Bodycams: Positives Fazit der SBB
11.11.25 (Schweiz) Autor:Stefan Hennigfeld
Seit September 2024 setzt die Transportpolizei schweizweit Bodycams ein. Nach rund einem Jahr zieht die SBB ein positives Fazit: Die Bodycams haben sich als sinnvolles Einsatzmittel zur Deeskalation von Konflikten und zur Beweissicherung bewährt. Sicherheit hat für die SBB höchste Priorität: Reisende und Mitarbeiter sollen sich am Bahnhof, im Zug und bei der Arbeit jederzeit sicher fühlen. Und genau dafür engagiert sich die SBB tagtäglich mit grossem Einsatz.
Dabei setzt sie auf ein Zusammenspiel aus Prävention, Präsenz, Deeskalation und Technologie. Nach einem Jahr zieht die TPO eine positive Bilanz: Die Bodycams haben sich als wertvolles Einsatzmittel zur Deeskalation von Konflikten und zur Beweissicherung bewährt. Die Anzahl Tätlichkeiten gegenüber Polizisten ist im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich um elf Prozent zurückgegangen. Das ist ein Erfolg, auch wenn der Rückgang weniger stark ausfällt als im ersten Halbjahr.
Denn im gleichen Zeitraum sind Belästigungen und Drohungen gegenüber der Transportpolizei gestiegen, mutmaßlich aufgrund der zahlreichen Events im Sommer. 687 Mal wurde eine Bodycam aktiviert. In 202 Fällen dienten die Aufnahmen als Beweismittel. Davon wurden 32 den Strafuntersuchungsbehörden übergeben. 485 Mal wurden Aufnahmen frühzeitig gestoppt, weil sich die Situation in vielen Fällen nach Auslösung der Bodycam beruhigte.
Bei fast der Hälfte der angehaltenen Personen konnte durch das Ankündigen einer Aufnahme eine Deeskalation des Konflikts erreicht werden. Rund neunzig Prozent der Polizisten bewerten die Bodycam aufgrund der gemachten Erfahrung als sinnvolles Einsatzmittel. Der Einsatz dieser Technologie war ein wichtiger Schritt, Polizisten der Transportpolizei für die Herausforderungen im täglichen Präsenz- und Interventionsdienst noch besser auszurüsten.
Bodycams dienen der Abschreckung von potenziellen Täterinnen und Tätern, der Deeskalation von Konflikten und, wenn nötig, der Aufzeichnung zur Beweissicherung. Die Bodycam zeichnet nicht durchgehend auf, sondern wird einsatzbezogen durch die Polizistinnen und Polizisten ausgelöst, was für das Gegenüber deutlich erkennbar ist. Die Polizistinnen und Polizisten kündigen die Aktivierung der Bodycam jeweils mündlich an, sofern es die Situation erlaubt. Bei Aktivierung blinken die drei Front-LED rot und ein Signalton ertönt. Auch die zu kontrollierende Person kann die Aktivierung der Bodycam verlangen.
Die aufgezeichneten Videodaten werden auf Servern der SBB in der Schweiz gesichert. Zugriff auf diese Aufnahmen haben ausschließlich spezialisierte Fachkräfte der Transportpolizei zu Beweiszwecken. Eine manuelle Bearbeitung oder Löschung der Aufnahmen ist nicht möglich. Nach hundert Tagen werden die Daten automatisch gelöscht, sofern keine Editionsverfügung der Strafuntersuchungsbehörde zur Herausgabe der Daten vorliegt. Jede Löschung wird dokumentiert, sodass Missbrauch mit den aufgezeichneten Bildern ausgeschlossen ist.