Siemens: Lokomotiven für Nordamerika
07.07.25 (Übrige Welt) Autor:Stefan Hennigfeld
Siemens Mobility stellt die nächste Generation von Personenzuglokomotiven vor – die Charger B+AC. Die Lokomotive wird in den USA für den nordamerikanischen Markt gefertigt und ist die erste batterieelektrisch betriebene Personenzuglokomotive Nordamerikas. Mit der Einführung der Charger B+AC baut Siemens Mobility sein Portfolio alternativer Antriebstechnologien aus. Das Unternehmen bietet bereits heute mehrere Antriebslösungen an – darunter den batterieelektrischen Mireo Plus B, den wasserstoffbetriebene Mireo Plus H sowie Vectron-Lokomotiven mit Batteriemodulen für den Hybridbetrieb.
Die neue Charger B+AC ergänzt dieses Angebot um eine batterieelektrische Lösung, die auf den nordamerikanischen Personenzugmarkt zugeschnitten ist und mehr Flexibilität und betriebliche Effizienz bietet. Das Konzept basiert auf dem Ansatz modularer, skalierbarer und infrastrukturkompatibler Lösungen – mit dem Ziel, Betreiber bei der Umsetzung intelligenter und nachhaltiger Mobilität zu unterstützen.
„Mit der Einführung der Charger B+AC erweitern wir unser Portfolio und bekräftigen unser Engagement, für jede Anforderung unserer Kunden die passende Antriebslösung bereitzustellen“, sagte Andre Rodenbeck, CEO Rolling Stock bei Siemens Mobility. „Mit einem stetig wachsenden Angebot an Batterie-, Wasserstoff- und Hybridantrieben ermöglichen wir Betreibern, effizient, nachhaltig und zukunftssicher zu investieren – gestützt auf zuverlässige Plattformen und unsere jahrzehntelange Erfahrung im Bahnbereich.“
Die Charger-Plattform von hat sich in Nordamerika bewährt – über 400 Lokomotiven wurden bisher verkauft. Die neue Charger B+AC repräsentiert eine noch innovativere Weiterentwicklung des Charger-Designs. Durch den Wegfall des Dieselmotors und die Integration eines modularen Batteriesystems sowie eines Stromabnehmers entsteht eine zukunftsweisende Lösung, die die Mobilität für Pendler in den Vereinigten Staaten entscheidend verändern wird.
Im Betrieb beziehen die Lokomotiven ihren Strom primär aus Oberleitungen und wechseln nahtlos in den Batteriebetrieb, z. B. in Bahnhöfen oder Streckenabschnitten ohne Oberleitung. Dieses Konzept eignet sich teil-elektrifizierten Netze oder mit geplanten Elektrifizierungsmaßnahmen. Dabei müssen keine Kompromisse bei Reichweite oder Geschwindigkeit eingegangen werden: Die Charger B+AC ist für Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h unter Oberleitung sowie für bis zu 160 Kilometer Reichweite im Batteriebetrieb ausgelegt – abhängig von Zugkonfiguration und Streckenprofil.
Die Lokomotiven werden gemäß den Buy America-Richtlinien in den USA gefertigt und bieten flexible Lademöglichkeiten – darunter Oberleitung, Plug-in-Ladung und Rückgewinnung durch Bremsenergie. Die Metropolitan Transportation Authority (MTA) und Metro-North Railroad im Bundesstaat New York haben Siemens Mobility mit der Entwicklung und Fertigung von 13 batterieelektrischen Personenzuglokomotiven beauftragt.