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20.10.25 (Kommentar) Autor:Stefan Hennigfeld

Wenn die DB AG ankündigt, die Flexpreise und auch die Einstiegspreise bei den Sparpreisen stabil zu halten, dann sagt das natürlich über die tatsächlichen Kosten des Bahnfahrens im Fernverkehr überhaupt nichts aus. Es ist schon Jahren bekannt, dass man sowohl über die Sparpreisverfügbarkeit als auch über die tatsächliche Höhe der Sparpreise jederzeit, auch im laufenden Fahrplanjahr, geheime Fahrpreisänderungen durchführen kann, denn diese Daten sind stets ein streng gehütetes Unternehmensgeheimnis des roten Konzerns.

Das gilt übrigens auch für Preissenkungen, denn bei schlecht ausgelasteten Fernverkehrsrelationen kann man sehr wohl dafür sorgen, dass durch höhere Verfügbarkeit sehr niedriger Sparpreise das Zugfahren billiger wird, während man auf stärker ausgelasteten Abschnitten natürlich die Nachfrage zugunsten der eigenen Einnahmen nutzen kann. Dabei muss man sich schon die Frage stellen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Sparpreisverfügbarkeit und den parallelen Konkurrenzangeboten gibt.

Ist der ICE vielleicht besonders billig, wenn der Flixtrain zehn Minuten früher fährt? Welche Rolle spielen Inlandsflüge, z.B. zwischen Köln/Bonn und Berlin oder Düsseldorf und München? Natürlich ist das alles Spekulation, aber die Frage stellt sich ganz selbstverständlich. Welche Auswirkungen hat es auf die Sparpreisverfügbarkeit auf mittleren Fernverkehrsrelationen, welches Eisenbahnverkehrsunternehmen den parallel laufenden Regionalexpress fährt?

Ist es vielleicht besonders oft sehr teuer, mit dem InterCity zu fahren, wenn der auf der gleichen Relation verkehrende Regionalexpress von DB Regio betrieben wird, während man umgekehrt sehr oft sehr billig fahren kann, wenn ebenjener Regionalexpress von einer Wettbewerbsbahn gefahren wird? Man weiß es nicht, aber die Gedanken liegen nahe und bei der DB AG würde man seinen Job ja nicht machen, wenn man nicht genau in diese Richtung steuern würde.

Stichwort Steuerung: Wenn der EVG-Vorsitzende Martin Burkert davon spricht, dass die Politik dafür verantwortlich sei, dafür zu sorgen, dass die Verschuldung des DB-Konzerns im Rahmen bleibt. Niemand weiß, inwieweit so eine Aussage in Absprache mit dem Bahntower oder aus eigenem Antrieb erfolgt, aber natürlich spielt das in die nächste Strategierunde der DB AG mit ein, nämlich dass man in den nächsten Jahren versuchen wird, sich zulasten des Bundeseisenbahnvermögens zu entschulden. Wie sonst soll dieser Konzern von seinem Schuldenberg runterkommen?

Diese Debatte wird in den kommenden Jahren Fahrt aufnehmen. So wie die DB AG bei ihrer Gründung davon profitiert hat, dass die Vermögenswerte der Bundesbahn zu ihr gekommen sind, die Schulden aber vom Bundeseisenbahnvermögen übernommen worden sind, wird man dies ein weiteres mal fordern. Das muss auch den anderen Marktakteuren klar sein und die müssen sich auf diese in den nächsten Jahren anstehende Debatte vorbereiten. Die DB AG jedenfalls bereitet sich offensichtlich auf genau jene Entschuldungsdebatte bereits vor.

Siehe auch: DB AG: SPFV-Flexpreis bleibt stabil
Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

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