Die Park-and-Ride-Nutzung vereinfachen
08.05.25 (Kommentar) Autor:Stefan Hennigfeld
Gerade wer im ländlichen Raum lebt und beruflich jeden Tag nach Düsseldorf, Köln oder Aachen muss, ist oft darauf angewiesen, zumindest zum Bahnhof mit dem Auto zu fahren. Die Fahrten mit dem Bus zum Bahnhof sind oft sehr langwierig und gerade zur Tagesrandlage im ländlichen Raum auch gar nicht vorhanden. Wenn man also die Berufspendler wirklich dazu bringen will, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Städte zu fahren, dann nur mit dem Kompromiss, dass sie die erste Strecke mit dem Auto zurücklegen.
Jetzt stellen wir uns aber mal einen Arbeitnehmer vor, der verlässlich zur Arbeit muss und dann an seinem Bahnhof nur hin und wieder mal einen Parkplatz findet. Zum nächsten Bahnhof fahren? Hoffen, dass da was frei ist mit dem Risiko, den Zug zu verpassen? Oder fährt so jemand dann direkt durch? In der Regel wird letzteres der Fall sein. Dabei sind Ansätze, dass man auch den Füllstand von Park-and-Ride-Anlagen in die Echtzeitauskunft einbezieht, nicht neu und auch technisch schon lange umsetzbar.
Wenn man das bislang nicht flächendeckend gemacht haben sollte, dann wird es nun definitiv Zeit. Wir sprechen hier von 7,6 Millionen Euro, die nötig sind, um zahlreiche Parkplätze im rheinischen Braunkohlerevier entsprechend auszurüsten – von Unbezahlbarkeit kann man hier wahrlich nicht sprechen. Anstatt dass Bund und Länder sich immer nur gegenseitig auffordern, die Verkehrswende zu finanzieren, gilt es hier ernsthafte Verantwortung zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass smarte Parkplätze rund um die Bahnhöfe in einer absehbaren Zukunft die Regel werden.
Natürlich kann die konkrete Umsetzung nur durch die Kommunen erfolgen. Aber auch hier gilt wie so oft, dass die vielfach zitierte und in Sonntagsreden geforderte Verkehrswende in der Praxis vor Ort umgesetzt werden muss. Man kann die Dinge nicht von oben verordnen, sondern es braucht Engagement vor Ort: Von ehrenamtlichen Bürgern, aber eben auch von Wahlkreisabgeordneten aus dem Bundestag oder dem Landtag, von Bürgermeistern, Landräten und vielen anderen Personen, die vor Ort ihren Einfluss geltend machen. Finanziert werden muss das dann natürlich von Bund und Land, die Aufgabenträger und Verkehrsverbünde müssen beratend zur Seite stehen, das ist alles richtig. Aber mehr können diese eben auch nicht machen.
Das ist das gleiche wie beim Deutschlandtakt: Man muss vor Ort dafür sorgen, dass die Busse vor Ort vernünftig mit dem Eisenbahnverkehr vertaktet sind und auch zur Tagesrandlage noch so an den Bahnhöfen ankommen und abfahren, dass man bequem aus dem Bus in den Zug und aus dem Zug in den Bus umsteigen kann, insbesondere wenn man davon ausgeht, dass im ländlichen Raum des Rheinlands der Verkehr ohnehin in die Richtung der großen Metropolen geht. So kann auch jemand, der morgens um sechs bei Ford in Köln sein muss oder dort erst um 22 Uhr Feierabend hat, noch verlässlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Genau hierfür gilt es, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.
Siehe auch: Vernetzt mobil im Rheinischen Braunkohlerevier
Foto: go.Rheinland GmbH