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Gegen Vandalismus in Frankfurt

11.04.25 (Hessen) Autor:Stefan Hennigfeld

Unter dem Motto „Danke für nichts“ haben die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF), der kommunale Aufgabenträger traffiQ und die Firma Ströer eine neue Kampagne gegen Vandalismus an Bus- und Bahnhaltestellen gestartet. So weit man beispielsweise darauf hin, dass eine demolierte Scheibe den Gegenwert von 523 Schalen Pommes frites hat. Über eine Million Euro kosten die Reparaturen und die Beseitigung von Vandalismus an Frankfurter Haltestellen und Stationen pro Jahr.

Geld, das sinnvoller in den Nahverkehr und für die Fahrgäste investiert werden könnte. Neben der großen Summe steckt auch viel Arbeit in der Instandhaltung. „Und trotzdem reparieren wir immer wieder gebrochene Scheiben, Fahrkartenautomaten, zerstörte Anzeiger für digitale Fahrgastinformationen und vieles mehr, was zu einer gut ausgestatteten Haltestelle gehört. Denn mit jeder Beschädigung sinkt leider die Hemmschwelle für weitere Zerstörungen“, erklärt die Arbeitsdirektorin der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, Kerstin Jerchel, das große Engagement der VGF.

Das Unternehmen betreut die Infrastruktur des gesamten Frankfurter Nahverkehrs im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main und deren Nahverkehrsgesellschaft traffiQ. Ende 2022 beklebte die VGF daher die Haltestellen „Waldau“, „Waldfriedhof Goldstein“, „Harthweg“ und „Walter-Kolb-Siedlung“ im Rahmen eines Tests mit vier unterschiedlichen Konzepten. Nach rund sechs Monaten wurde die Kampagne ausgewertet: Den größten Rückgang an Sachbeschädigungen wies die Walter-Kolb-Siedlung auf und damit war das effektivste Konzept die Auflistung von Gegenwerten: 523 Schalen Pommes frites kostet eben eine neue Scheibe, und für den Gegenwert einer Spielkonsole gibt es nicht mehr als einen einzigen Mülleimer.

„Aufenthaltsqualität, Sauberkeit und Sicherheit in Bus- und Bahnstationen sind wesentlich für die Akzeptanz des Nahverkehrs und haben für uns sehr hohe Priorität. Beschädigte Haltestellen beeinträchtigen den Komfort und das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste“, erklärt Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne), der das Projekt von Anfang an befürwortete: „Die Kosten für Vandalismus trägt die Öffentlichkeit. Mit der Anti-Vandalismus-Kampagne von traffiQ, Ströer und VGF geht die Stadt Frankfurt dagegen vor – ganz konkret dort, wo es nötig ist und Haltestellen immer wieder beschädigt werden.“

Zukünftig sollen alle häufig betroffenen Haltestellen und ihre neu eingesetzten Scheiben die Kampagnenfolierung erhalten. „Hiermit schaffen wir Aufmerksamkeit und wir möchten klarmachen, dass wir dieses Verhalten nicht tolerieren. Dass hier öffentliche Wartehäuschen und Einrichtungen kaputt gemacht werden, für die alle zahlen, soll mit diesen Beklebungen kommuniziert werden“, erläutert Regionalleiter Steffen Decker vom Medienpartner Ströer. Damit Vandalismusschäden kurzfristig beseitigt werden, haben die Projektpartner die Telefonnummer 069/213-24600 zur Meldung von Defekten eingerichtet.

Foto: Stadt Frankfurt am Main

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