Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

  • Schlagwörter

Hohe Vandalismusschäden bei der Ruhrbahn

31.03.26 (VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Vandalismus im öffentlichen Nahverkehr verursacht Jahr für Jahr erhebliche Schäden. Beschmierte Anlagen, zerstörte Automaten oder beschädigte Fahrzeuge müssen aufwendig gereinigt, repariert oder ersetzt werden. Für Verkehrsunternehmen wie die Ruhrbahn bedeutet das hohe zusätzliche Kosten – Kosten, die letztlich von der Allgemeinheit getragen werden. Die Aggressionen richten sich nicht nur gegen Fahrzeuge, Infrastruktur und Bauwerke der Ruhrbahn.

Respekt in Bus und Bahn ist leider keine Selbstverständlichkeit. Besonders das Fahrpersonal, die Ticketprüfer, die Servicekräfte und die Kundencenter-Mitarbeitenden müssen täglich mit vielen besonderen Situationen umgehen können. Im Jahr 2025 war die Ruhrbahn wieder Ziel mutwilliger Beschädigungen. Den größten finanziellen Schaden verursachte die Sachbeschädigung von Ticketverkaufsautomaten. Insgesamt summierten sich die Schäden im Jahr 2025 auf rund 331.000 Euro.

Allein in der Silvesternacht wurden sechs Automaten vollständig zerstört. Warum Ticketautomaten immer wieder Ziel solcher Zerstörungsaktionen werden, ist nicht nachvollziehbar. Vieles deutet darauf hin, dass es den Tätern vor allem um mutwillige Beschädigung geht, denn die Automaten sind diebstahlgesichert, bestehen aus verstärktem Stahl und sind videoüberwacht. Auf Platz zwei der Vandalismusschäden steht die Entfernung von Graffiti.

Mit Kunst hat das nichts zu tun – es handelt es sich um Schmierereien. Sie müssen von Haltestellen, Bauwerken und anderen Einrichtungen der Ruhrbahn aufwendig entfernt werden. Auch der Diebstahl von Kupfer und Kupferkabeln verursacht erhebliche Schäden. Allein im Jahr 2025 entstanden dadurch Kosten von rund 94.000 Euro. Hinzu kommen weitere Beschädigungen an der Infrastruktur: zerstörte Bahnhaltestellen und Bauwerke, Aufzüge und Fahrtreppen, abgerissene Mülleimer und Aschenbecher sowie eingeschlagene Scheiben an Haltestellen.

Im Busbereich ist der „klassische“ Vandalismus weiterhin allgegenwärtig, wenn auch dank Videoüberwachung rückläufig. Immer wieder werden Nothammer entwendet, USB-Ladebuchsen zerstört sowie Sitze und Taster beschädigt. Auch bei den Schienenfahrzeugen entstehen regelmäßig Schäden, etwa Kratzer an Verkleidungen, eingeschlagene Scheiben oder beschädigte Griffstangen. Zudem werden Klapprampen abgebrochen, Verbandskästen entwendet oder auch U-Bahnen mit größeren Graffitis beschmiert.

Für die Beseitigung dieser Schäden ist über das gesamte Jahr hinweg Personal und Material gebunden. Das muss nicht sein. Die Ruhrbahn setzt in ihren Bussen und Bahnen auf spezielle Sitzstoffe, auf denen Schmierereien weniger sichtbar sind sowie auf schnittfeste Polster und spezielle Folien auf Fahrzeugscheiben. Busse und Schienenfahrzeuge der Ruhrbahn, auch Haltstellen und Bahnhöfe sind mit Videokameras ausgestattet. So wird Vandalismus sichtbar und kann auch durch die Polizei nachvollzogen werden, in jedem Fall wird Anzeige erstattet.

Foto: Ruhrbahn GmbH

Kommentare sind geschlossen.