Dieselausstieg in Nordbayern
16.01.26 (Bayern) Autor:Stefan Hennigfeld
Die Umstellung auf einen dieselfreien Schienenpersonennahverkehr im Norden Bayerns rückt näher. Der Freistaat hat letzte Woche die DB InfraGO AG mit der Planung des Infrastrukturausbaus beauftragt. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU): „Die Zukunft der Bahn in Bayern ist elektrisch! In Nordbayern wollen wir den Dieselbetrieb bis 2040 beenden und alle Linien auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge umstellen. Hierfür müssen 74 Kilometer Schienenstrecken elektrifiziert und zwei Ladestationen neu gebaut werden. Der Freistaat geht freiwillig in Vorleistung und investiert rund sechzig Millionen Euro in die Planungen.“
Ein 2024 vorgestelltes Gutachten hatte die nötigen Infrastrukturausbauten ermittelt: Auf insgesamt zwanzig Linien sollen künftig Akku-Züge fahren. Sie nutzen elektrifizierte Abschnitte und Ladestationen in Bahnhöfen, um ihre Akkus aufzuladen. Ladestationen sollen in Bad Steben und Neustadt (Waldnaab) entstehen. In Nürnberg, Forchheim und Wicklesgreuth werden die Lademöglichkeiten durch die Elektrifizierung zusätzlicher Gleise verbessert. Für die Infrastrukturausbauten strebt der Freistaat eine Bundesförderung gemäß GVFG an.
Darüber hinaus wird die Region von bereits begonnenen Elektrifizierungsprojekten profitieren: Im Bundesverkehrswegeplan sind die Elektrifizierung des Ostkorridors Hof – Regensburg, der Franken-Sachsen-Magistrale Nürnberg – Schirnding und der Metropolenbahn Nürnberg – Furth im Wald enthalten. Diese Projekte plant die DB im Auftrag des Bundes. Bereits 2024 hat der Freistaat zudem den Planungsauftrag für eine Elektrifizierung von Schnabelwaid nach Bayreuth erteilt.
Der Abschnitt zwischen Hof über Oberkotzau nach Marktredwitz wird im Zuge des Ostkorridors elektrifiziert und soll stufenweise zwischen 2033 und 2036 in Betrieb gehen. Die Elektrifizierungen nach Rehau und Münchberg schließen daran an. Die übrigen Vorhaben werden eine sparsamere Akku-Nutzung und die Umstellung bestimmter Linien auf einen vollelektrischen Betrieb ermöglichen.
Bayerns DB-Konzernbevollmächtigter Heiko Büttner: „Wir erreichen nur dann unsere Klimaziele, wenn wir Güter und Menschen umweltfreundlich ans Ziel bringen. Genau das verspricht die Umstellung auf elektrischen Be-trieb oder Akku-Züge. Mit dem Start der Planungen für den erforderlichen Infrastrukturausbau treiben wir gemeinsam mit dem Freistaat die klima-freundliche Verkehrswende auf der Schiene in Nordbayern konsequent voran.“
Klaus Peter Söllner (Freie Wähler), Landrat des Landkreises Kulmbach: „Als Sprecher der IGE Oberfranken-Achse freue ich mich sehr, dass aufbauend auf den Empfehlungen unserer 2024 abgeschlossenen Machbarkeitsstudie zur Oberfranken-Achse die Umstellung des Schienenverkehrs in ganz Nordbayern auf klimafreundliche Antriebe schnell beschlossen wurde und innerhalb von nur einem Jahr für insgesamt zwanzig Schienenstrecken der konkreten Planungsvertrag erarbeitet werden konnte.“
Foto: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr