Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

  • Schlagwörter

BRB: Schwere Kritik an DB InfraGo

17.11.25 (Bayern, Fahrplanänderungen, Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Bayrische Regiobahn bzw. deren Geschäftsführer Arnulf Schuchmann übt schwere Kritik an DB InfraGo. Man sei „kurz davor, alles hinzuschmeißen und gar nicht mehr zu fahren“. Seit Monaten gäbe es „kaum noch Streckenabschnitte im 840 Kilometer langen Netz der BRB, in denen der Zugbetrieb ohne Probleme läuft.“ Dies begründet man mit desaströser Planung bei DB InfraGo. Überall würden Bauarbeiten geplant, aber der Infrastrukturbetreiber komme mit der Realisierung nicht hinterher.

Dabei ist durchaus nachvollziehbar, dass gebaut werden müsse. Schuchmann: „Die Strecken sind marode und viel zu lange wurde nichts gemacht. Aber was wir seit geraumer Zeit erleben, ist nicht mehr zumutbar. Weder für die Fahrgäste noch für unsere Mitarbeitenden. Von einem auf den anderen Tag werden Baustellen nicht fertig und gehen länger, andere Baustellen werden kurzfristig abgesagt, wieder andere überlagern sich.“

Als Beispiel nennt er Baumaßnahmen auf der Linie RE 5, die am letzten Wochenende begonnen haben und für die unmittelbar vor dem Start noch keinerlei Bauplanungen vorlag. „Zwischen München Ost und Rosenheim wird es Eingleisigkeiten geben, das würde zu Zugverspätungen führen. Um die zu vermeiden, planen wir sogenannte Vorplanfahrten, das heißt, dass Züge früher in München losfahren. Zeiten dafür haben wir nicht, also schätzen wir ab, dass zwanzig Minuten Verspätungen auflaufen. Um die Anschlüsse halten zu können, fahren wir grob gesagt zwanzig Minuten oder eine Viertelstunde früher los. So entwerfen wir einen Fahrplan auf diesen Annahmen und wenn die DB InfraGO sich dann irgendwann bequemt, ihre Daten an uns zu übermitteln, kann es sein, dass die Fahrgäste dann eben warten müssen, weil wir später losfahren, als wir angenommen hatten.“

Schichtpläne müssen angepasst werden, Umläufe für die Züge ebenfalls, die Triebfahrzeugführer müssen irgendwann auch wissen, zu welcher Stunde und Minute die Züge fahren. Von Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit weit und breit keine Spur. „Wir befinden uns am Rand des gerade noch Leist- und Zumutbaren“, verdeutlicht der BRB-Chef. „Und die Fahrpersonale auf den Zügen müssen mit der durchaus berechtigten Kritik der Fahrgäste umgehen und viele Sprüche von aufgebrachten Fahrgästen aushalten. Baumaßnahmen in diesem Umfang brauchen eigentlich zwei Monate Vorlauf und wir haben gerade mal drei Tage und das ist kein Einzelfall, sondern wird langsam zur Regel.“

In die digitalen Auskunftssysteme der DB bringt die BRB die Ersatzfahrpläne in dieser Kurzfristigkeit auch nicht mehr. Das System ist so schwerfällig und wurde seit Jahrzehnten nicht auf das digitale Zeitalter angepasst, sodass die Aktualisierung nur alle paar Tage erfolgt und dazwischen jegliche Änderung ausgeschlossen ist. Schuchmanns Fazit: „Verlässliche Zugfahrten sind nicht mehr möglich. Wir können den Zugverkehr so kaum noch aufrechterhalten! Das ist weder den Fahrgästen noch den Mitarbeitenden zumutbar.“

Foto: Bayrische Regiobahn / Andi Leder

Kommentare sind geschlossen.