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Digitalisierung im Westfalentarif

11.06.25 (NWL) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Westfalentarif nimmt zum 1. August 2025 im Rahmen seiner Tarifmaßnahme Papiertickets mit Entwertungsfunktion sowie digitale Tickets, die vor Fahrtantritt entwertet werden müssen, aus dem Stammsortiment des Westfalentarifs. Folglich entfallen vielerorts – mit Ausnahme von Bocholt, Unna und Paderborn –das Mehrfahrten-Ticket und das Einzelticket mit Entwerterfeld. Ab dem 1. November werden auch die Entwerter in Bussen, Zügen und an Bahnsteigen deaktiviert und sukzessive abgebaut.

Bis zu diesem Termin können Fahrgäste bereits gekaufte Tickets mit Entwerterfeld nutzen, danach sind sie nicht mehr gültig. Ausnahmen bilden unter anderem die Regionen, die im Übergangsbereich zwischen dem WestfalenTarif und den benachbarten nordrhein-westfälischen Verkehrsverbünden liegen. Hier werden die Entwerter an den Bahnhöfen auch über den 1. November hinaus erhalten bleiben. Ab August gibt es dann nur noch Tickets mit Gültigkeit ab Kauf oder mit festem Startdatum/-uhrzeit.

Digitale Tickets oder am Automaten erworbene Tickets sind ab August direkt einsatzbereit oder zeitlich eindeutig gekennzeichnet. Für Gelegenheitsfahrende stehen mit dem elektronischen Smartphone-Tarif eezy.nrw, dem TagesTicket24 und dem Einzelticket (ohne Entwerterfeld) optimale, zeitgemäße Optionen für die Fahrt mit Bus und Bahn zur Verfügung. Sie können an Fahrkartenautomaten, in Kundenzentren, in Bussen und Bahnen, im Online-Shop der Verkehrsunternehmen und per App erworben werden.

Einer der Vorteile der wegfallenden Entwertertickets: Das komplexe technische Hintergrundsystem für die Prozesse, die mit der Entwerter-Vertriebssystematik einhergingen, entfällt. Die Verkehrsunternehmen können auf die unzeitgemäße, reparatur- und wartungsanfällige Technologie der Entwerter-Infrastruktur verzichten. Dadurch werden Kosten eingespart und nötige Ressourcen für die Verschlankung und Optimierung bisher gebundener Prozesse frei.

Der Verzicht auf die Entwerterstrukturen ist Teil der Digitalisierungsoffensive des Westfalentarifs wie auch des Landes Nordrhein-Westfalen – mit dem Ziel, Ticketkäufe einfacher, flexibler und nutzerfreundlicher zu gestalten. Seit mehreren Jahren besteht in vielen westfälischen Bussen je nach Region bereits die Option, mit der Giro-, Debit-, Kreditkarte oder dem Smartphone über Partner-Apps, mit Apple Pay und Google Pay zu bezahlen – mit guten Erfahrungen. Der Zahlvorgang wird nur dann ausgelöst, wenn Karte oder Smartphone wenige Zentimeter über das Kartenlesegerät gehalten werden.

Ein ungewolltes Einsetzen des Zahlvorgangs ist nicht möglich. Die Abschaffung der Entwerter und die dadurch wegfallenden Tickets mit Entwerterfeld gelten als allgemeingültiger Beschluss auf westfälischer Ebene. Ausnahmen bilden jedoch Bocholt, Unna und Paderborn. So hat sich Paderborn per regionalem Beschluss dazu entschieden, das Viererticket fortzuführen. Darüber hinaus gilt das Deutschlandticket vollständig in Bussen und Bahnen.

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