Pro Bahn fordert weitere Elektrifizierung
25.03.26 (Bayern, Sachsen, Tschechien) Autor:Stefan Hennigfeld
Der Fahrgastverband Pro Bahn hat auf seinem Bundesverbandstag in Hof an der Saale eine Resolution zur beschleunigten Schließung der großen Elektrifizierungslücken im deutschen Schienennetz verabschiedet. Im Mittelpunkt steht die Franken-Sachsen-Magistrale zwischen Nürnberg, Marktredwitz und Hof sowie die grenzüberschreitende Anbindung nach Eger (Cheb) in Tschechien. „Wir tagen hier in Hof an einer der eklatantesten Elektrifizierungslücken des gesamten deutschen Schienennetzes“, erklärte Marco Kragulji, Vorsitzender des bayrischen Landesverbandes.
Rund 180 Kilometer zwischen Nürnberg und Hof bzw. Schirnding seien nicht elektrifiziert – obwohl die Strecke zum transeuropäischen Kernnetz gehöre, dort sowohl für den Personen- als auch den Güterverkehr vorgesehen sei und zudem zum europäischen Grundnetz der militärischen Mobilität zähle.
„Auf sächsischer und tschechischer Seite hängt längst der Fahrdraht. Die Lücke liegt allein bei uns.“ Der Verband fordert den Bund auf, der DB InfraGo unverzüglich den Planungsauftrag für die Elektrifizierung zu erteilen. Das positive Nutzen-Kosten-Verhältnis liege seit 2025 vor, ein weiterer Planungsstopp sei nicht hinnehmbar. Die ab 2029 vorgesehene Erneuerung der maroden Pegnitztal-Brücken müsse zwingend mit der Elektrifizierung gebündelt werden. Außerdem fordert man eine gesetzliche festgelegte Elektrifizierungsquote von achtzig Prozent.