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go.Rheinland statt Bundesbahn

19.05.25 (Kommentar) Autor:Stefan Hennigfeld

Viele Fahrgäste, gerade auf der Schiene, glauben noch immer, sie seien „mit der Bundesbahn“ unterwegs. Das ist längst überholt. Zum einen, weil ein erheblicher Teil der SPNV-Leistungen in der Region rund um Köln, Bonn und Aachen gar nicht mehr von DB Regio („von der Bundesbahn“) betrieben werden, zum anderen weil der Vertrieb sich längst auch auf andere Dinge jenseits der Schiene erstreckt. Da hat man Kurzzeitmietmöglichkeiten für Fahrräder, Elektroller und Autos, da gibt es Umstiege auf die kommunale Schiene und vieles mehr.

Wer mit dem Zug oder auch mit dem Flugzeug nach Köln kommt, der reist zunächst mit dem Nahverkehr weiter: Sei es mit dem Bus der KVB, mit dem Zug der verschiedenen aktiven Eisenbahnverkehrsunternehmen auf der Schiene oder auch mit dem Taxi bzw. einem Carsharing-Auto. Es ist daher auch kein Naturgesetz, dass der Vertrieb über „die Bundesbahn“ bzw. das DB-Reisezentrum läuft.

Überhaupt gilt es, gerade was den personenbedienten Verkauf betrifft, den Spieß der DB AG gegenüber umzudrehen: Während der Bundeskonzern seit Jahren bestrebt ist, Reisezentren zu schließen bzw. die Öffnungszeiten zu reduzieren, kann nun ein Aufgabenträger selbst aktiv werden: Wir verkaufen die Fahrscheine an unsere Kunden, wir zeigen die Präsenz, die der rote Riese nicht mehr zeigen möchte und wir kümmern und vor Ort und die regionalen Bedürfnisse ohne uns von anderen Akteuren abhängig zu machen. Gut so kann man da nur sagen.

Es ist noch gar nicht lange her, da war es an Reisezentren der DB AG üblich, dass man dort keine Verbundfahrscheine verkauft hat: Gehen Sie bitte an den Automaten, die Fahrt von Köln nach Bonn oder von Oberhausen nach Dortmund ist Verbundtarif, da haben wir nichts mit zu tun. Das ändert sich, wenn der Aufgabenträger nicht nur die Aufstellung von Automaten ausschreibt, sondern auch den personenbedienten Verkauf. Natürlich kann DB Vertrieb sich da bewerben – so wie jeder andere – aber dann zu den Bedingungen des Aufgabenträgers und nicht nach dem Gutsherrenprinzip.

Jetzt gilt es aber auch, genau diesen Weg fortzuschreiben: Eine stärkere Verzahnung zwischen der Eisenbahn, der kommunalen Schiene und dem Busverkehr heißt auch, dass zukünftige Verkehrsplanungen im Knoten Köln auch die Stadtbahn mit einbeziehen müssen. Bislang hat man sich ausschließlich auf die Infrastruktur der DB AG konzentriert und hier vernünftige Planungen aufgesetzt, doch das reicht nicht.

Man muss angesichts eines viel zu engen Hauptbahnhofes versuchen, möglichst viele Pendler, die nicht in die unmittelbare Innenstadt wollen, so früh es geht am Stadtrand umzuleiten. Hierfür braucht man neben der S-Bahn auch die kommunale Schiene. Mehr Umsteigepunkte zwischen SPNV und Stadtbahn, verkürzte Wege beim Umstieg und vieles mehr. Dann kann es durchaus sein, dass manch eine Stadtbahnstrecke zum Bahnhof verlängert werden muss oder dass man Züge dort halten lässt, wo die Stadtbahn bislang nur vorbeifährt. Hier muss man den nächsten Schritt machen.

Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
Siehe auch: go.Center im Kölner Hauptbahnhof eröffnet

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