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Auf allen Ebenen für gute Bahnhöfe sorgen

26.01.26 (Kommentar) Autor:Stefan Hennigfeld

Frühjahrsputz klingt gut. Wenn die Tage länger, das Licht heller und die Bäume wieder grün werden, dann bringt man auch die Bahnhöfe auf Vordermann. Doch seien wir ehrlich: Vernünftige Sauberkeit erwarten die Fahrgäste mit Recht ganzjährig und nicht nur irgendwann zwischen März und Mai. Es ist Aufgabe der Stationsbetreiber, für Sauberkeit zu sorgen, Vandalismusschäden zu entfernen und die Bausubstanz in Ordnung zu halten. Hierfür steht der DB InfraGo das jährliche LuFV-Budget zur Verfügung, außerdem generiert man Einnahmen aus Stationsentgelten von erheblichem Umfang.

Rolltreppen und Aufzüge sind im Schadensfall kurzfristig zu reparieren, sollte sich herausstellen, dass es bei der Beschaffung von Ersatzteilen zu Lieferproblemen kommt, muss man reagieren und notwendige Bauteile selbst vorhalten und lagern. Spätestens seit dem Ausbruch der Corana-Pandemie vor inzwischen sechs Jahren wissen wir, dass die internationale und oft interkontinentale Just-in-Time-Lieferung oft extrem fragil und damit unzuverlässig ist. Das ist aber kein vom Himmel gefallenes Unglück, sondern ein Umstand, der inzwischen bekannt ist und auf den man vorbereitet sein muss.

Evelyn Palla hat ja recht: Die Bahnhöfe sind die Visitenkarten sowohl der DB AG als oft auch der dazugehörigen Städte. Viele Besucher reisen über die Hauptbahnhöfe an und wenn ihr erster Eindruck eine mit Schimmel- und Vandalismusschäden übersäte Eingangshalle eines baufälligen Hauptbahnhofes ist, dann ist der schlecht. Aber zu einem Hauptbahnhof gehört eben nicht nur der Teil, den DB InfraGo bewirtschaftet, sondern ein Hauptbahnhof ist üblicherweise ein Gesamtkunstwerk.

Man hat in vielen Fällen kommunale U-Bahnstationen im Keller, mit denen die DB AG nichts zu tun hat, aber in denen die Kommunen für Ordnung und Sauberkeit sorgen müssen. Dazu kommen die Busbahnhöfe, Taxistände oder allgemein Vorplätze, die eine ordentliche Aufenthaltsqualität bieten sollen. Sitzbänke und ein paar schöne Grünflächen statt Zigarettenkippen und Körperausscheidungen machen einen Hauptbahnhof attraktiv.

Da ist es natürlich zu begrüßen, dass DB Sicherheit in den Bahnhöfen verstärkte Präsenz zeigt, aber das kann nur einer von vielen Bausteinen sein. Man muss auch die Polizei ins Boot holen, oder besser gesagt: Die Polizeien: Für die Bahnhöfe ist die Bundespolizei zuständig, die aus der historischen Bahnpolizei hervorgegangen ist, für die Vorplatz und die kommunalen Schienenanlagen wiederum die auf Landesebene organisierte Ortspolizei.

Hier braucht man funktionierende Sicherheitspartnerschaften, in denen man alle mit ins Boot holen muss: Die Aufgabenträger, DB Sicherheit, die kommunalen Verkehrsbetriebe und ihre Sicherheitsstrukturen, die vor Ort zuständigen Ordnungsämter und natürlich auch die Orts- und Bundespolizei. Hier kann man aber sicher: An der DB AG scheitern solche Konzepte nicht, im Gegenteil, auf dieser Ebene ist man seit Jahren bereit, gute Zusammenarbeiten einzugehen. Es sind die unteren Stellen, die jetzt am Zug sind.

Siehe auch: DB AG startet Sofortprogramm für Bahnhöfe
Foto: Deutsche Bahn AG / Christoph Soeder

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