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Weniger Schwarzfahrer in Wien

02.05.25 (Österreich) Autor:Stefan Hennigfeld

Bis zu hundert Fahrscheinkontrolleure sind täglich im gesamten Netz der Wiener Linien unterwegs. Ein dickes Fell, Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnisse sind dabei Teil der Grundausrüstung für den Job. Vergangenes Jahr haben diese, die meist in Zivil in Zweier- oder Dreierteams unterwegs sind, rund 3,5 Millionen Fahrgäste nach ihrem Ticket gefragt. Im Vergleich zum Vorjahr waren das knapp fünf Prozent mehr.

Die größte Fahrgemeinschaft Wiens ist nach wie vor sehr ehrlich: Rund 96,6 Prozent der kontrollierten Fahrgäste konnten ein gültiges Ticket vorweisen, 3,4 Prozent hatten entweder kein oder ein falsches Ticket dabei. Im Vergleich zu 2023 ist der zweite Wert um 0,2 Prozent minimal gestiegen. Unverändert ist die Kreativität der Ausreden. Von „Mein Handyakku ist leer“ bis „Mein Hund hat mein Ticket gefressen“ haben die Kontrolleure der Wiener Linien alles gehört.

Auch mit Unverständnis und in seltenen Fällen Aggression müssen die Mitarbeiter umgehen können. Prävention und Deeskalation sind dabei das A und O und deshalb integraler Bestandteil der Ausbildung. Im europäischen Vergleich liegt Wien im Spitzenfeld. Im Raum Berlin wurden vergangenes Jahr 3,3 Prozent Fahrgäste ohne gültiges Ticket dokumentiert, in Paris waren es sogar rund acht Prozent. Die Wiener Linien bedanken sich bei der besten Fahrgemeinschaft für ein weiteres Jahr Ehrlichkeit – in Wien gibt es schon lange für 365 Euro ein relativ preiswertes Jahresticket.

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