestpreisabrechnung gilt seit dem 1. Januar 2026 auch über den Preis des Deutschlandtickets hinaus: Der Preis der Fahrt mit eezy.nrw wird dabei auf den Preis des entsprechenden Einzeltickets gedeckelt, sofern eezy.nrw nicht ohnehin die preiswerteste Alternative ist.

Man muss sich also nicht ausrechnen, ob der Papierfahrschein womöglich billiger ist als die Fahrt mit dem Handy. Auch so sollen Gelegenheitsnutzer verstärkt dazu gebracht werden, ihren Fahrschein mit dem eigenen Smartphone zu lösen.

Siehe auch: Gesetz oder Ausrede?

Kommentare sind geschlossen.