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Ablachtalbahn: Neue Schrankenanlagen

12.08.25 (Baden-Württemberg) Autor:Stefan Hennigfeld

Ein großer Fortschritt für die Bahnstrecke der Ablachtalbahn zwischen Stockach, Sauldorf, Meßkirch und Mengen: am 30. Juli gingen in Stockach zwei nagelneue Schrankenanlagen an den bestehenden Bahnübergängen Tuttlinger Straße und Berlingerstraße in Betrieb. „Die Pfeifsignale sind dank der Schrankenanlagen an den beiden Bahnübergängen Tuttlinger Straße und Berlingerstraße in Stockach nun genau so Geschichte, wie das Abbremsen der Züge am Bahnübergang“, sagte Bürgermeister Arne Zwick (CDU) aus Messkirch.

Somit ist kein Pfeifen der Züge mehr notwendig und die Züge fahren in gleichmäßiger Geschwindigkeit über die Bahnübergänge. Bürgermeister Severin Rommeler aus Sauldorf (parteilos) betonte: „Wir ertüchtigen unsere Ablachtalbahn Stück für Stück, um sie für den Personenverkehr wie auch für den Güterverkehr attraktiv und zukunftsfähig zu machen. Wir denken dabei an die Reaktivierung der Strecke für den täglichen Stundentakt“.

Die Bahnübergänge wurden in Zusammenarbeit mit der Stadt Stockach geplant und umgesetzt. „Die beiden neuen Schrankenanlagen sind eine große Erleichterung sowohl für Anwohner wie auch für Autofahrer“, sagte Bürgermeisterin Susen Katter (parteilos) aus Stockach und ergänzt: „Unsere Mitarbeiter der Verwaltung und der Stadtwerke haben mit den Bahnmitarbeitern sehr gut zusammengearbeitet, sodass auch Synergien bei den Baumaßnahmen im Bereich von Leitungsverlegungen geschaffen wurden.“

Nachdem jahrelang die Züge dort pfeifen mussten bzw. ein Bahnübergangsposten des Förderverein Ablachtalbahn e.V. den Straßenverkehr manuell regelte, sichern nun neueste Schrankenanlagen mit Ampeln und Halbschranken den Straßenverkehr. „Damit erhöhen wir nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Akzeptanz, da die bisher notwendigen Pfeifsignale mitten im Wohngebiet entfallen können,“ freut sich Eisenbahnbetriebsleiter und technischer Leiter der Ablachtalbahn, Frank von Meißner.

Etwas verzögert hatten sich die Bauarbeiten aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei den Schrankenantrieben und weiteren technischen Komponenten, die nur wenige Hersteller überhaupt produzieren. Zudem mussten die Planungen für die Wasserleitungen der Bodensee-Wasserversorgung im Bereich der Berlingerstraße überarbeitet werden. Die von der alten Ablachtal-Bahn GmbH übernommene Aktenlage war dahingehend unvollständig.

„Rund 500.000 Euro wurden in die moderne Bahnübergangstechnik investiert“, sagte der Projektleiter und stellvertretender Eisenbahnbetriebsleiter der Ablachtalbahn, Thomas Heim und ergänzt: „Für diesen Preis bekommt man bei Gleisanlagen der DB InfraGO wenn überhaupt nur einen einzigen Bahnübergang, denn die deutlich höheren Planungskosten, Auflagen und die damit verbundenen hohen Standards, die bei der Hauptbahn gelten, machen diese Anlagen entsprechend teuer“. Die Bahnübergänge sind auf dem für Nebenbahnen modernsten Stand der Technik.

Foto: Förderverein Ablachtalbahn e.V.

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