Bayern: SPNV-Züge im Landesdesign
12.12.25 (Bayern) Autor:Stefan Hennigfeld
Der Freistaat Bayern plant das Erscheinungsbild im SPNV zu vereinheitlichen und hat angekündigt, zukünftig alle neuen Regionalzüge und S-Bahnen in München und Nürnberg mit modernem weiß-blauen Rautenmuster rollen zu lassen, unabhängig von der Frage des den Zug betreibenden Eisenbahnverkehrsunternehmens. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) ist: „Wir bekommen Züge mit mehr Bayern-Seele sowie einem schicken, selbstbewussten und sachlich klaren Erscheinungsbild. Damit wollen wir gerade den Fahrgästen in den Bahnstationen die Orientierung erleichtern und Zugangshemmnisse abbauen.“
Die BEG fordert in ihren künftigen Ausschreibungen das Landesdesign für Neufahrzeuge. Die ersten Regionalzüge im neuen Look sollen Anfang des kommenden Jahrzehnts zwischen Aschaffenburg und Berchtesgaden unterwegs sein. Bei der Münchner S-Bahn kommen die ersten weiß-blauen Fahrzeuge ab Ende 2028 zum Einsatz. Bisher fahren die Nahverkehrszüge in Bayern im Design der jeweiligen Eisenbahnverkehrsunternehmen. Bestehende Fahrzeuge werden aus wirtschaftlichen Gründen nicht nachträglich umgestaltet.
Das Landesdesign fügt sich nahtlos in die aktuelle Strategie des Freistaats ein, alle Kontaktpunkte, an denen die Fahrgäste mit dem bayerischen SPNV in Berührung kommen, einheitlich zu gestalten. Dazu zählen zum Beispiel auch Fahrausweisautomaten, Videoreisezentren und Kundencenter. Das neue Regionalzugdesign hat die BEG gemeinsam mit dem Designstudio Neomind entwickelt. Es knüpft an die Außengestaltung der neuen XXL-S-Bahn für München an, die auf der letzten Innotrans-Messe in Berlin erstmals präsentiert worden war und auch beim Mock-up auf der IAA Mobility im letzten September für hohe Zustimmungswerte gesorgt hat.
Prägend sind die Farben Weiß und das charakteristische Blau der bereits eingeführten Marke „Bahnland Bayern“. Ein modernes Rautenmuster, angelehnt an die bayerische Staatsflagge, zieht sich über die Fahrzeugaußenseiten und schafft eine klare Wiedererkennbarkeit, unabhängig davon, ob es sich um Expresszüge, Regionalbahnen oder S-Bahnen handelt. Letztere sind zusätzlich mit einem großen „S“ gekennzeichnet. „Die einzelnen Betreiber der Züge werden weiter über deutlich sichtbare Unternehmenslogos erkennbar sein. Damit wird gewährleistet, dass die Fahrgäste auch weiterhin erkennen können, wer ihr erster Ansprechpartner ist“, erklärt Bärbel Fuchs, BEG-Geschäftsführerin.
Für das Design werden lackierte und folierte Flächen kombiniert, etwa für Rauten oder Markierungen der Nutzungsbereiche. Diese Elemente lassen sich bei Bedarf oder Abnutzung, schnell und kostengünstig erneuern. Ein starker Hell-Dunkel-Kontrast erleichtert die barrierefreie Orientierung: Schwarzgraue Türen heben sich von der hellen Außenhülle ab. Die erste Klasse ist durch einen gelben Streifen hervorgehoben.
Graphik: Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH