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Intuitiven Zugang fördern

01.12.25 (Kommentar) Autor:Stefan Hennigfeld

Mit dem noch immer relativ neuen Deutschlandticket gibt es erstmals die Möglichkeit, mit der eigenen Monatskarte auch in Urlaubsregionen zu fahren: Mit dem Deutschlandticket geht es zur Arbeit, aber es sichert auch die Mobilität in den Ferien. Man kann im Allgäu, an Nord- und Ostsee, im Harz oder bei Städtereisen nach Hamburg, Berlin, Köln oder München immer mit dem eigenen Deutschlandticket fahren und es gilt ohne Kompromisse.

Okay, es mag da Ausnahmen geben, etwa bei Schiffsverbindungen auf dem Bodensee, aber im großen und ganzen ist es so. Jetzt gibt es aber durchaus Leute, die fahren nur gelegentlich mit Bussen und Bahnen und für die lohnt sich das Deutschlandticket einfach nicht – auch das sind wichtige Kunden, die man nicht vergessen darf. In Nordrhein-Westfalen gibt es hier das Prinzip Eezy, wo die Bezahlung mit dem eigenen Smartphone stattfindet und am Ende des Monats ist die Bestpreisabrechnung garantiert.

Wer also nicht weiß, ob sich diesen Monat ein Deutschlandticket lohnt, kann einfach mal losfahren und der Preis ist automatisch gedeckelt: Wer für zehn Euro im Monat fährt, der bezahlt zehn Euro, aber wer dann doch für hundert Euro fährt, der zahlt nur den aktuellen Preis des Deutschlandtickets. Trotzdem braucht man dafür eine Registrierung, die App auf dem eigenen Smartphone und es muss eine Bezahlmethode hinterlegt werden.

Wer ein paar Wochen nicht gefahren ist und versucht, sich mit seiner App anzumelden, steht vielleicht auf einmal da und sieht: Hoppla, die App hat mich ja ausgeloggt. Wie war nochmal das Passwort? Klappt das mit dem integrierten Passwort-Manager auf dem eigenen Smartphone? Und was ist mit (älteren) Bürgern, die ein solches Smartphone vielleicht gar nicht haben? Okay, es werden weniger, aber es gibt eben noch immer Bürger im Land, die warum auch immer auf den Besitz eines solchen mobilen Endgerätes verzichten und auch die sind potentielle Kunden der Betreiber öffentlicher Verkehrsbetriebe und müssen berücksichtigt werden.

Wenn es jetzt mit dem Konzept CALO gelingt, dass man überall in Deutschland (oder vielleicht auch international?) auch ohne eigenes mobiles Endgerät und ohne Registrierung bargeldlos bezahlen kann, dann ist das zumindest mal ein guter Schritt, den es weiter zu unterstützen gilt. Denn vergessen wir eins nicht: Die allermeisten potentiellen Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel haben ein beständig verfügbares Auto vor der Tür stehen, das sie jederzeit intuitiv nutzen können.

So muss es sich auch mit Bussen und Bahnen verhalten: Hier gilt es, Zugangshürden abzubauen, die Nutzung zu vereinfachen und dafür zu sorgen, dass Leute nicht abgeschreckt werden, weil es ohnehin alles zu kompliziert ist. Wenn man dann Guthabenkarten hat, die man nicht nur im eigenen Verkehrsverbund nutzen kann, sondern bundesweit, dann wird es noch einmal einfacher und intuitver und genau dort müssen wir hinkommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Deshalb gilt es, mit dem Fortschritt mitzugehen und den Zugang zu vereinfachen.

Siehe auch: Rheinbahn: Grundlage für Bundesstandards
Foto: Düsseldorfer Rheinbahn AG

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