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Mehr Berufspendler auf die Schiene bringen

24.04.25 (Kommentar) Autor:Stefan Hennigfeld

Das Deutschlandticket hat dafür gesorgt, dass die Fahrgastzahlen sowohl im Großraum Köln/Bonn als auch bundesweit im Durchschnitt wieder auf dem Niveau des Jahres 2019 und darüber liegen – die Krisenzeit ist damit vorbei, das heißt aber auch, man sich Gedanken machen, wie man die Infrastruktur und den Verkehr darauf fit für die Zukunft machen kann und das auch finanziell vor dem Hintergrund des Deutschlandtickets.

Wenn ein Berufspendler, der in Wuppertal lebt und in Köln arbeitet seit dem Deutschlandticket etwa 200 Euro im Monat spart und darüber hinaus auch beim Urlaub an der Nord- oder Ostseeküste, in Bayern und am Bodensee mit dem gleichen Fahrschein die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann, dann ist das eine massive finanzielle Entlastung; doch das Geld fehlt bei den Be- und Erstellern der öffentlichen Verkehrsmittel.

Umso sinnvoller ist es, mit großen Arbeitgebern direkt in Gespräche über das Deutschlandticket Job einzutreten. In Köln ist der mit Abstand größte Arbeitgeber die Stadt Köln mit rund 21.000 Personen, es folgen die Stadtwerke Köln und Ford mit jeweils rund 14.000 Personen. Wenn also die öffentliche Hand ihre Jobtickets kündigt oder sich auf den Rechtsstandpunkt stellt, dass solche Jobtickets für sie rechtlich nicht möglich seien, dann fällt eine riesige potentielle Kundengruppe weg.

Das ist im übrigen kein Kölner Phänomen, sondern bundesweit ist die öffentliche Hand der mit Abstand größte Arbeitgeber: Auf Platz 1 stehen die Länder, gefolgt vom Bund und den Kommunen, aber auch die Sozialversicherungsträger gehören zu den größten Arbeitgebern der Republik. Falls Sie jetzt andere Statistiken finden, in denen das nicht so aussieht, bedenken Sie bitte: Man kann natürlich die 16 Länder als Einheit zählen oder auseinander dividieren.

Das ändert nichts daran, dass dort in der bundesweiten Summe sehr viele Menschen in Lohn und Brot stehen; gleichzeitig haben viele deutsche Firmen auch jede Menge Angestellte im europäischen oder sogar interkontinentalen Ausland. Umso wichtiger ist, dass auch der Dienstherr der Beamten und der Arbeitgeber der öffentlichen Angestellten, der die Gesetzeslage selbst ändern kann, seinen Mitarbeitern solche Jobtickets zur Verfügung stellt.

In Nordrhein-Westfalen ist das für Bedienstete des Landes rechtlich nicht möglich. Das führt dazu, dass manche Kommune sagt, für sie gelte das auch, manch andere Kommune jedoch eine abweichende Rechtsauffassung hat. Hier ist ganz konkret der Landesgesetzgeber gefordert: Redet nicht nur sonntags über die Verkehrswende, sondern schafft die Gesetzesgrundlage, den Angestellten und Beamten des Landes ein Jobticket zur Verfügung zu stellen – dann werden die Kommunen relativ schnell nachziehen.

Auf der anderen Seite muss natürlich die Eisenbahnbranche dafür sorgen, dass das Angebot auf der Schiene verlässlich rollt: Leistungsausweitungen statt Notfahrplänen, verlässliche Angebote in der Hauptverkehrszeit und zur Tagesrandlage. Der Berufspendler muss verlässlich zur Arbeit und auch in den Feierabend.

Siehe auch: VRS legt Jahresbilanz 2024 vor
Foto: Deutsche Bahn AG / Wolfgang Klee

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