BVG AöR: 35 Jahre Buslinie 100
02.12.25 (Berlin) Autor:Stefan Hennigfeld
Ende November 1990, wenige Tage nach der Einheit, rollte der erste Bus der Linie 100 durch Berlin. Was heute als festes Stück Stadtbild gilt und in jedem Berlin-Reiseführer steht, war damals ein mutiges Vorhaben – eine Linie zwischen Ost und West, als sichtbares Zeichen der Wiedervereinigung. Der 100er war zugleich Touristen-Attraktion, organisatorische Meisterleistung und frischer Impuls für das urbanisierte Berlin. Es war die erste dreistellige Liniennummer in Berlin.
Die Linie 100 verbindet seitdem Highlights, die nicht nur Touristen begeistern: Gedächtniskirche, Siegessäule, Brandenburger Tor, Dom und Fernsehturm. Eine Panorama-Tour, die alle Facetten der Hauptstadt zeigt. Kein Wunder, dass sie von Anfang an zu den beliebtesten BVG-Linien gehörte und die Plätze in der ersten Reihe im Oberdeck des Doppeldeckers die vielleicht begehrtesten Sitzplätze Berlins waren.
West-Berliner Fahrgäste zahlten 2,70 D-Mark fürs Ticket, Ost-Berliner zwanzig Pfennig zwischen Mollstraße und Brandenburger Tor. Wer „rüber“ wollte, musste zwei D-Mark für einen „Grenz“-Fahrschein lösen. Bis Januar 1995 bestanden zusätzlich der West-„A-Tarif“ bzw. der Ost-„B-Tarif“, danach wurden die Tarifgrenzen aufgehoben. Der 100er entwickelte sich weiter, ohne seinen Charakter zu verlieren. Am 26. Mai 1992 öffnete sich für ihn das Symbol der deutschen Einheit, das Brandenburger Tor – erst seit dem Ende der Sanierung 2002 ist es für Autos gesperrt.