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Die Zukunft beginnt

15.09.25 (Kommentar) Autor:Stefan Hennigfeld

Auf Basis der neuen Münchener S-Bahn wird man mit Sicherheit auch anderswo S-Bahntriebzüge herstellen und vertreiben können. Ob 200 Meter lange Züge die Regel sind oder ob man nicht doch lieber auf Mehrfachtraktion setzt, bleibt abzuwarten, aber die Basis steht und damit hat Siemens für die kommenden Jahrzehnte ein Produkt auf den Markt gebracht. Diese Züge werden das Bild der Münchener S-Bahn auf Jahrzehnte prägen und bis weit in die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts fester Bestandteil der Mobilität der bajuwarischen Landeshauptstadt und der Umgebung sein.

Für die Wartung wird die S-Bahn München GmbH bzw. die DB AG in Eigenregie verantwortlich sein. Auch das Aufspielen von Software-Updates durch den Hersteller Siemens Mobilty wird im Jahr 2034 zu Ende sein: Wann immer man dann die Hilfe des Herstellers braucht, muss man sie teuer bezahlen, ein Eigeninteresse an Fahrzeuge, die auch nach zwanzig Jahren und mehr noch wartungsfreundlich sind, hat der Hersteller jedenfalls nicht. Im Gegenteil, er kann profitieren, wenn der Betreiber ihn um Hilfe bittet.

Nun kann man diskutieren, inwieweit man verschiedene Verträge für Betrieb und Instandhaltung vergeben sollte, aber in jedem Fall ist auch einem Eisenbahnverkehrsunternehmen, das die Instandhaltung selbständig durchführt anzuraten, den Hersteller langfristig mit im Boot zu halten, damit man nicht über die Jahre oder Jahrzehnte die böse Überraschung erlebt. Das gilt auch bei der Münchener S-Bahn. Dabei ist es doch durchaus möglich, dass es dort in den nächsten Jahrzehnten Netzerweiterungen geben könnte – mit der Notwendigkeit, zusätzlicher Züge.

Wird es also möglich sein, kompatible Züge auch im Jahr 2045 oder 2050 noch nachzubestellen? Klar, wenn die Fahrzeuge 200 Meter lang sind, stellt sich nicht mehr die Frage nach der Kuppelbarkeit, denn es bleibt bei der Einfachtraktion. Aber bleiben Ersatzteile späterer Bauserien kompatibel? Müssen bei Nachlieferungen in der Zukunft womöglich völlig neue Werkstattressourcen geschaffen werden? In jedem Fall zeigt sich eins: Nachdem man in München bereits 1972 zu den Olympischen Sommerspielen ein S-Bahnnetz aus dem Boden gestampft hat, kann man auch heute noch deutliche Verbesserungen umsetzen.

Es wird nach den frühen Olympiatriebzügen (Baureihe 420) der 1970er Jahre und den rund um die Jahrtausendwende in Betrieb genommenen Quietsches (Baureihe 423) nun die dritte Generation Münchener S-Bahntriebzüge sein. Gerade eine Stadt wie München ist zwingend darauf angewiesen, dass man eine funktionierende S- und U-Bahn hat, aber auch dass Regionalverkehr in die Region Oberbayern funktioniert, damit Pendler auch mit dem Zug kommen und nicht doch aufs Auto umsteigen, weil sie mit der Eisenbahn immer wieder Probleme hatten.

Deshalb gilt es auch in Bayern, eine Eisenbahn zu organisieren, die verlässlich fährt. Dazu gehört eine gute Personalakquise aber auch eine langfristige Planung dessen, was man umsetzen möchte, denn das Potential ist im Großraum München definitiv vorhanden.

Siehe auch: München: S-Bahnmodell auf der IAA
Foto: Deutsche Bahn AG / Thomas Kiewning

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