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MVV wächst bis Niederbayern

17.11.25 (Bayern, München) Autor:Stefan Hennigfeld

Die bayrischen Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Mühldorf am Inn und Landshut sowie die Stadt Landshut treten zum 1. Januar 2026 dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund MVV bei. Für die Fahrgäste bedeutet das: Tarif, Vertrieb und Fahrgastinformation werden einfacher, und damit auch die Nutzung von Bus und Bahn. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hat den neuen Gesellschaftern letzte Woche im Rahmen der MVV-Verbundraumerweiterungsfeier in München symbolisch ihre Förderbescheide überreicht.

Durch den Beitritt des Landkreises und der Stadt Landshut wird der Verbundraum erstmals bis nach Niederbayern ausgedehnt. Durch den Beitritt in der dritten Phase der Verbundraumerweiterung wächst die Fläche des MVV-Verbundraums auf rund 13.600 Quadratkilometer an, rund 450.000 Einwohner kommen zum MVV dazu.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Der MVV ist schon lange ein Schwergewicht im Öffentlichen Nahverkehr – nicht nur in Bayern, sondern bundesweit. Durch die erneute Erweiterung profitieren künftig mehr als vier Millionen Menschen von den Vorteilen des Verbunds. Stadt und Land rücken damit noch enger zusammen, Pendeln wird einfacher, der ÖPNV noch attraktiver. Der Freistaat Bayern unterstützt diese Erweiterung gerne mit einem zweistelligen Millionenbetrag und setzt so ein starkes Signal für nachhaltige Mobilität und gleichwertige Lebensverhältnisse.“

Durch den MVV-Beitritt muss für eine Fahrt mit Bus oder Bahn muss künftig nur noch ein Ticket gelöst werden. Der MVV-Zonentarif löst Unternehmertarife im allgemeinen ÖPNV und den Deutschlandtarif im SPNV ab. Der MVV-Fahrschein gilt im gewählten Geltungsbereich in allen MVV-Verkehrsmitteln: Bei Umstieg von Bus auf Bahn, Bahn auf U-Bahn oder Tram wird kein weiteres Ticket mehr benötigt, viele Fahrten werden günstiger, Fahrkarten können online – über App oder Homepage – gelöst werden. Am einfachsten geht das mit MVVswipe, der Funktion in der MVV-App für schnellen Ticketkauf. Mit nur einem Wisch gelangen Fahrgäste direkt zum richtigen Ticket.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD): „Der Münchner Verkehrsverbund vergrößert sich weiter. Ab sofort können die Münchnerinnen und Münchner mit dem MVV-Ticket sogar bis nach Niederbayern und zur Zugspitze reisen. Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr in einem leistungsfähigen Verkehrsverbund bildet das Rückgrat für die wirtschaftliche Stärke der Region München.“

Alle neuen Linien, Haltestellen, P+R-Infos etc. werden in die digitale Fahrgastauskunft eingepflegt. Die Menschen in den drei „neuen“ Landkreisen sowie in der Stadt Landshut profitieren ebenso wie alle bisherigen MVV-Nutzer u.a. von einem vereinfachten Tarif sowie einer übergreifenden Fahrplan- und Tarifauskunft. Diese kann ganz einfach mit der kostenlosen und werbefreien MVV-App abgefragt werden. Mit der MVV-App haben die Fahrgäste stets ihren eigenen Ticketautomaten mobil auf dem Handy dabei, bei der Eingabe von Start und Ziel zeigt die MVV-App immer die günstigste Ticketvariante an, mit einfachen Schritten geht es direkt zum Fahrkartenkauf.

Durch den Beitritt kommen 41 SPNV-Stationen sowie ca. 1.900 Bushaltestellen zum MVV neu dazu. Ab dem 1. Januar 2026 werden in den neuen Verbundlandkreisen Tickets im MVV-Tarif verkauft. Damit die Fahrgäste die richtigen Tickets erhalten und auch das Kontrollpersonal in Bussen und Zügen auf den Strecken, die zukünftig im MVV-Gebiet liegen, weiß, wie der MVV-Tarif funktioniert, hat der MVV mehrere Schulungen durchgeführt und Hintergrundsysteme angepasst.

Bernd Rosenbusch, MVV-Geschäftsführer: „Mit dem Beitritt zum MVV stärken die neuen Partner das Verbundsystem und schaffen bessere Möglichkeiten im Nahverkehr – sowohl für Pendler als auch im Freizeitverkehr. Für die heutigen MVV-Nutzerinnen und Nutzer ergeben sich nun noch mehr einfacher zu erreichende Freizeitziele und Arbeitsplätze. In finanziell herausfordernden Zeiten setzen wir uns weiterhin für einen zukunftsfähigen öffentlichen Verkehr ein, mit einheitlichen und teils deutlich günstigeren Tarifen, einem 365-Euro-Ticket für Schülerinnen und Schüler und einem modernen, einfachen Zugang über MVVswipe.“

Damit die Fahrgäste ab 1. Januar kommenden Jahres über die digitalen Informationsmedien einfach und schnell an die gewünschten Verbindungs- und Tarifinformationen kommen, wurden die neuen Daten in die entsprechenden Systeme (DIVA-Datenbank) eingepflegt.

Siehe auch: Öffentliche Verkehrsmittel ernsthaft stärken

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